Richter Kropp: Mäuse und Menschen
Montag, 15. Januar 2007, 09:52 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Kinder in Deutschland: Verwahrlost, mißhandelt, verhungert! Kevin oder Jennifer: Die Namen kleiner Kinder sind in Deutschland vielfach Synonym für gequälte Schicksale geworden. Tote Babys in Kühltruhen, mißbrauchte Mädchen: in einem reichen Land ist offensichtlich nichts unmöglich. Auch im Kyffhäuserkreis?
Im Kyffhäuserkreis sind solche Fälle zum Glück nicht an der Tagesordnung. Das Jugendamt und das Familiengericht wachen hier sorgsam über das Kindeswohl. Dies kann sogar soweit gehen, dass Kinder den Eltern weggenommen und in ein Heim gebracht werden, wie es jetzt wieder geschehen ist.
Die Familie P. lebt im Kyffhäuserkreis mit ihren zahlreichen Kindern im Alter von 2 bis 15 Jahren in einem baufälligen Haus. Trotz zahlreicher staatlicher Hilfen war es nicht gelungen, irgendwelche Strukturen in die Familie zu bringen. Das Haus war total verdreckt, die jüngeren Kinder hatten Läuse, die älteren gingen nicht mehr zur Schule. Zudem lebten zahlreiche Tiere, Hunde und Meerschweinchen, in der Küche und in den Betten der Familie P. Aus den undichten Wänden kamen Mäuse heraus.
Grund genug für das Jugendamt des Kyffhäuserkreises beim Sondershäuser Amtsgericht wegen körperlicher und seelischer Verwahrlosung den Entzug der elterlichen Sorge zu beantragen. Vor Gericht kämpften die Eltern für ihre Familie. Man habe als Hartz-IV-Empfänger wenig Geld und sei mit den Kindern überfordert.
Der Sondershäuser Familienrichter Christian Kropp hat zugunsten der Kinder entschieden. Alle fünf Kinder wurden mit Polizeigewalt aus der Familie genommen und in Heime und Pflegefamilien gebracht. Keine leichte Entscheidung für den Familienrichter, denn mit dieser Entscheidung hat er sich gegen das Elternrecht gestellt und eine Familie zerschlagen. Doch in einem reichen Land wie der Bundesrepublik müssten alle Kinder die Chance auf ein ordentliches und sauberes Leben in gewissen Strukturen haben. Ein Verbleib in diesem Familienverband hätte eine weitere Gefährdung des Wohles der Kinder bedeutet, mit unkalkulierbarem Risiko.
So haben staatliche Stellen in diesem Fall rechtzeitig und zum Wohle der Kinder schnell reagiert. Es bleibt zu hoffen, dass die Kinder in normalen Verhältnissen jetzt glücklich aufwachsen können.
Autor: nnzIm Kyffhäuserkreis sind solche Fälle zum Glück nicht an der Tagesordnung. Das Jugendamt und das Familiengericht wachen hier sorgsam über das Kindeswohl. Dies kann sogar soweit gehen, dass Kinder den Eltern weggenommen und in ein Heim gebracht werden, wie es jetzt wieder geschehen ist.
Die Familie P. lebt im Kyffhäuserkreis mit ihren zahlreichen Kindern im Alter von 2 bis 15 Jahren in einem baufälligen Haus. Trotz zahlreicher staatlicher Hilfen war es nicht gelungen, irgendwelche Strukturen in die Familie zu bringen. Das Haus war total verdreckt, die jüngeren Kinder hatten Läuse, die älteren gingen nicht mehr zur Schule. Zudem lebten zahlreiche Tiere, Hunde und Meerschweinchen, in der Küche und in den Betten der Familie P. Aus den undichten Wänden kamen Mäuse heraus.
Grund genug für das Jugendamt des Kyffhäuserkreises beim Sondershäuser Amtsgericht wegen körperlicher und seelischer Verwahrlosung den Entzug der elterlichen Sorge zu beantragen. Vor Gericht kämpften die Eltern für ihre Familie. Man habe als Hartz-IV-Empfänger wenig Geld und sei mit den Kindern überfordert.
Der Sondershäuser Familienrichter Christian Kropp hat zugunsten der Kinder entschieden. Alle fünf Kinder wurden mit Polizeigewalt aus der Familie genommen und in Heime und Pflegefamilien gebracht. Keine leichte Entscheidung für den Familienrichter, denn mit dieser Entscheidung hat er sich gegen das Elternrecht gestellt und eine Familie zerschlagen. Doch in einem reichen Land wie der Bundesrepublik müssten alle Kinder die Chance auf ein ordentliches und sauberes Leben in gewissen Strukturen haben. Ein Verbleib in diesem Familienverband hätte eine weitere Gefährdung des Wohles der Kinder bedeutet, mit unkalkulierbarem Risiko.
So haben staatliche Stellen in diesem Fall rechtzeitig und zum Wohle der Kinder schnell reagiert. Es bleibt zu hoffen, dass die Kinder in normalen Verhältnissen jetzt glücklich aufwachsen können.
