Projekt soll forciert werden
Freitag, 22. Dezember 2006, 15:01 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit März diesen Jahres gibt es im Landratsamt Nordhausen einen Projektkoordinator für Kommunales Nachhaltigkeits-Management. Es ist eine ABM-Stelle, befristet für drei Jahre. Der Akteur heißt Bernhard Dietrich. Für seine Aufgaben konnte er inzwischen zahlreiche engagierte Bürger gewinnen. Weitere Einzelheiten mit dem bekannten Klick.
Bernhard Dietrich ist gerade von einer Dienstreise zurückgekehrt. Er war in Lahti (Finnland) und ist hauptsächlich durch den Wintersport bekannt geworden. In diesem Spätherbst präsentierte sich die etwa 100 000 Einwohner zählende Stadt erstmals als guter Gastgeber eines Internationalen Workshops zur Nachhaltigkeit. 54 Akteure aus 10 europäischen Ländern waren vor Ort. "Die Bundesrepublik Deutschland war mit vier Leuten vertreten, zwei aus Tübingen, einer aus Berlin-Lichtenberg und ich als alleiniger Vertreter eines deutschen Landkreises", resümiert Bernhard Dietrich. Und führt als Gründe für die geringe Teilnehmerzahl den großen Geldmangel bei den Kommunen an. "Meine Reise wurde zu großen Teilen aus Mitteln von ICLEI (Internationaler Rat für kommunale Umweltinitiativen) und EU-Geldern finanziert", klärt Dietrich auf.
Immerhin hat der Projektkoordinator eine ganze Menge an wertvollen Informationen und Anregungen mit in den Südharz nehmen können. Auf Grundsatzreferate wurde in Lahti verzichtet. Dafür konnten die Akteure entsprechend der Interessenlage an operativ organisierten Fachworkshops teilnehmen. Der Vertreter des Landkreises Nordhausen entschied sich für eine Mitarbeit in der von den Vertretern der Stadt Tübingen moderierten Arbeitsgruppe "Flächenutzung und -recycling". "Schließlich stehen Städte wie auch Landkreise in Europa in sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht vor enormen Herausforderungen. Mehr denn je sind daher Konzepte für eine Regionalentwicklung gefragt, die die Anforderungen auf Nachhaltigkeit erfüllen sowie Stärken, Schwächen und Besonderheiten von Regionen nicht außer acht lassen", begründet Bernhard Dietrich seine Mitarbeit in diesem Workshop.
Der demografische Wandel in Deutschland hat nämlich zur Folge, dass in absehbarer Zeit mehr Fläche zur Verfügung steht, da die Bevölkerung stark zurückgeht und Bereiche ehemaliger Wohnsiedlungen aber auch Industriebrachen der Natur zurück gegeben werden können. Auch im Landkreis Nordhausen sind erste Anzeichen dafür schon sichtbar. Für diese zu erwartende Entwicklung muss die Bevölkerung sensibilisiert werden. Auch die Kommunalpolitiker dürfen sich dieser Entwicklung nicht verschließen und müssen zu rechtzeitigen und angemessenen Entscheidungen finden. Aber allein können sie derart weitreichende Entscheidungen nicht treffen. Dazu braucht es engagierte Bürger und entscheidungsfreudige Gremien.
