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Elternaufklärung übers Internet nötig

Dienstag, 19. Dezember 2006, 07:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Für den Schutz von Kindern im Internet muss nach Einschätzung von Experten auch Aufklärungsarbeit bei den Eltern geleistet werden.


Obwohl es Schutzmöglichkeiten wie Filterprogramme gibt, würden diese viel zu wenig genutzt, berichtet der Sicherheitsrat am Montag auf dem IT-Gipfel in Potsdam, zu dem Bundeskanzlerin Merkel eingeladen hatte. Für einen besseren Schutz der Kinder etwa vor pornografischen oder Gewalt verherrlichenden Inhalten sei deshalb auch die Verbesserung der Medienkompetenz der Eltern erforderlich.

Das Internet sei längst nicht mehr nur ein Medium für Erwachsene, heißt es in dem veröffentlichten Bericht des unabhängigen Gremiums. Mehr als die Hälfte aller Kinder in Deutschland zwischen sechs und 13 Jahren hätten Erfahrungen mit dem Internet, zwei Drittel davon seien sogar einmal pro Woche oder öfter im Netz. Lediglich ein Viertel der Jugendlichen gäben aber an, dass bei ihnen zu Hause Filterprogramme installiert seien. Dabei sei etwa ein Drittel der 12- bis 19-jährigen Internetnutzer bereits in Kontakt mit pornografischen, rechtsextremistischen oder Gewalt verherrlichenden Inhalten gekommen.

Nach Einschätzung des AOL-Sicherheitsrates unter Vorsitz des Hamburger Medienrechtlers Wolfgang Schulz (Hans-Bredow-Institut) können sich auch die Internet-Nutzer am Kampf gegen jugendgefährdende, rechtsextremistische und gewaltverherrlichende Internet-Inhalte beteiligen. Die Online-Zugangsanbieter (Provider) sollten mehr "Meldefunktionen" anbieten. Über entsprechende Eingabemasken oder Foren auf den Internetseiten des jeweiligen Providers könnten die Nutzer dann Verdächtiges unmittelbar melden.

Der Provider AOL hatte den Sicherheitsrat, ein Gremium unabhängiger Experten, 2005 ins Leben gerufen. Ihm gehören Abgeordnete verschiedener Parteien sowie hochrangige Vertreter aus Wissenschaft, Kultur und Medien an. Der Sicherheitsrat will Strategien entwickeln, um die Sicherheit im weltweiten Datennetz zu verbessern. Nach den Worten von AOL-Geschäftsführer Charles Fränkl will AOL damit eine "Leuchtturmfunktion" für die Branche in Sachen Internetsicherheit übernehmen

Kinder gelangten durch populäre Video-Seiten sowie Bilder- und Videosuche über Suchmaschinen immer leichter an gefährdende Inhalte. Dies könne sich ändern, wenn Suchmaschinenbetreiber ihren Nutzern Meldefunktionen für auffällige Inhalte zur Verfügung stellten, rieten die Experten. Wenn Suchmaschinenbetreiber zudem entsprechende Schnittstellen offen legen würden, könnten möglicherweise auch Filterprogramme künftig entsprechende Daten besser analysieren.
Autor: js

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