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„Postkarten-Eck“ wird aufgepeppt

Donnerstag, 04. Januar 2007, 11:16 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit Beginn der neuen Woche wird sich im Bereich des Nordhäuser Korn- und Pferdemarktes wieder einiges tun. Doch die Bagger und anderen schweren Geräte haben nichts mit imaginären Einkaufszentrum zu tun. Die nnz mit den Einzelheiten.

Ansicht nach der Sanierung (Foto: Schettler und Wittenberg) Ansicht nach der Sanierung (Foto: Schettler und Wittenberg)


Mit dem Abrissbeginn des Wohnblocks Engelsburg 2 und 4 fällt am kommenden Montag (8.1.) der Startschuss für die Komplett-Sanierung des Wohnquartiers rund um das „Postkarteneck“: Bis zum Jahresende 2008 sollen sämtliche Häuser mit insgesamt 116 Wohnungen entlang des Kornmarktes und der Kranichstraße bis zur Engelsburg saniert sein. Darüber hinaus entsteht im Bereich hinter den Wohnblocks eine Tiefgarage. Mit rund 11 Millionen Euro ist diese weitere Frischzellenkur für die Nordhäuser Innenstadt das bisher größte Einzelprojekt, das die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) schultert. Trotz der Sanierungen werden die Kaltmieten auch in diesem Gebiet die Fünf-Euro-Grenze nicht überschreiten.

„Mit diesem Vorhaben - das in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung geplant und entwickelt wurde - bekommt die Entwicklung der Innenstadt noch einmal einen Riesen-Schub, das Wohnen in der Innenstadt wird noch einmal deutlich attraktiver und die Vitalität im Herzen Nordhausens gestärkt. Zugleich stellt damit unsere Wohnungsbaugesellschaft ein weiters mal ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis“, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).

Bis zum März soll der Wohnblock Engelsburg 2 und 4 mit seinen 36 Wohnungen komplett gefallen sein, kündigte SWG-Geschäftsführerin Carola Franke an. „Nach der Entkernung im Inneren des Hauses, das Mitte der 80-iger Jahr gebaut wurde, werden noch im Januar die Bagger anrücken und den Wohnblock bis März komplett abgerissen haben. Dann herrscht Freiheit für die Sanierungs- und Neubauvorhaben, die in zwei weiteren Bauphasen umgesetzt werden“, sagte Frau Franke.

In der ersten Phase würden die Häuser Kornmarkt 1, 3 und 4 sowie die Kranichstraße 24-27 saniert - also sämtliche Gebäude zwischen Rathaus, Postkartenecke bis hin zur Kreuzung vor dem ehemaligen Polizeigebäude. „Im Zuge der Sanierung werden sämtliche Wohnungen dem neusten Wohnstandard angepasst - also mit vollständig neuer Haustechnik, gefliesten Bädern, teilweise neuen Türen und Holzfenstern und einem Vollwärmeschutz“, sagte Frau Franke. „Wir werden damit in etwa denselben Standard wie in der Rautenstraße haben.“ Zugleich werden der Zuschnitt der Wohnungen teilweise den neuen Trends angepasst - also verkleinert. „So gibt es dort unter anderem riesige Vier-Raum-Wohnungen, die in kleinere Einheiten geteilt werden.“ Fünf Häuser werden mit Fahrstühlen ausgestattet, teilweise innen-, teilweise außen liegend, „alle Wohnungen bekommen einen Balkon oder eine Terrasse. Und mit der Sanierung wird ab der 1. Etage auch die Lücke zwischen dem Block Kornmarkt 4 und dem Rathaus-Giebel geschlossen - hier entstehen für die benachbarten Wohnungen Wintergärten.

Der Durchgang zwischen dem Kornmarkt hinüber zur Engelsburg bleibt im Erdgeschoss allerdings erhalten“, sagte Frau Franke. Im Dachgeschoss werde ähnlich verfahren wie bei den Häusern in der Rautenstraße: „Die Dach-Schrägen werden aufgerichtet, so entstehen für die obersten Wohnungen noch einmal Terrassen-Flächen.“ Die für das Postkarteck typischen Erker blieben erhalten, würden allerdings kantiger - und damit moderner - gestaltet. Teilweise würden auch die Fenster an der Front nach unten verlängert und bekämen eine Brüstung. Die Arbeiten dieses Bauabschnittes sollen bis zum bis November diesen Jahres abgeschlossen sein.

Bis Ende 2008 soll dann der letzte Bauabschnitt beendet sein: Die Sanierung der Häuser Engelsburg 6,8 und 10 sowie der Bau des unterirdischen Parkdecks auf dem Innenhof. „Bei diesen Wohnungen wird ähnlich verfahren wie bei jenen im 1. Bauabschnitt. Die Besonderheit hier ist ein Anbau an den Giebel des Gebäudes der Engelsburg 10, so dass nach vorn eine geschlossene Front mit der Fassade der Nachbarhäuser in der Kranichstraße entsteht. Damit gewinnen wir zugleich Raum für zusätzliche Wohnungen. Der benachbarte Durchgang von der Kranichstraße auf den Innenhof bleibt bestehen.“

Bei der Sanierung sämtlicher Wohnungen werde darauf geachtet, ausreichend altersgerechte Wohnungen anzubieten. Diese haben zum Beispiel breitere Türen und sind Dank der Installation von Fahrstühlen ohne Treppen erreichbar“, sagte die Geschäftsführerin.

2,5 Meter in die Tiefe geht es anschließend bei den Bauarbeiten für das unterirdische Parkdeck. Platz für 70 Autos solle in der Tiefgarage sein, die sich über die gesamte Größe des derzeitigen Innenhofes des Quartiers erstreckt. „Damit kommt Ordnung in die derzeit sehr komplizierte Parksituation in diesem Bereich“, sagte Frau Franke. Die Stellplätze seien vorrangig für die Mieter der benachbarten Häuser vorgesehen, und die Garage falle etwas kleiner aus als die SWG-Tiefgarage vor der Kreissparkasse. Nach dem Bau der Garage werde deren Oberfläche begrünt, es soll auch Platz für eine Spielgelegenheit für Kinder sein.

„Das gesamte Projekt ist technisch sowohl als auch architektonisch sehr anspruchsvoll. Da wir uns mitten in der Stadt befinden, haben wir bei der Sanierung eine große Verantwortung, da dieses Areal wesentlich das Stadtbild prägen wird“, so Frau Franke. Aufgrund der Lage der Wohnungen und deren Sanierung sei sie sicher, dass die Wohnungen gut nachgefragt werden.
Autor: nnz

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