In Folge der Auswertung seiner Reise hat sich Bernhard Dietrich die Frage gestellt, wie der Südharzkreis den vor einigen Jahren begonnenen Agenda 21 - Prozess fortschreiben kann und welche weiteren Schritte nun zu gehen sind. Erste Antworten gibt es bereits. So haben sich im Sommer unter der Leitung von Bernhard Dietrich Frauen und Männer zusammengefunden und eine "Projektgruppe" gegründet. Das Gremium setzt sich aus Mitgliedern des Kreistages, der Umweltakademie Nordthüringen (UAN) und zwei Mitarbeitern des Fachgebietes Abfallwirtschaft zusammen. Ende November traf sich die Projektgruppe zu ihrer zweiten Beratung. Neben der Auswertung der Lahti-Reise waren zwei Studenten der Fachhochschule Nordhausen zu Gast und stellten ihren "Indikatorenplan für eine nachhaltige Entwicklung im Landkreis Nordhausen" vor. In akribischer Arbeit ermittelten sie einen Ist-Zustand unterschiedlicher Umweltindikatoren im Landkreis, in dessen Folge durch den Kreistag Nordhausen ein weiterer Naturhaushaltsplan auf den Weg gebracht werden könnte. Die beiden Studenten Philipp Siegmann aus Neckarsulm und Stefan Bauer aus Bad Salzungen (Studium Regenerative Energietechnik an der FH Nordhausen) machen durch ihr Projekt deutlich, dass die Ankündigung von Landrat Joachim Claus, mit der Fachhochschule in Sachen Nachhaltigkeitsmanagement verstärkt kooperieren zu wollen, inzwischen zur Realität geworden ist.
Bernhard Dietrich bereitet indes neue Schritte vor. So ist für Mai 2007 die Konstituierung eines Projektbeirates zur Umsetzung eines Kommunalen Naturhaushaltsmanagements vorgesehen. Ihre Mitarbeit zugesagt haben Landrat Joachim Claus, Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan von der Stadtverwaltung Nordhausen, Prof. Dr. Viktor Wesselak von der FH Nordhausen, Dr. Klaus Wazlawik vom Haus der Nachhaltigkeit Berlin, NUV-Vorsitzender Hans-Joachim Junker, ICLEI - Direktor für Nachhaltigkeits-management Holger Robrecht, Thomas Koch vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt und Kreistags-Mitglied Gisela Hartmann. Inzwischen haben auch Dompfarrer Richard Hentrich und der evangelische Pfarrer Jochen Lenz vom Kirchenkreis Südharz ihre Mitarbeit im Beirat angekündigt.
Ein Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement ist ein Instrument, mit dessen Hilfe Kommunen und Landkreise zukunftsbeständige Entscheidungen treffen. Diese müssen eine Gleichwertigkeit im ökonomischen, ökologischen und sozialem Bereich ausweisen. Voraussetzung für das Erreichen der Zielstellung ist zudem eine breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichsten Schichten und mit unterschiedlichem fachlichen Wissen und Erfahrungen.
Autor: nnzBernhard Dietrich ist gerade von einer Dienstreise zurückgekehrt. Er war in Lahti (Finnland) und ist hauptsächlich durch den Wintersport bekannt geworden. In diesem Spätherbst präsentierte sich die etwa 100 000 Einwohner zählende Stadt erstmals als guter Gastgeber eines Internationalen Workshops zur Nachhaltigkeit. 54 Akteure aus 10 europäischen Ländern waren vor Ort. "Die Bundesrepublik Deutschland war mit vier Leuten vertreten, zwei aus Tübingen, einer aus Berlin-Lichtenberg und ich als alleiniger Vertreter eines deutschen Landkreises", resümiert Bernhard Dietrich. Und führt als Gründe für die geringe Teilnehmerzahl den großen Geldmangel bei den Kommunen an. "Meine Reise wurde zu großen Teilen aus Mitteln von ICLEI (Internationaler Rat für kommunale Umweltinitiativen) und EU-Geldern finanziert", klärt Dietrich auf.
Immerhin hat der Projektkoordinator eine ganze Menge an wertvollen Informationen und Anregungen mit in den Südharz nehmen können. Auf Grundsatzreferate wurde in Lahti verzichtet. Dafür konnten die Akteure entsprechend der Interessenlage an operativ organisierten Fachworkshops teilnehmen. Der Vertreter des Landkreises Nordhausen entschied sich für eine Mitarbeit in der von den Vertretern der Stadt Tübingen moderierten Arbeitsgruppe "Flächenutzung und -recycling". "Schließlich stehen Städte wie auch Landkreise in Europa in sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht vor enormen Herausforderungen. Mehr denn je sind daher Konzepte für eine Regionalentwicklung gefragt, die die Anforderungen auf Nachhaltigkeit erfüllen sowie Stärken, Schwächen und Besonderheiten von Regionen nicht außer acht lassen", begründet Bernhard Dietrich seine Mitarbeit in diesem Workshop.
