Thüringer Forschungspreis 2025 für Hochschule Nordhausen:
Minister ehrt Forscher aus Nordhausen
Mittwoch, 12. November 2025, 12:58 Uhr
Wissenschaftsminister Christian Tischner hat den Thüringer Forschungspreis 2025 an Teams des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena, der Friedrich-Schiller-Universität Jena/Universitätsklinikum und der Hochschule Nordhausen für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen verliehen …
Der Thüringer Forschungspreis wurde gestern Abend auch an ein Nordhäuser team verliehen (Foto: TMBWK / Thomas Abé)
Minister Tischner würdigte die Preisträger und betonte die gesamtgesellschaftliche Bedeutung ihrer Arbeit: Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen von der Alternsforschung bis zur Energietechnologie sind nur durch intensive Forschung zu finden. Die heute ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, dass Thüringen ein führender Standort für Spitzenforschung ist. Forschung – das ist Mannschaftssport. Gerade wir hier in diesem kleinen Land brauchen diesen Gemeinschaftsgeist.
Im Zuge der Preisverleihung hob Tischner die Rolle der Wissenschaft im gesellschaftlichen Konsens hervor: Das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung ist stabil. Die besondere Rolle von Wissenschaft und Forschung für unser Leben – das ist noch immer ein Grundkonsens in dieser Gesellschaft. Aber wir brauchen die Wissenschaft nicht nur am gesellschaftlichen Spielfeldrand. Gute Wissenschaft heißt immer auch aktiver Wissenstransfer in die Gesellschaft.
In der Preiskategorie Angewandte Forschung II, dotiert mit 12.500 Euro, wurde das Projekt der Hochschule Nordhausen Regionales CO2-neutrales Recycling geehrt. Das Forschungsteam der Hochschule Nordhausen um Prof. Dr. Uta Breuer und Prof. Dr. Elmar Hinz erhielt den Preis für das Projekt Regionale Kreislaufwirtschaft zur lokalen Wiederverwendung von Klärschlamm und Biomasse mit optimierter CO2-Bilanzierung – Carbo Mass.
Das Projekt CarboMass löst die Entsorgungsproblematik von Klärschlämmen durch die Umwandlung in Carbonisat, das den wertvollen Nährstoff Phosphor bindet. In Verbindung mit Biomasse wird das entstehende Gemisch als Abdeckungsmaterial für Kalihalden genutzt, schafft so eine regionale Kreislaufwirtschaft und sorgt für eine verbesserte CO2-Bilanzierung.
Dem Forschungsteam der Hochschule Nordhausen gehören an:
Prof. Dr. Uta Breuer und Prof. Dr. Elmar Hinz (beide Sprecher),
Lars Behling,
Marvin Calderon,
Katharina Grzeschniok,
Petra Hauschild,
Victoria Klages,
Jantje Samtleben,
Dr. Anja Schreiber (Projektkoordinatorin),
Sarah-Rebecca Vollmann
Hintergrund
Mit der Novellierung der Abfallklärschlammverordnung (2017) stand es fest: kommunale Klärschlämme dürfen ab 2032 größtenteils nicht mehr bodenbezogen verwertet werden. Dazu wird ab 2029 eine Phosphorrückgewinnungspflicht eingeführt – zwei Änderungen, die Abwasserbeseitigungspflichtige vor die Aufgabe stellen, alternative Verwertungsmethoden für ihre Klärschlämme zu finden. Gleichzeitig sind Haldenbetreibende verpflichtet, ihre Halden abzudecken, um unser Grundwasser vor unerwünschtem Eintritt salzhaltigen Sickerwassers zu schützen.
Der Verbund CarboMass verknüpft seit 2021 beide Herausforderungen, mit dem Ziel eine regionale Kreislaufwirtschaft zur lokalen Wiederverwendung von Klärschlamm und Biomasse mit optimierter CO2 Bilanzierung anzustreben. Durch den Einsatz eines Verfahrens, welches vorgetrockneten und pelletierten Klärschlamm ohne Sauerstoffzufuhr verbrennt, entsteht Carbonisat, in welchem u.a. der wertvolle Phosphor gebunden wird. Dieser ist damit weiterhin für Pflanzen verfügbar. Die Vermengung des Carbonisats mit Biomasse ergibt CarboMass. Dieses neuartige Gemisch dient als Abdeckungsmaterial der Kalihalde, unterstützt die Begrünung dieser und mindert potenziell den Sickerwasseraustrag in das Grundwasser.
Der innovative Forschungsansatz bindet CO2 und sorgt für eine Rückführung des Phosphors in den natürlichen Kreislauf. Bürgerinnen und Bürger können langfristig von steigenden Gebührenumlagen verschont bleiben, welche durch die Entsorgung in Monoverbrennungsanlagen zu erwarten wären. Zudem wird Haldenbetreibenden als auch Abwasserentsorgenden eine Lösung geboten. Lediglich die rechtlichen Einschränkungen stellen erfolgskritische Faktoren dar.
