Besuch bei der Wasserwacht Nordhausen
Wachsam am, auf und unter Wasser
Freitag, 15. August 2025, 11:40 Uhr
Sommerzeit ist Badezeit, viele zieht es zum Wasser. Unfälle bleiben da nicht aus, doch oft kann der reguläre Rettungsdienst nicht helfen, die Wasserwacht muss anrücken. Für die Spezialisten gibt es in Thüringen nur zwei Ausbildungsstellen und eine davon findet sich idyllisch gelegen am Forellensee bei Nordhausen. Anfang dieser Woche gab es hier hohen Besuch…
Zu Gast war Andreas Bausewein, ehemals Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, heute Staatssekretär für Kommunales. Bei der Rundreise mit Landrat Matthias Jendricke stand auch der Abstecher zu den Bielener Kiesgewässern im Programm, nicht allein wegen der Naturschönheit vor den Toren Nordhausens, sondern vor allem anderen weil Bausewein auch für den Katastrophenschutz zuständig ist und ein Wörtchen mitzureden hat, wenn es um die Ausrüstung und das liebe Geld geht.
Technisch steht man in Nordhausen nicht schlecht da, in den letzten Jahren wurde viel in Feuerwehr und Katastrophenschutz investiert, auch die Wasserretter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gingen dabei nicht leer aus. Unter anderem hat man ein flinkes Rettungsboot aus Metall mit Mittel des Freistaates anschaffen können.
Die Zahl der Einsätze ist auf den ersten Blick überschaubar, im Schnitt vier mal im Jahr tritt der Ernstfall ein, bei gutem Wetter und mehr Betrieb an den Gewässern hat man auch mehr zu tun. Aber: wenn auf oder unter Wasser Not ist, kann auch so gut wie niemand anderes helfen.
Faszinierende Natur, nötige Rettungstechnik: Bauswein wurde gleich mit auf's Wasser genommen (Foto: agl)
In Not geraten könne jeder, unabhängig vom schwimmerischen Können, selbst gut trainierte Sportler überschätzten die eigenen Kräfte zuweilen, berichten die Retter. Dennoch sei die Grundbildung im Wasser essentiell, wo Bäder geschlossen werden oder der Sanierungsstau den Betrieb hindert, da leide auch die Schwimmfähigkeit. Begrüßenswert wäre es etwa, wenn Schwimmkurse wieder öfter auch im Freibad angeboten würden.
Für die Wasserwacht reichen Seepferdchen und Silber nicht, die Anforderungen an die ehrenamtlichen Retter sind hoch: der Rettungsschwimmer ist Pflicht, ein voller Sanitätskurs - ein Erste-Hilfe Kurs Extra - muss ebenfalls absolviert werden, der nächste Schritt ist der Wasserretter. Wer unter Wasser helfen will, muss außerdem tauchen können und entsprechende Kurse absolvieren. Trainiert wird einmal in der Woche, von Mai bis September im offenen Wasser, wenn es kälter wird zieht man ins Becken um.
v.l.: der Leiter des DRK Nordhausen, Uwe Kramer, Landrat Matthias Jendricke und Staatssekretär Andreas Bausewein (Foto: ykh)
Was nicht heißt, dass man nicht auch in der kalten Jahreszeit ausrücken und eintauchen muss. Bei Havarien und Katastrophen können die Nordhäuser thüringenweit angefordert werden, bei Wind und Wetter. Auch nach Hessen wurde man schon gerufen. Was man unterm Strich vor allem braucht ist Lebenserfahrung, sagt Stephan Kohl, einer der 20 aktiven Wasserretter in Nordhausen. Insgesamt zählt der Verein rund 60 Mitglieder, Nachwuchs wird dringend gesucht. Den bildet man in Nordhausen aus und zwar für den ganzen Freistaat. Nur ein weiteres Landesausbildungszentrum gibt es in Thüringen.
Um diese Kapazitäten zu erhalten und im Einsatz die Autarkie der Rettungskräfte sicherzustellen braucht man ordentliches Material und die nötigen Mittel zur Beschaffung und Unterhaltung. Für die Wasserretter erschöpft sich das nicht bei Boot und Rettungswesten, gerade die Taucher brauchen gute Technik, etwa um die Tauchflaschen ordentlich mit Sauerstoffgemisch befüllen zu können.
Die Punkte auf der Wunschliste wurde vom Erfurter Besuch vermerkt, für die Kommunikation zwischen Ehrenamtler und Behörde sorgt der Landrat. Der Wiederrum nutzte die Gelegenheit, um auch die Wünsche der Bergretter zur Sprache zu bringen, die ein neues Geländefahrzeug bräuchten. Wie die Wasserretter steht die einzige Thüringer Bergwacht zwischen den Stühlen von Katastrophenschutz und Rettungsdienst und operiert in schwierigem Umfeld. Und am Wasser wie am Berg gilt: wenn der Notfall Eintritt, dann braucht es Spezialisten, um Leben retten zu können.