Der demografische Wandel in Deutschland hat nämlich zur Folge, dass in absehbarer Zeit mehr Fläche zur Verfügung steht, da die Bevölkerung stark zurückgeht und Bereiche ehemaliger Wohnsiedlungen aber auch Industriebrachen der Natur zurück gegeben werden können. Auch im Landkreis Nordhausen sind erste Anzeichen dafür schon sichtbar. Für diese zu erwartende Entwicklung muss die Bevölkerung sensibilisiert werden. Auch die Kommunalpolitiker dürfen sich dieser Entwicklung nicht verschließen und müssen zu rechtzeitigen und angemessenen Entscheidungen finden. Aber allein können sie derart weitreichende Entscheidungen nicht treffen. Dazu braucht es engagierte Bürger und entscheidungsfreudige Gremien.
In Folge der Auswertung seiner Reise hat sich Bernhard Dietrich die Frage gestellt, wie der Südharzkreis den vor einigen Jahren begonnenen Agenda 21 - Prozess fortschreiben kann und welche weiteren Schritte nun zu gehen sind. Erste Antworten gibt es bereits. So haben sich im Sommer unter der Leitung von Bernhard Dietrich Frauen und Männer zusammengefunden und eine "Projektgruppe" gegründet. Das Gremium setzt sich aus Mitgliedern des Kreistages, der Umweltakademie Nordthüringen (UAN) und zwei Mitarbeitern des Fachgebietes Abfallwirtschaft zusammen. Ende November traf sich die Projektgruppe zu ihrer zweiten Beratung. Neben der Auswertung der Lahti-Reise waren zwei Studenten der Fachhochschule Nordhausen zu Gast und stellten ihren "Indikatorenplan für eine nachhaltige Entwicklung im Landkreis Nordhausen" vor. In akribischer Arbeit ermittelten sie einen Ist-Zustand unterschiedlicher Umweltindikatoren im Landkreis, in dessen Folge durch den Kreistag Nordhausen ein weiterer Naturhaushaltsplan auf den Weg gebracht werden könnte. Die beiden Studenten Philipp Siegmann aus Neckarsulm und Stefan Bauer aus Bad Salzungen (Studium Regenerative Energietechnik an der FH Nordhausen) machen durch ihr Projekt deutlich, dass die Ankündigung von Landrat Joachim Claus, mit der Fachhochschule in Sachen Nachhaltigkeitsmanagement verstärkt kooperieren zu wollen, inzwischen zur Realität geworden ist.
Bernhard Dietrich bereitet indes neue Schritte vor. So ist für Mai 2007 die Konstituierung eines Projektbeirates zur Umsetzung eines Kommunalen Naturhaushaltsmanagements vorgesehen. Ihre Mitarbeit zugesagt haben Landrat Joachim Claus, Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan von der Stadtverwaltung Nordhausen, Prof. Dr. Viktor Wesselak von der FH Nordhausen, Dr. Klaus Wazlawik vom Haus der Nachhaltigkeit Berlin, NUV-Vorsitzender Hans-Joachim Junker, ICLEI - Direktor für Nachhaltigkeits-management Holger Robrecht, Thomas Koch vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt und Kreistags-Mitglied Gisela Hartmann. Inzwischen haben auch Dompfarrer Richard Hentrich und der evangelische Pfarrer Jochen Lenz vom Kirchenkreis Südharz ihre Mitarbeit im Beirat angekündigt.
Ein Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement ist ein Instrument, mit dessen Hilfe Kommunen und Landkreise zukunftsbeständige Entscheidungen treffen. Diese müssen eine Gleichwertigkeit im ökonomischen, ökologischen und sozialem Bereich ausweisen. Voraussetzung für das Erreichen der Zielstellung ist zudem eine breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichsten Schichten und mit unterschiedlichem fachlichen Wissen und Erfahrungen.

