Hoffen auf konjunkturelle Wende
Montag, 21. Januar 2002, 13:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Erfurter IHK hat jetzt die Ergebnisse ihre aktuelle Konjunkturumfrage vorgelegt. Da ist von Stagnation und Hoffen die Rede.
In Thüringen wird 2002 die gesamtwirtschaftliche Produktion stagnieren. Sinkende Auftragseingänge und mangelnde Kapazitätsauslastung belasten die Stimmung in der Wirtschaft. Der Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Situation sowie die Pläne und Erwartungen für die nächsten Monate beschreibt, ist weiter gesunken und markiert mit 117 Punkten einen neuen Tiefstand für die letzten zehn Jahre. Lediglich jeder 5. Unternehmer beurteilt seine derzeitige Geschäftslage mit gut. Dagegen wollen 34 Prozent weiteres Personal abbauen und Investitionen zurückstellen.
Dies ist das wenig erfreuliche Fazit der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Erfurt unter 1.055 Thüringer Betrieben. "Die Talfahrt der regionalen Wirtschaft setzt sich zunächst fort. Impulse aus der Binnenkonjunktur fehlen; der Export stagniert", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Frühestens im 2. Halbjahr 2002 sei vor dem Hintergrund günstigerer außenwirtschaftlicher Bedingungen mit einer konjunkturellen Wende zu rechnen. Grusser warnte aber zugleich vor übertriebenen Wachstumshoffnungen, da Thüringen mit einer Exportquote von 23 Prozent nicht so stark von den erwarteten Auftriebskräften profitieren könne, wie beispielsweise Westdeutschland mit durchschnittlich 37 Prozent.
"Die betrieblichen Investitionspläne - Barometer jedes Auf- und Abschwungs - sind in fast allen Branchen stark nach unten korrigiert worden", so Gerald Grusser. Viele Firmenchefs zeigten sich verunsichert. So würden 39 Prozent der Industrieunternehmen von zurückgegangenen Auftragseingängen berichten, 40 Prozent von verschlechterter Gewinnlage. Die schwache Nachfrage und rückläufige Kapazitätsauslastung habe die Expansionslust erheblich gedämpft. Vorrangiges Investitionsmotiv seien Rationalisierung und Ersatzbedarf. Dies wirke sich negativ auf den Arbeitsmarkt aus. Nach der erfreulichen Zunahme der Industriebeschäftigten in den letzten vier Jahren müsse auch dort 2002 zunächst mit einem Rückgang, günstigstenfalls mit Stagnation gerechnet werden. Jeder 3. Betrieb plane den Abbau von Arbeitsplätzen, nur jede 10. Firma Neueinstellungen.
"Die Bundesregierung muss endlich ihrer wirtschaftspolitischen Verantwortung gerecht werden", forderte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die weltweite Konjunkturflaute treffe Deutschland besonders hart und decke schonungslos den jahrelangen Reformstau und die Versäumnisse der Bundesregierung auf. Notwendig seien positive Signale in der Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen, von der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bis zu weiteren Entlastungen in der Steuer- und Abgabenpflicht.
Die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene vierte Stufe der Ökosteuerreform sowie die beschlossene Anhebung der Tabak- und Versicherungssteuer seien genau der falsche Schritt und verschafften keine Impulse für die Binnenkonjunktur. Im Gegenteil führe dies zu einem Anstieg der Verbraucherpreise und schmälere die real verfügbare Kaufkraft.
Autor: nnzIn Thüringen wird 2002 die gesamtwirtschaftliche Produktion stagnieren. Sinkende Auftragseingänge und mangelnde Kapazitätsauslastung belasten die Stimmung in der Wirtschaft. Der Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Situation sowie die Pläne und Erwartungen für die nächsten Monate beschreibt, ist weiter gesunken und markiert mit 117 Punkten einen neuen Tiefstand für die letzten zehn Jahre. Lediglich jeder 5. Unternehmer beurteilt seine derzeitige Geschäftslage mit gut. Dagegen wollen 34 Prozent weiteres Personal abbauen und Investitionen zurückstellen.
Dies ist das wenig erfreuliche Fazit der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Erfurt unter 1.055 Thüringer Betrieben. "Die Talfahrt der regionalen Wirtschaft setzt sich zunächst fort. Impulse aus der Binnenkonjunktur fehlen; der Export stagniert", erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Frühestens im 2. Halbjahr 2002 sei vor dem Hintergrund günstigerer außenwirtschaftlicher Bedingungen mit einer konjunkturellen Wende zu rechnen. Grusser warnte aber zugleich vor übertriebenen Wachstumshoffnungen, da Thüringen mit einer Exportquote von 23 Prozent nicht so stark von den erwarteten Auftriebskräften profitieren könne, wie beispielsweise Westdeutschland mit durchschnittlich 37 Prozent.
"Die betrieblichen Investitionspläne - Barometer jedes Auf- und Abschwungs - sind in fast allen Branchen stark nach unten korrigiert worden", so Gerald Grusser. Viele Firmenchefs zeigten sich verunsichert. So würden 39 Prozent der Industrieunternehmen von zurückgegangenen Auftragseingängen berichten, 40 Prozent von verschlechterter Gewinnlage. Die schwache Nachfrage und rückläufige Kapazitätsauslastung habe die Expansionslust erheblich gedämpft. Vorrangiges Investitionsmotiv seien Rationalisierung und Ersatzbedarf. Dies wirke sich negativ auf den Arbeitsmarkt aus. Nach der erfreulichen Zunahme der Industriebeschäftigten in den letzten vier Jahren müsse auch dort 2002 zunächst mit einem Rückgang, günstigstenfalls mit Stagnation gerechnet werden. Jeder 3. Betrieb plane den Abbau von Arbeitsplätzen, nur jede 10. Firma Neueinstellungen.
"Die Bundesregierung muss endlich ihrer wirtschaftspolitischen Verantwortung gerecht werden", forderte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die weltweite Konjunkturflaute treffe Deutschland besonders hart und decke schonungslos den jahrelangen Reformstau und die Versäumnisse der Bundesregierung auf. Notwendig seien positive Signale in der Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen, von der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes bis zu weiteren Entlastungen in der Steuer- und Abgabenpflicht.
Die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene vierte Stufe der Ökosteuerreform sowie die beschlossene Anhebung der Tabak- und Versicherungssteuer seien genau der falsche Schritt und verschafften keine Impulse für die Binnenkonjunktur. Im Gegenteil führe dies zu einem Anstieg der Verbraucherpreise und schmälere die real verfügbare Kaufkraft.