Angelo Glashagel
Autor: redZu Gast war Andreas Bausewein, ehemals Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, heute Staatssekretär für Kommunales. Bei der Rundreise mit Landrat Matthias Jendricke stand auch der Abstecher zu den Bielener Kiesgewässern im Programm, nicht allein wegen der Naturschönheit vor den Toren Nordhausens, sondern vor allem anderen weil Bausewein auch für den Katastrophenschutz zuständig ist und ein Wörtchen mitzureden hat, wenn es um die Ausrüstung und das liebe Geld geht.
Technisch steht man in Nordhausen nicht schlecht da, in den letzten Jahren wurde viel in Feuerwehr und Katastrophenschutz investiert, auch die Wasserretter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gingen dabei nicht leer aus. Unter anderem hat man ein flinkes Rettungsboot aus Metall mit Mittel des Freistaates anschaffen können.
Die Zahl der Einsätze ist auf den ersten Blick überschaubar, im Schnitt vier mal im Jahr tritt der Ernstfall ein, bei gutem Wetter und mehr Betrieb an den Gewässern hat man auch mehr zu tun. Aber: wenn auf oder unter Wasser Not ist, kann auch so gut wie niemand anderes helfen.
Faszinierende Natur, nötige Rettungstechnik: Bauswein wurde gleich mit auf's Wasser genommen (Foto: agl)
In Not geraten könne jeder, unabhängig vom schwimmerischen Können, selbst gut trainierte Sportler überschätzten die eigenen Kräfte zuweilen, berichten die Retter. Dennoch sei die Grundbildung im Wasser essentiell, wo Bäder geschlossen werden oder der Sanierungsstau den Betrieb hindert, da leide auch die Schwimmfähigkeit. Begrüßenswert wäre es etwa, wenn Schwimmkurse wieder öfter auch im Freibad angeboten würden. Für die Wasserwacht reichen Seepferdchen und Silber nicht, die Anforderungen an die ehrenamtlichen Retter sind hoch: der Rettungsschwimmer ist Pflicht, ein voller Sanitätskurs - ein Erste-Hilfe Kurs Extra - muss ebenfalls absolviert werden, der nächste Schritt ist der Wasserretter. Wer unter Wasser helfen will, muss außerdem tauchen können und entsprechende Kurse absolvieren. Trainiert wird einmal in der Woche, von Mai bis September im offenen Wasser, wenn es kälter wird zieht man ins Becken um.
v.l.: der Leiter des DRK Nordhausen, Uwe Kramer, Landrat Matthias Jendricke und Staatssekretär Andreas Bausewein (Foto: ykh)
Was nicht heißt, dass man nicht auch in der kalten Jahreszeit ausrücken und eintauchen muss. Bei Havarien und Katastrophen können die Nordhäuser thüringenweit angefordert werden, bei Wind und Wetter. Auch nach Hessen wurde man schon gerufen. Was man unterm Strich vor allem braucht ist Lebenserfahrung, sagt Stephan Kohl, einer der 20 aktiven Wasserretter in Nordhausen. Insgesamt zählt der Verein rund 60 Mitglieder, Nachwuchs wird dringend gesucht. Den bildet man in Nordhausen aus und zwar für den ganzen Freistaat. Nur ein weiteres Landesausbildungszentrum gibt es in Thüringen. Um diese Kapazitäten zu erhalten und im Einsatz die Autarkie der Rettungskräfte sicherzustellen braucht man ordentliches Material und die nötigen Mittel zur Beschaffung und Unterhaltung. Für die Wasserretter erschöpft sich das nicht bei Boot und Rettungswesten, gerade die Taucher brauchen gute Technik, etwa um die Tauchflaschen ordentlich mit Sauerstoffgemisch befüllen zu können.
Die Punkte auf der Wunschliste wurde vom Erfurter Besuch vermerkt, für die Kommunikation zwischen Ehrenamtler und Behörde sorgt der Landrat. Der Wiederrum nutzte die Gelegenheit, um auch die Wünsche der Bergretter zur Sprache zu bringen, die ein neues Geländefahrzeug bräuchten. Wie die Wasserretter steht die einzige Thüringer Bergwacht zwischen den Stühlen von Katastrophenschutz und Rettungsdienst und operiert in schwierigem Umfeld. Und am Wasser wie am Berg gilt: wenn der Notfall Eintritt, dann braucht es Spezialisten, um Leben retten zu können.
Angelo Glashagel