Der Thüringer Forschungspreis wird seit 1995 vergeben, um hervorragende und international beachtete Forschungsleistungen zu würdigen, die an Thüringer Hochschulen und Forschungs-einrichtungen entstanden sind.
Autor: red
Der Thüringer Forschungspreis wurde gestern Abend auch an ein Nordhäuser team verliehen (Foto: TMBWK / Thomas Abé)
Minister Tischner würdigte die Preisträger und betonte die gesamtgesellschaftliche Bedeutung ihrer Arbeit: Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen von der Alternsforschung bis zur Energietechnologie sind nur durch intensive Forschung zu finden. Die heute ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, dass Thüringen ein führender Standort für Spitzenforschung ist. Forschung – das ist Mannschaftssport. Gerade wir hier in diesem kleinen Land brauchen diesen Gemeinschaftsgeist.
Im Zuge der Preisverleihung hob Tischner die Rolle der Wissenschaft im gesellschaftlichen Konsens hervor: Das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung ist stabil. Die besondere Rolle von Wissenschaft und Forschung für unser Leben – das ist noch immer ein Grundkonsens in dieser Gesellschaft. Aber wir brauchen die Wissenschaft nicht nur am gesellschaftlichen Spielfeldrand. Gute Wissenschaft heißt immer auch aktiver Wissenstransfer in die Gesellschaft.
In der Preiskategorie Angewandte Forschung II, dotiert mit 12.500 Euro, wurde das Projekt der Hochschule Nordhausen Regionales CO2-neutrales Recycling geehrt. Das Forschungsteam der Hochschule Nordhausen um Prof. Dr. Uta Breuer und Prof. Dr. Elmar Hinz erhielt den Preis für das Projekt Regionale Kreislaufwirtschaft zur lokalen Wiederverwendung von Klärschlamm und Biomasse mit optimierter CO2-Bilanzierung – Carbo Mass.
Das Projekt CarboMass löst die Entsorgungsproblematik von Klärschlämmen durch die Umwandlung in Carbonisat, das den wertvollen Nährstoff Phosphor bindet. In Verbindung mit Biomasse wird das entstehende Gemisch als Abdeckungsmaterial für Kalihalden genutzt, schafft so eine regionale Kreislaufwirtschaft und sorgt für eine verbesserte CO2-Bilanzierung.
Dem Forschungsteam der Hochschule Nordhausen gehören an:
Prof. Dr. Uta Breuer und Prof. Dr. Elmar Hinz (beide Sprecher),
Lars Behling,
Marvin Calderon,
Katharina Grzeschniok,
Petra Hauschild,
Victoria Klages,
Jantje Samtleben,
Dr. Anja Schreiber (Projektkoordinatorin),
Sarah-Rebecca Vollmann
Hintergrund
Mit der Novellierung der Abfallklärschlammverordnung (2017) stand es fest: kommunale Klärschlämme dürfen ab 2032 größtenteils nicht mehr bodenbezogen verwertet werden. Dazu wird ab 2029 eine Phosphorrückgewinnungspflicht eingeführt – zwei Änderungen, die Abwasserbeseitigungspflichtige vor die Aufgabe stellen, alternative Verwertungsmethoden für ihre Klärschlämme zu finden. Gleichzeitig sind Haldenbetreibende verpflichtet, ihre Halden abzudecken, um unser Grundwasser vor unerwünschtem Eintritt salzhaltigen Sickerwassers zu schützen.
Der Verbund CarboMass verknüpft seit 2021 beide Herausforderungen, mit dem Ziel eine regionale Kreislaufwirtschaft zur lokalen Wiederverwendung von Klärschlamm und Biomasse mit optimierter CO2 Bilanzierung anzustreben. Durch den Einsatz eines Verfahrens, welches vorgetrockneten und pelletierten Klärschlamm ohne Sauerstoffzufuhr verbrennt, entsteht Carbonisat, in welchem u.a. der wertvolle Phosphor gebunden wird. Dieser ist damit weiterhin für Pflanzen verfügbar. Die Vermengung des Carbonisats mit Biomasse ergibt CarboMass. Dieses neuartige Gemisch dient als Abdeckungsmaterial der Kalihalde, unterstützt die Begrünung dieser und mindert potenziell den Sickerwasseraustrag in das Grundwasser.
Der innovative Forschungsansatz bindet CO2 und sorgt für eine Rückführung des Phosphors in den natürlichen Kreislauf. Bürgerinnen und Bürger können langfristig von steigenden Gebührenumlagen verschont bleiben, welche durch die Entsorgung in Monoverbrennungsanlagen zu erwarten wären. Zudem wird Haldenbetreibenden als auch Abwasserentsorgenden eine Lösung geboten. Lediglich die rechtlichen Einschränkungen stellen erfolgskritische Faktoren dar.
Der Thüringer Forschungspreis wird seit 1995 vergeben, um hervorragende und international beachtete Forschungsleistungen zu würdigen, die an Thüringer Hochschulen und Forschungs-einrichtungen entstanden sind.
