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Leben für die „Viecher“

Samstag, 23. Dezember 2006, 11:10 Uhr
Nordhausen/Herreden (nnz). Diana Forst mag Tiere. Vor allem Pferde. Seit sie denken kann. Kaum das sie laufen konnte, wollte sie schon auf einem Pony reiten. Als Schulmädchen schwärmte sie davon, später einmal viele Tiere um sich zu haben. Diana hat sich ihren Traum erfüllt. Kurt Frank ist dem für die nnz nachgegangen.

Diana Forst mit Rulka, einem Harzer-Rotvieh-Kalb (Foto: Foto: M. Garke) Diana Forst mit Rulka, einem Harzer-Rotvieh-Kalb (Foto: Foto: M. Garke)


Ihre Augen leuchten, wenn sie von all ihren Lieblingen spricht: Dem Harzer Rotvieh, den Ponys, Thüringer Kaltblutpferden, der edlen Rasse Lewitzschecken, den Sattelschweinen, den Harzer- und Thüringer Waldziegen, dem Esel, den Rhönschafen, Hühnern und Tauben.

Die Erfolgsgeschichte nahm 1992 ihren Anfang. Familie Forst beantragte das 23 Hektar große Gelände der ehemaligen sowjetischen Garnison auf dem Bergrücken zwischen Herreden und Hochstedt. Erst Jahre später gab die Behörde grünes Licht. Diana, kaufmännische Angestellte, drückte zwischenzeitlich die Schulbank. Als frischgebackene Tier- und Agrarwirtin dachte sie zunächst an ein Pferdezentrum. Doch der Papa riet der Tochter zu einem zweiten Standbein. Und hatte es auch schon parat. In Gestalt von Adele und Adelheid.

Die hatte der Hausherr von einer Dienstreise aus dem Rotharrgebirge von einem Züchter erworben. Der war von den Vorteilen des Roten Höhenviehs gegenüber dem Niederrind überzeugt. Wilfried Forst nach einer halben Stunde auch. Dann kam der Harzbube. Ein besonders stattliches männliches Tier aus der Herdbuchzucht. Harzbube erlag total dem weiblichen Geschlecht und erfüllte seine Pflichten gewissenhaft. Die Familie der Vierbeiner wuchs zusehends. Tiere wurden zugekauft, andere verkauft.

Beherzt stellte sich Diana Forst auf die eigenen Beine. Sie wählte den Weg in die Selbständigkeit. Als Züchterin. Das war 1998. Der Beruf bestimmt fortan ihr Leben. Sie füllt ihn aus. Mit Leidenschaft. Ein Acht-Stunden-Arbeitstag ist ihr fremd. Unermüdlich regiert sie in ihrem Reich. Mit Energie und Umsicht. Auch mit Mistgabel und Karren. ?Für diesen Beruf brauchst du nicht nur zupackende Hände und Köpfchen, sondern auch hier??. Sie tippt mit dem Finger in die Herzgegend.

100 Stück Harzer Rotvieh zählt die Herde heute. Dianas Beitrag zur Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Art. Die Tiere überwintern im Objekt Herreden. Ansonsten grasen die Rothaarigen auf den Almwiesen bei Rothesütte. Drei Angestellte stehen der engagierten Frau zur Seite: Wilfried Kürbis, Michael Böttcher und Dietmar Keilholz. Die Devise der 35-Jährigen: Erhalt durch Nutzung. Geschlachtet werden monatlich zwei bis drei Tiere. Zumeist Jungbullen. Dianas zahlreiche Stammkundschaft aus nah und fern schätzt die Qualität des Fleisches. Die Tierwirtin kennt die Vorlieben ihrer Abnehmer und hält dann schon die entsprechenden Abpackungen parat.

Diana Forst sprüht vor Ideen. Abgerissen werden sollen die Kaserne der ehemaligen sowjetischen Garnison und der Wohnblock der Offiziere. Die Tribüne für den Turnierplatz soll dort entstehen. Gedacht ist daran, das Reit- und Fahrsportzentrum von Krimderode nach Herreden zu verlagern. Komplettiert werden soll das ?Heuhotel?. Alles ist noch ein Traum. Ein Luftschloss auf Wolke sieben. Diana will es herunter holen. Das braucht Zeit. Und Geld.

Die junge Frau möchte vor allem Kindern Natur und Tierwelt nahe bringen. Im Streichelzoo können die Mädchen und Jungen Schafe, Ziegen, Esel und Schweine kennen lernen. Ein Erlebnis sind Kremserfahrten mit Kaltblutpferden. Und das Herumtollen auf dem Heuboden.
Kurt Frank
Autor: nnz

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