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2. Sinfoniekonzert 2025/26 des Loh-Orchesters

An einem besonderen Tag

Montag, 10. November 2025, 20:45 Uhr
Das 2. Sinfoniekonzert im Theater Nordhausen wurde am 9.November, diesem besonderen Tag in der deutschen Geschichte, gegeben. Für die nnz saß Christel Laude im Publikum...

Das Loh-Orchester im Einsatz (Foto: C.Laude) Das Loh-Orchester im Einsatz (Foto: C.Laude)
Mit ausgewählten Kompositionen von Anton Webern (1883-1945), Alban Berg (1885-1035) und Johannes Brahms (1833-1897)
und dem Angebot einer CD mit Einspielungen des Loh-Orchesters war es gelungen, diesen geschichtsträchtigen Tag in würdiger Form zu begehen.

Das erste Werk war gewissermaßen eine Hommage an Johann Sebastian Bach, dessen Komposition „Musikalische Opfer“ von Anton Webern neu gesetzt wurde. Nach Art einer Fuge, hier sechsstimmig, „wandert das Thema durch das Orchester“, verändert dabei seine Klangfarbe, seinen Charakter, wird variiert, in andere harmonische Zusammenhänge gesetzt. Es ist ein interessantes Werk. „Wir hören es mit Ohren des 20. Jahrhunderts“. Nach feierlichem Finale gab es viel Beifall für diese Darbietung.

Das 2. Werk des Sinfoniekonzertes berichtet über den Tod des jungen Mädchens Manon Gropius, dem auch der Komponisten Alban Berg freundschaftlich verbunden war. Trauer, Trost und Verklärung finden in diesem Werk, es ist ein zweisätziges Violinkonzert, mit dem Titel „Dem Andenken eines Engels“ musikalische Bestätigung. Die Musik klingt bisweilen heiter, tänzerisch, findet aber auch ihren Ausdruck im Zitieren des Sterbechorals „Es ist genug“ von Johann Sebastian Bach. Nach den Regeln der Zwölftontechnik entwickelt der Komponist ein atonales Klangbild mit hohen Ansprüchen an die Solovioline.

Alexandre Dimcevski, Solist des Abends, wurde in Frankreich geboren, ist jetzt unter anderem erster Konzertmeister der ungarischen Staatsoper und Konzertmeister in Genf. Voller Leidenschaft musizierte er mit dem Orchester. Eine emotionale Pause ließ den letzten Ton im Raum verhallen, bevor sich der Solist nach wohlverdientem, herzlichem Beifall mit einer Zugabe verabschiedete.

Nach der Pause erklang die 2. Sinfonie D-Dur op.73 von Johannes Brahms. Der Komponist hatte sie „mit Leichtigkeit“ am Wörthersee geschrieben in einer Phase des Wohlbefindens, die sich augenscheinlich auf das Werk übertrug und mit ihm auch auf Dirigent und Orchester im Theater Nordhausen. Sie zündeten ein wahres Feuerwerk an Spielfreude und Gestaltung, was vom Publikum mit frenetischem Beifall honoriert wurde. Die letzte Melodie des Werkes konnte jeder entspannt mit nach Hause nehmen.
Christel Laude
Autor: red

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