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Lasst uns miteinander reden

Donnerstag, 13. November 2025, 10:23 Uhr
Die nnz berichtete gestern über die Erlebnisse von Roald Hesse mit jungen Flüchtlingen entlang der Zorge. Ausgehend von diesem Geschehen und den Kommentaren dazu in der nnz, schickt der Neustädter der Redaktion eine Nachbetrachtung in Form eines Leserbriefes...

Entlang der Zorge (Foto: nnz) Entlang der Zorge (Foto: nnz)
Dass dieses Land gespalten ist und aus den Fugen gerät, ist für die meisten Menschen klar erkenn- und sichtbar. Eine Stadtbildveränderung zu leugnen ist wenig hilfreich. Es besteht die Tendenz ideologisch geprägter Gruppen, solche Dinge zu bagatellisieren oder aber extrem aufzubauschen.

Dies ist ein Zustand der, nicht nur bezogen auf dieses Thema, von den Politikern dieses Landes in Begleitung namhafter Medien herbeigeführt wurde. Die nicht zu leugnende Spaltung ist vorwiegend darauf zurück zu führen. Wir haben einen Zustand erreicht, wo ein Diskurs im Abseits steht.

Diskurs, offen und ehrlich geführt und mit der Bereitschaft die Argumente der Gegenseite zumindest mal anzuhören, gehört nicht mehr zum Tagesgeschäft der Politiker, sollte man meinen. Diskurs ist aber lebenswichtig für eine Demokratie. Er hört auf, wenn eine Seite die Deutungshoheit übernimmt. Das hatten wir schon in der DDR.

Mein Eindruck ist, dass in der heutigen Zeit politische Bündnisse geschmiedet werden, um weiter in den Machtpositionen schalten und walten zu können. Es ist den Protagonisten egal, ob die Ziele auch nur ansatzweise zusammen passen. Sie nennen das Kompromiss bei Koalitionsverhandlungen. Ich nenne es faule Kompromisse. Es bleibt immer das Gemeinwohl auf der Strecke, zu Lasten der Menschen dieses Landes.

So sieht es aus bei vielen Themen, die unser tägliches Leben beeinflussen. So sieht es auch aus bei der Migrationspolitik. Mit ist bewusst, dass bei dem von mir thematisierten Vorfall nur eine wirklich kleine Minderheit permanent Gesetze bricht und so die Mehrheit mit Schmutz bewirft und verunglimpft. Was ich mir wünsche ist, dass, wenn jemand Straftaten begeht (natürlich nicht zum Beispiel der einmalige Diebstahl einer Packung Kaugummi) ohne wenn und aber den Rücktritt in sein Heimatland antritt. Es sollte auch kein Recht auf einen, von unseren Steuern, bezahlten Anwalt geben. Darum hat sich ein Täter selbst zu kümmern.

Erwähnen möchte ich auch, dass ich in meinem Umfeld Freunde auch aus dem arabischen Raum habe (immer hilfsbereit und freundlich) denen nicht im Traum einfallen würde, hier Straftaten zu begehen.

Gerade wird in der Politik die Wehrpflicht verhandelt und es sieht so aus, dass es eine Art Musterung aller jungen Männer geben wird. Man verteidigt sein Land und dessen Werte ohne Zwang, wenn man stolz darauf ist (in gewissen Kreisen, die dieses Land nicht lieben, ein verpönter Begriff). Man muss sich also über die große Ablehnung eines solchen Dienstes nicht wirklich wundern, wenn sich viele nicht mehr mit ihm identifizieren. Ich wünsche mir, dass die Politik die Probleme mit ehrlicher Analyse schonungslos angeht, die Menschen wieder eint und mit dem Framing politischer Gegner aufhört.
Roald Hesse, Neustadt
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: psg

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