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Neujahrsgrüße aus Sollstedt

Donnerstag, 28. Dezember 2006, 11:48 Uhr
Sollstedt (nnz). Das neue Jahr ist nicht mehr weit, Zeit für Rück- und Ausblicke. Eine Bilanz zieht schon heute Jürgen Hohberg, Bürgermeister von Sollstedt. Komplett nachzulesen in der nnz-Doku-Rerie.

Auf der Schwelle des Neuen Jahres stehend ist es mir wieder ein Bedürfnis, Ihnen allen, werte Mitbürgerinnen und Mitbürger, für das vor uns liegende Jahr 2007 persönlich alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit zu wünschen. Diese Wünsche darf ich auch im Namen des Ortsbürgermeisters von Wülfingerode, Herrn Liebetrau, sowie des Bürgermeisters der Gemeinde Rehungen, Herrn Schacht, weitergeben.

Jeder von Ihnen wird wohl am letzten Tag des Jahres 2006 seine persönliche Bilanz der letzten 12 Monate ziehen. Die individuellen Lebensumstände bedingen, dass es von einigen als ein überwiegend gutes Jahr angesehen werden kann, für andere gab es Rückschläge und Enttäuschungen. Erstmals seit Mitte der 90er Jahre gab es eine leichte Erholung auf dem Arbeitsmarkt, so dass dieser oder jener sich über einen neuen Job freuen konnte, aber mit in unserem Landkreis noch immer fast 8.000 von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosen und darüber hinaus noch etwa 6.000 Langzeitarbeitslosen, die Arbeitslosengeld II beziehen, kann beim besten Willen keine Entwarnung gegeben werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe ich meine Bereitschaft erklärt, sowohl als Vorsitzender des Beirats der ARGE als auch als Mitglied des Verwaltungsausschusses der Arbeitsagentur alles in meinen Kräften stehende dafür zu tun, dass neue Arbeitsplätze entstehen und bestehende erhalten werden. Sehr wichtig ist mir auch mit darüber zu wachen, dass die Angebote und Dienstleistungen für die Arbeitslosen stetig verbessert und die ihnen zustehenden Leistungen korrekt und pünktlich
ermittelt und ausgezahlt werden. Bei der noch immer nach meiner Ansicht viel zu hohen Zahl von Beschwerden, die sowohl mir gegenüber als auch öffentlich geäußert werden, sehe ich hier ein wichtiges Betätigungsfeld.

Mit gemischten Gefühlen blicke ich als Bürgermeister von Sollstedt auf das Jahr 2006 zurück:

- Sehr positiv und zielführend für unsere Gemeinde hat sich die Arbeit im und mit dem Gemeinderat Sollstedt und seinen Ausschüssen entwickelt, nachdem im Ergebnis der Wahlen 2004 die Stimmen breiter gestreut sind. Quer durch die Fraktionen wird nach Lösungswegen gesucht, die Entwicklung unserer Gemeinde weiter voranzutreiben. Als ein herausragendes Beispiel sei hier stellvertretend die konstruktive Zusammenarbeit beim Kampf um den weiteren Erhalt der Sollstedter Schwimmhalle genannt. Nur dadurch war es möglich, das scheinbar im Sommer von Seiten des Landratsamtes schon besiegelte Aus abzuwenden. Bis zum Sommer 2007 konnte der Badebetrieb finanziell abgesichert werden, für die Zeit nach dem 01.07.2007 wird
nunmehr intensiv nach Lösungswegen gesucht werden müssen. Dabei sind nicht nur unser Gemeinderat, sondern neben dem Nordhäuser Kreistag auch die Ratsmitglieder der übrigen Gemeinden der Region gefordert.

- Einerseits ist es uns wieder einmal gelungen, die Infrastruktur weiter auszubauen und die Wohnbedingungen entscheidend zu verbessern. Vor allem in der Ernst-Thälmann-Straße und der Karl-Liebknecht-Straße ist dies für jeden deutlich sichtbar geworden. Die Sollstedter Wohnungsbau GmbH und die Wohnungsgenossenschaft haben auf
ihren Grundstücken mitgezogen und durch das Anlegen von Gehwegen nicht nur optisch, sondern auch im Bezug auf Verkehrssicherheit eine Aufwertung vorgenommen, dafür sei im Namen aller Bewohner und Gäste gedankt.

- Noch in den letzten Wochen des Jahres haben wir im Rahmen des Förderprogramms „Ländlicher Wegebau“ den Feldweg von der Gutswiese bis zur Thomas-Müntzer-Siedlung instand setzen können, was sowohl den dortigen Anliegern der Erholungsgrundstücke als auch den Sollstedter Schützen, der Landwirtschaft und allen wanderfreudigen Bürgern zu Gute kommt.

