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Wieder mehr Krankschreibungen

Sonntag, 24. Dezember 2006, 07:13 Uhr
Nordhausen (nnz). 2006 konnten wieder mehr Deutsche nicht zur Arbeit, weil sie krank waren. Über Ausmaß und Gründe informiert nnz.


Dem „Krankenkassen-Ratgeber“ ist zu entnehmen, dass die Krankentage der beschäftigten BKK Versicherten in den ersten zehn Monaten des Jahres 2006 leicht gestiegen sind. Laut Erhebungen des BKK Bundesverbandes fehlten die Beschäftigten von Januar bis Oktober durchschnittlich 10,6 Kalendertage. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 10,3 Tage . 2004 waren sie allerdings noch 10,7 Tage in 10 Monaten krank gewesen.

Die Gesamtdaten des Jahres 2005 weisen einen extrem niedrigen Krankenstand von 3,5 Prozent aus (2004: 3,6 Prozent). Die Beschäftigten waren damit gegenüber dem Vorjahr rund einen halben Tag weniger krank. 2005 wurden die niedrigsten krankheitsbedingten Fehlzeiten seit Beginn der BKK Statistik 1976 erreicht. Seit der ersten gesamtdeutschen Datenerhebung 1991 (25 Tage) sind die Krankentage um die Hälfte zurückgegangen.

Seit Erscheinen des ersten BKK Gesundheitsreports hat sich mit der veränderten Arbeitswelt auch das Erkrankungsgeschehen geändert. Vor 30 Jahren überwogen noch Krankheitsbilder, die auf schwere körperliche Arbeit zurückzuführen waren. Solche Erkrankungen haben heute eine wesentlich geringere Bedeutung. Dagegen nahmen die psychischen Störungen stark zu – ihr Anteil an den Krankheitstagen hat sich seit Mitte der siebziger Jahre nahezu verfünffacht.

Beim Vergleich der Branchen fällt auf, dass der Anteil psychischer Erkrankungen bei Dienstleistungsberufen höher ist als in gewerblichen Bereichen. Besonders betroffen sind beispielsweise sozial- und krankenpflegerische Berufe, Telefonist(inn)en und hauswirtschaftliche Betreuer(innen). Der Verlust des Arbeitsplatzes wirkt offenbar ebenfalls als Krankheitsauslöser: Im Vergleich zu Arbeitnehmern sind Arbeitslose laut BKK wegen psychischer Probleme 3,6-mal so lange krank.

Die BKK-Erhebung basiert auf Daten der knapp sieben Millionen Beschäftigten und Arbeitslosen, die bei den Betriebskrankenkassen versichert sind.

Der BKK Bundesverband erfasst und analysiert die gesundheitlichen Befunde jedes vierten Beschäftigten in Deutschland in anonymisierter Form. Im Jahr 2005 waren dies 6,69 Millionen Sozialversicherungspflichtige. Damit bietet diese Analyse ein repräsentatives Bild des Krankheitsgeschehens der Erwerbsbevölkerung.
Autor: js

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