Neueröffnung mit modernem Konzept
Selbstständigkeit und Gemeinschaft unter einem Dach
Montag, 25. August 2025, 12:39 Uhr
Nach umfangreichen Umbauarbeiten hat die Nordhäuser Diakonie das traditionelle Hermann-Arnold Heim vergangene Woche feierlich wiedereröffnet. Das alte Haus wurde nicht nur modernisiert, sondern auch mit einem völlig neuen Pflege- und Wohnkonzept versehen...
Alles Neu im alten Haus: die Diakonie Nordhausen hat das alte Arnold-Heim auf Vordermann gebracht und startet mit neuen Wohn- und Pflegekonzepten (Foto: agl)
Statt einer klassischen stationären Altenpflege setzt die Idee nun auf ambulant betreute Wohngruppen und auf selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft. Es gibt drei verschiedene Wohn- und Betreuungsformen, die unterschiedliche Grade an Selbständigkeit und individueller Unterstützung bieten und den Bewohnern einen gemeinschaftlichen Alltag ermöglichen sollen.
Das Heim wurde bereits im Oktober 1913 eröffnet- finanziert durch die Stiftung von Hermann Arnold, Sohn einer Nordhäuser Brennereifamilie. Sein Testament bestimmte, dass ein Teil seines Vermögens dauerhaft für den Bau und die Organisation eines Hauses benutzt werden sollte, das Menschen in Not ein Zuhause gibt.
Zunächst war es vor allem ein Zufluchtsort für Frauen, die aufgrund von unehelich geborenen Kindern von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Später entwickelte es sich zu einem Alten- und Pflegeheim. Über die Jahrzehnte wechselten zwar die Träger, doch das Haus behielte sein ursprünglichen Stiftungsgedanken: Menschen zu helfen, die Unterstützung brauchen.
Nach all den langen Jahren hatte auch das alte Haus eine Sanierung bitter nötig und das hieß: alle müssen raus, Ende 2023 verließen die letzten Bewohner bis auf weiteres das Heim und wurden in anderen Pflegeeinrichtungen der Umgebung untergebracht. Anderthalb Jahre und rund 5,4 Millionen Euro später konnte man vergangenen Donnerstag das "Pre Opening" feiern, der Blick ins neue Haus in kleiner Runde. Die große Eröffnung folgte am Freitag.
Michael Görk, Geschäftsführer der Diakonie Nordhausen, fand ein besonders symbolisches Bild: Er verglich das Haus mit einer Sonnenblume, die dem Licht entgegenwächst und die Gutes weitergibt - so soll auch das neue Arnoldheim Bewohnern Freude und ein Lächeln schenken.
Das alte Haus soll wie eine Sonnenblume Gutes weitergeben, sagt Diakonie-Geschäftsführer Michael Görk (Foto: agl)
Die Einrichtungsleiterin Anja Ehrhardt führte die Gäste durch die neu gestalteten Räume und erklärte das Konzept. Zur Idee mit den Wohngemeinschaften meinte sie: Es ist ähnlich einer WG für Studenten, aber eben für Seniorinnen und Senioren. Ihr Team verstehe sich nicht nur als Pflegedienst, sondern auch als Begleiter im Alltag, die sich von der Organisation der Termine bis zu gemeinsamen Aktivitäten kümmern, erläuterte Ehrhardt.
Mit dem neuen Umbau wurde das Haus an moderne Vorstellungen von Wohnen und Pflege angepasst. Heute stehen drei verschiedene Varianten zur Verfügung:
1. Wohngemeinschaften für Senioren
2. Kurzzeitpflege
3. Selbstständige Wohnungen mit Pflegeoption
Ergänzt wird das Angebot durch einen Schulungsraum im ehemaligen Keller für Weiterbildungen und Versammlungen, einen Andachtsraum für Gottesdienste sowie den Garten als Ort der Begegnung und Entspannung.
Damit ist das Hermann-Arnold-Heim heute ein Ort, an dem Selbstständigkeit, Pflege und Gemeinschaft auf zeitgemäße Weise zusammenfinden – und an dem die über hundert Jahre alte Stiftungsidee Hermann Arnolds in neuer Form weiterlebt.
Yelyzaveta Khurshudian
Autor: pra
Alles Neu im alten Haus: die Diakonie Nordhausen hat das alte Arnold-Heim auf Vordermann gebracht und startet mit neuen Wohn- und Pflegekonzepten (Foto: agl)
Statt einer klassischen stationären Altenpflege setzt die Idee nun auf ambulant betreute Wohngruppen und auf selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft. Es gibt drei verschiedene Wohn- und Betreuungsformen, die unterschiedliche Grade an Selbständigkeit und individueller Unterstützung bieten und den Bewohnern einen gemeinschaftlichen Alltag ermöglichen sollen.