- Auch im Jahr 2007 wird die Gemeinde Sollstedt noch weiter in der Lage sein, neben einigen wichtigen Baumaßnahmen und der Weiterentwicklung unserer Feuerwehren als Pflichtaufgaben auch freiwillige Leistungen zu finanzieren. So soll z.B. eine größere Investition auf dem Sportplatz im Friedetal auf den Weg gebracht werden, um die Bedingungen für den VfB zu verbessern, der sich neben den Freizeitangeboten im
Männerbereich erheblich mit der Nachwuchsförderung beschäftigt und zahlreiche
Angebote für Kinder und Jugendliche bereithält. Auch die kulturellen und sozialen Angebote des Fördervereins „Soziales Zentrum“, des Vereins "Jugend und Freizeit“ Wülfingerode e.V., des Heimat- oder Carnevalsvereins usw. können nach wie vor
finanziell unterstützt werden. Eine geordnete und sparsame Haushaltsführung der vergangenen 16 Jahre zahlt sich eben aus, frei nach dem Motto: „Spare in der Zeit,dann hast du in der Not!“

- Für das kommende Jahr wurde als eine der größten Baumaßnahmen die grundhafte Sanierung der Zufahrten zu den Garagen an der Feuerwehrstraße in den Haushaltsplan aufgenommen (Garagenhöfe 1-4 und 6-9). Damit soll die Erreichbarkeit der Eigentumsgaragen erheblich verbessert werden. Entgegen anderslautender Gerüchte werden die bestehenden Nutzungsverträge in ihrem Bestand davon in keiner Weise berührt, dafür stehen wir den Eigentümern im Wort.

- Mit großer Sorge haben wir aber verfolgen müssen, dass sich im Jahr 2006 insgesamt drei Händler aus unserem Zentrum, dem Sollstedter Markt, zurückgezogen haben. Vor allem die Schließung des „tegut“-Marktes Ende Oktober trifft sowohl die ehemals Beschäftigten als auch vor allem unsere älteren Bürgerinnen und Bürger hart. Trotz aller intensiven Bemühungen seitens der Gemeindeverwaltung, der Eigentümer sowie der Kreissparkassen Nordhausen als Hauptgläubigerin ist es bisher nicht gelungen, einen adäquaten Nachmieter für das Objekt zu interessieren – aber wir geben nicht auf!

- Ebenso mit Sorge betrachten wir die Finanzsituation der Gemeinde Rehungen. Von
den Kosten für die in den vergangenen drei Jahren durchgeführten Baumaßnahmen erholt sich der Gemeindehaushalt nur sehr langsam, so dass die Gemeinde in Größenordnungen auf einen Kassenkredit (im privaten Sektor vergleichbar mit einem Dispo-Kredit) angewiesen ist, der natürlich wiederum kostet, nämlich Zinsen. Erschwerend wirkt sich dabei aus, dass zahlreiche Grundstückseigentümer auf Grund eigener finanzieller Notlage nicht oder nur in kleineren Raten in der Lage sind, die erhobenen Anliegerbeiträge zu zahlen. Der Gemeinderat Rehungen wird daher in
naher Zukunft um teilweise auch schmerzhafte Einschnitte nicht umhinkommen. Meiner Unterstützung kann sich der Gemeinderat Rehungen auch weiter sicher sein.

Ein Thema, das uns seit vielen Jahren umtreibt und das uns noch mindestens drei Jahre lang
Kopfzerbrechen bereiten wird, ist der Lückenschluss der Autobahn BAB 38 zwischen Bleicherode und Breitenworbis. Mit großer Erleichterung konnten wir im April 2006 zur Kenntnis nehmen, dass mit Ausfertigung des Planfeststellungsbeschlusses die rechtlichen Voraussetzungen zum Baubeginn vorlagen. Nachdem einige Vorarbeiten zur Baufreimachung bereits abgeschlossen oder planmäßig noch am Laufen sind hoffen wir mit Zuversicht, dass wie geplant im Mai/Juni 2007 mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen wird und diese hoffentlich ohne Zwischenfälle 2009 zum erfolgreichen Abschluss gebracht werden.
Alles in allem bin ich der Meinung, dass sich unsere Gemeinde durchaus sehen lassen kann und wir alle mit Stolz auf das Erreichte blicken können. Als unverbesserlicher Optimist behaupte ich: „Das Glas ist halb voll.“ Diese positive Ansicht auf den Kopf und das Negative herauszustellen, sollte nur den Narren (aber ausschließlich denen im Karneval) vorbehalten bleiben!

In diesem Sinne wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern von Sollstedt und Rehungen nochmals ein erfolgreiches Jahr 2007. Mögen sich alle Ziele, die wir uns gemeinsam setzen, auch verwirklichen lassen.

Mit herzlichem „Glück auf“
Ihr Bürgermeister
Jürgen Hohberg

Autor: nnz

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