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Reemtsma-Betriebsrat: Reaktionen (3)

Montag, 21. Januar 2002, 16:53 Uhr
Nordhausen/Erfurt (nnz). Die Debatte um Äußerungen des Reemtsma-Betriebsrates geht weiter. Dieser hatte in der nnz vor einer Woche der Politik Untätigkeit vorgeworfen. Eine Gewerkschafterin hatte gekontert. Jetzt meldete sich das Thüringer Wirtschaftsministerium.


„Unser Ministerium hat sofort nach der Bekanntgabe der Standortschließung in Nordhausen alle Möglichkeiten ausgelotet, um das Unternehmen zu retten“, so Ministeriumssprecher Andreas Maruschke. So gab es Gespräche von Minister Franz Schuster mit dem Reemtsma-Vorstand in Hamburg. Hierzu hatte sich Schuster kurzfristig unter Rückstellung anderer Termine entschlossen. Die Konzernzentrale hielt jedoch an ihren Schließungsplänen fest.

Dann schließlich habe es das Bemühen gegeben, einen anderen Zigarettenproduzenten aus der Reemtsma-Holding für den Nordhäuser Standort zu interessieren. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald habe zwar Interesse bekundet, letztlich sei durch Reemtsma abgeblockt worden. Bei einem Erfolg dieses Vorhabens hätte das Ministerium Fördermittel zur Verfügung gestellt. Zwischenzeitlich habe sogar Ministerpräsident Bernhard Vogel mit einem Vorständler der Tschibo-Holding (Mehrheitsgesellschafter bei Reemtsma) über die Situation und Lösungsmöglichkeiten gesprochen. Auch hier habe es kein Entgegenkommen der Hamburger gegeben, so Maruschke.

Jetzt verhandelt das Ministerium mit einem Unternehmen aus Dingelstädt, der eichsfeldischen Hochburg der Tabakproduktion. Das sogenannte Tabakhaus wolle seine Produktion ausweiten und will rund 40 neue Mitarbeiter einstellen. Hier könne sich Andreas Maruschke durchaus eine neue Chance für Nordhäuser Reetsma-Mitarbeiter vorstellen.
Autor: nnz

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