Ein Blick in die Geschichte
Das Heim wurde bereits im Oktober 1913 eröffnet- finanziert durch die Stiftung von Hermann Arnold, Sohn einer Nordhäuser Brennereifamilie. Sein Testament bestimmte, dass ein Teil seines Vermögens dauerhaft für den Bau und die Organisation eines Hauses benutzt werden sollte, das Menschen in Not ein Zuhause gibt.
Zunächst war es vor allem ein Zufluchtsort für Frauen, die aufgrund von unehelich geborenen Kindern von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Später entwickelte es sich zu einem Alten- und Pflegeheim. Über die Jahrzehnte wechselten zwar die Träger, doch das Haus behielte sein ursprünglichen Stiftungsgedanken: Menschen zu helfen, die Unterstützung brauchen.
Nach all den langen Jahren hatte auch das alte Haus eine Sanierung bitter nötig und das hieß: alle müssen raus, Ende 2023 verließen die letzten Bewohner bis auf weiteres das Heim und wurden in anderen Pflegeeinrichtungen der Umgebung untergebracht. Anderthalb Jahre und rund 5,4 Millionen Euro später konnte man vergangenen Donnerstag das "Pre Opening" feiern, der Blick ins neue Haus in kleiner Runde. Die große Eröffnung folgte am Freitag.
Michael Görk, Geschäftsführer der Diakonie Nordhausen, fand ein besonders symbolisches Bild: Er verglich das Haus mit einer Sonnenblume, die dem Licht entgegenwächst und die Gutes weitergibt - so soll auch das neue Arnoldheim Bewohnern Freude und ein Lächeln schenken.
Das alte Haus soll wie eine Sonnenblume Gutes weitergeben, sagt Diakonie-Geschäftsführer Michael Görk (Foto: agl)
Die Einrichtungsleiterin Anja Ehrhardt führte die Gäste durch die neu gestalteten Räume und erklärte das Konzept. Zur Idee mit den Wohngemeinschaften meinte sie: Es ist ähnlich einer WG für Studenten, aber eben für Seniorinnen und Senioren. Ihr Team verstehe sich nicht nur als Pflegedienst, sondern auch als Begleiter im Alltag, die sich von der Organisation der Termine bis zu gemeinsamen Aktivitäten kümmern, erläuterte Ehrhardt.Die neuen Wohn- und Pflegeangebote
Mit dem neuen Umbau wurde das Haus an moderne Vorstellungen von Wohnen und Pflege angepasst. Heute stehen drei verschiedene Varianten zur Verfügung:
1. Wohngemeinschaften für Senioren
- Zwei Wohngruppen mit jeweils zwölf Apartments à 30 Quadratmetern bilden das Herzstück des neuen Konzepts. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer mit barrierefreiem Bad, während große Gemeinschaftsküchen und Aufenthaltsräume Raum für Begegnung bieten. Pflegekräfte sind werktags vor Ort, um im Alltag zu unterstützen – etwa bei Körperpflege, Wäsche oder organisatorischen Fragen.
2. Kurzzeitpflege
- Für Menschen, die nur vorübergehend Pflege benötigen – zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt – gibt es eine eigene Kurzzeitpflege mit sieben vollstationären Plätzen. Hier ist rund um die Uhr Personal anwesend, um eine intensive Betreuung sicherzustellen.
3. Selbstständige Wohnungen mit Pflegeoption
- Neben den Wohngemeinschaften bietet das Heim auch selbstständige Wohnungen. Hier leben die Bewohnerinnen und Bewohner unabhängig, können aber bei Bedarf Pflege- und Betreuungsleistungen flexibel in Anspruch nehmen. Damit verbindet das Haus die Freiheit des eigenen Wohnens mit der Sicherheit professioneller Unterstützung.
Ergänzt wird das Angebot durch einen Schulungsraum im ehemaligen Keller für Weiterbildungen und Versammlungen, einen Andachtsraum für Gottesdienste sowie den Garten als Ort der Begegnung und Entspannung.
Damit ist das Hermann-Arnold-Heim heute ein Ort, an dem Selbstständigkeit, Pflege und Gemeinschaft auf zeitgemäße Weise zusammenfinden – und an dem die über hundert Jahre alte Stiftungsidee Hermann Arnolds in neuer Form weiterlebt.
Yelyzaveta Khurshudian






















