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Kritik an Bohlens losem Mundwerk

Dienstag, 16. Januar 2007, 07:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Juror von „Deutschland sucht den Superstar“ steht mal wieder in der Kritik. Grund sind seine Sprüche bei der RTL-Castingshow. Die nnz berichtet.


Im Vorfeld der vierten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ kündigte Musikproduzent Dieter Bohlen bereits an: „Diesmal gibt’s von mir so harte Sprüche wie noch nie." Beispiel gefällig? „Was ist der Unterschied zwischen euch und einem Eimer Scheiße? Der Eimer!", so Bohlen zu einem Kandidaten.

Bis zu acht Millionen Zuschauer verfolgten am Samstag die Casting-Show von "Deutschland sucht den Superstar" - zum Teil sogar wegen der unterhaltsamen Lästereien von Jury-Mitglied Bohlen. Doch der Musikproduzent gerät wegen seiner harten Sprüche zunehmend in die Kritik. Auch bei unseren Lesern sorgen die Sprüche für geteilte Reaktionen, teilt z.B. die „Rheinische Post“ mit.

Während also Millionen Zuschauer über derart zotige Sprüche lachen können, finden einige Politiker und Kirchenvertreter Bohlens Spürche ganz und gar nicht lustig. Gegenüber der "Bild"-Zeitung stellte Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher der Grünen, fest: "Dümmer, dreister, Bohlen. Der Verbalradikalismus gegenüber jungen Bewerbern hat auf der Mattscheibe nichts verloren. Wie sich Herr Bohlen in einer Musiksendung gebärdet, ist eine Zumutung für alle Zuschauer."

Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Cornelia Pieper schließt sich ihrem Kollegen an: "Gerade weil diese Sendung viele Kinder und Jugendliche anschauen, ist das absolut verantwortungslos. Ich appelliere an RTL, solche menschenverachtende Bohlen-Äußerungen künftig zu verhindern." Zudem fordert Pieper den Sender auf, auf die "Qualität der deutschen Sprache und den Erziehungsaspekt dieser Show" zu achten.

Der stellvertretende Vorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bischof Christoph Kähler, appellierte in „Bild“ an die Vernunft aufgeklärter Menschen, „sich nicht durch den Kot ziehen zu lassen, der ihnen da vorgesetzt wird“. Die Kandidaten stellten sich einem Musikwettbewerb und nicht mehr.

RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger sieht das natürlich anders: "Es kann nicht Aufgabe der Unterhaltungssendung 'DSDS' sein, Menschen auf den rechten Weg zu bringen und Erziehungsaspekten gerecht zu werden", sagte er der "Bild".
Autor: nnz

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