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Meine Meinung:

Heimat Shoppen - Trauerspiel mit Ausnahme

Sonntag, 07. September 2025, 16:00 Uhr
Ach, was hätte das für ein Event-Samstag in Nordhausen werden können? Die Frage lässt sich leicht beantworten. Der Samstag wurde ein Event, das andere Akteure, aber nicht die Shopping-Profis verantworteten…

Der Höhepunkt des Heimat Shoppens war ohne Zweifel der Heimat Markt (Foto: nnz) Der Höhepunkt des Heimat Shoppens war ohne Zweifel der Heimat Markt (Foto: nnz)
Eigentlich sollten die Menschen gestern zu Tausenden oder Zehntausenden nach Nordhausen strömen. In der Heimat shoppen, nicht mal nach Erfurt, Bad Lauterberg oder Bad Sachsa fahren oder auf Amazon rumsurven. Sondern in der Rolandstadt mal so richtig Geld ausgeben.

Sie, die Menschen, machten es einfach nicht, obwohl der 6. September strategisch gut gewählt war: Der Jahrmarkt startete, die EVN feierte, der KILA verschenkte zum Schluss Bücher. Mehr flankierende Aktionen gingen nicht. Selbst Petrus machte mit. Und der Handel?

Gewiss - einige Geschäfte hatten, etwas länger als an Samstagen üblich, geöffnet. Doch in der besten Einkaufszeit waren die Avenues der Rolandstadt wie leergefegt. Wir sind die Shoppingmeile vom Bahnhof bis zum Kreisel an der Marktpassage abgefahren. Das, was zu sehen war, ist schlicht und ergreifend bitter. Es ist Ausdruck dessen, was hinter vorgehaltener Hand vielen Menschen klar ist: Nordhausen hat in punkto Erlebnis-Shoppen nichts zu bieten. Sieht man sich die Stadtstruktur genauer an, dann wird das klar. Zwei Zentren bringen nicht genügend Menschen zum Shoppen, dazwischen eher Tristesse, von Touristen keine Spur.

Heimat Shoppen in Nordhausen
Eben typisch Nordhausen. So gut die “Füllung” der einstigen Lücken am Bahnhof und am Pferdemarkt auch als Wunsch gewesen sein mag, von den Versprechungen der einstigen Oberbürgermeisterin nach einem Handelsaufschwung, so wenig konnten sie eingehalten werden. Beispiel Markt-Passage: Barbara Rinke war es, die diesen Koloss einst als Tor zur Altstadt pries. Kritiker, zu denen bereits vor 15 Jahren auch der Autor dieser Zeilen gehörte, sahen das zweite Einkaufsparadies eher als Mauer zur Altstadt. Überlebenswillen gab es lediglich bei einigen Gaststätten. Bis auf einen Juwelier Fehlanzeige. Der zweite Edelsteinexperte zog in den Schatten der Passage.

Wir waren die Strecke Bahnhof - Kornmarkt eine Woche zuvor (ein sonniger Sonnstag) abgefahren und wollten die Spaziergänger dokumentieren. Es waren 22, die da flanierten oder einfach von A nach B wollten. Als Ergebnis lässt sich feststellen, dass es solcher Aktionen wie das Heimat Shoppen nicht mehr bedarf.

Am letzten Augusttag, ein Tag zum Spazieren und Genießen...
Zum Finale dieses Kurzberichtes: Es gab auch an diesem Samstag eine rühmliche Ausnahme vom eigentlichen unrühmlichen Geschehen (zum Beispiel auf dem Heimatmarkt zwischen den Rathäusern). Und das war das, was der Jazzclub federführend auf der kurzen Meile anbot. Die Bilder in der nnz wollen das verdeutlichen. Hier wurde ehrenamtlich eine breite Palette angeboten, es war einfach toll zu erleben, wie Menschen zusammenkommen, guter Musik lauschen, sich austauschen und den zu Ende gehenden Sommer genießen.
Einen Tipp hätte ich zum Schluss noch in Richtung der Stadtverantwortlichen. Lassen sie die Jazzer einfach den Kulturteil der 1100-Jahr-Feier vorbereiten. Ich bin mir sicher, die können es besser als irgendeine Agentur von weither. Weil sie Herzblut und eine emotionale Verbindung zu dieser Stadt haben. Ganz einfach.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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