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110 Jahre auf Reisen

Freitag, 12. Januar 2007, 08:05 Uhr
Nordhausen/Wernigerode (nnz). Nicht nur Autos müssen regelmäßig zur Hauptuntersuchung. Auch Lokomotiven. Vor allem dann, wenn sie schon einige Jährchen auf ihrem Tender haben. Wie aber kommt nun eine Schmalspurlok aus dem Harz nach Südthüringen.? Die Antwort erhalten Sie mit einem normalem Klick.


Gestern wurde im Bahnhof Wernigerode-Hasserode die Dampflokomotive 99 5902 auf einen Straßentransporter verladen. Die 110 Jahre alte Lokomotive der Bauart „Mallet“ verließ Wernigerode anschließend mit dem Fahrtziel Meiningen. Im dortigen Dampflokwerk wird die 99 5902 in den kommenden Monaten eine umfangreiche Hauptuntersuchung erhalten.

Und ab gehts nach Meiningen (Foto: hsb) Und ab gehts nach Meiningen (Foto: hsb)

Die im Jahre 1897 bei der Lokomotivfabrik Jung in Jungenthal gebaute Maschine wurde noch im selben Jahr an die damalige Nordhausen - Wernigeroder Eisenbahn (NWE) mit der Betriebsnummer NWE 14 abgeliefert. Bis zum Jahre 1901 wurden noch insgesamt elf weitere Lokomotiven dieser Bauart von der NWE in Betrieb genommen, im Jahre 1920 folgte sogar noch eine dreizehnte Maschine. 1949 zählten noch insgesamt sechs Stück zum Fuhrpark des nunmehr von der Deutschen Reichsbahn betriebenen Schmalspurnetzes im Harz. Hiervon gelangten nach der Privatisierung im Jahre 1993 noch vier Lokomotiven dieser für ihren seltenen Vierzylinder-Verbundantrieb bekannten Bauart in den Bestand der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB). Neben der 99 5902 hält die HSB noch heute die Mallet-Lokomotiven 99 5901 und 99 5906 für Sonder- und Planeinsätze betriebsfähig vor.

Nach Abschluß der Hauptuntersuchung im Meininger Dampflokwerk wird die 99 5902, deren Reaktivierung im Jahre 2000 nach einer siebenjährigen Abstellzeit erfolgte, wieder für Einsätze zur Verfügung stehen und die nunmehr 110-jährige Tradition der Mallet-Lokomotiven im Harz aufrecht.
Autor: nnz

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