Emily Freud liest bei Mordsharz in Walkenried
Urlaub ohne Wiederkehr
Donnerstag, 07. August 2025, 08:49 Uhr
True Crime. So beginnt der Thriller Her last summer von Emily Freud. Ein Fall, der zwanzig Jahre zurückliegt und nie aufgeklärt werden konnte. Beim Literaturfestival "Mordsharz" liest die Autorin demnächst in Walkenried...
Full Moon Party an einem Strand in Thailand. Junge Backpacker feiern ausgelassen, oft das Ende ihrer Schulzeit und damit den Beginn ihres Lebens. Unter ihnen sind auch Mari und Luke, die sich wenig später auf den Weg in den Dschungel machen. Luke kehrt später zurück, Mari selbst nach langer Suche niemals.
Jede Suche nach Mari blieb erfolglos, Luke erzählte etwas von einem mysteriösen Mann, der ihnen gefolgt sein konnte. Das kann nie bewiesen werden, ebenso wenig aber, dass er etwas mit dem Tod der Freundin zu tun hatte.
Emily Freud ist in ihrer Heimat Großbritannien vor allem als Drehbuchautorin für verschiedene, zum Teil preisgekrönte Fernsehserien bekannt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum sie als Protagonistin ihres Romans eine Filmemacherin wählt. Cassidy hat mit einer True Crime-Dokumentation gerade die Aufmerksamkeit für ihre Arbeit, die sie sich immer wünschte, da meldet sich Luke bei ihr und will, dass sie über seine Geschichte von damals berichtet. Natürlich stürzt Cassidy sich in die Recherche, plant mit ihrem Team einen Film, der vielleicht endlich Licht ins Dunkel des thailändischen Dschungels bringt. Sie rollt die Vergangenheit auf, spricht vor allem intensiv mit Luke der nach wie vor seine Unschuld beteuert, auch wenn die meisten anderen daran zweifeln.
Diese Phase der Recherche ist relativ ausführlich und daher sehr glaubwürdig geschildert. Immer wieder geht es auch um Cassidy selbst, die den Mann, zu dem der Teenager von damals wurde, sympathisch findet und sich mehr und mehr wünscht, dass er unschuldig ist. Doch so oft sie auch mit ihm intensive Interviews führt, so wenig kommt sie zu ihrem Ärger der Wahrheit näher.
Wann wird er so weit sein?, heißt es im Buch, Der langsame Spannungsaufbau ist perfekt, wenn er letzten Endes zu etwas führt. Aber wenn nicht? Nun, im Buch führt der Spannungsaufbau auf jeden Fall zu etwas. Das Filmteam wird nämlich überredet, an den Ort des Geschehens zu fliegen – mit Luke. Ist es klug, ihn an den Ort seiner schlimmsten Erinnerungen zu bringen?
Von hier an überschlagen sich die Ereignisse. Es ist zum einen die Atmosphäre der Wildnis des Dschungels, dieser Hauch von Alex Garlands The Beach – das auch für Luke und Mari ein Kultbuch war. Zum anderen hält Emily Freud einige Plot-Twists bereit, die überraschen und der Geschichte mehrfach eine völlig neue Wendung geben. Das ist meisterhaft gemacht, auch wenn hier natürlich nichts verraten werden soll.
Insgesamt ist das Buch glaubhaft und spannend geschrieben, geht in vielerlei Hinsicht unter die Haut und muss den Vergleich mit The Beach tatsächlich nicht scheuen. Es ist die perfekte Urlaubslektüre für alle, die keine Angst haben, und noch mehr für diejenigen, die zuHause bleiben und sich an eigene große Reisen erinnern, die durch ihre Eindrücke und Erfahrungen eben tatsächlich das ganze Leben prägen.
Am 20, September wird Emily Freud im Rahmen des Mordsharz-Festivals im Kloster Walkenried ab 21 Uhr aus Her last summer lesen. Ihre deutsche Stimme ist Uve Teschner. Zuvor stehen im Kloster um 18 Uhr Guido Buettgen mit Champagnergrab und um 19.30 Susanne Trägder mit Die Farbe des Schattens auf dem Programm.
Das komplette Mordsharz-Programm, Tickets sowie weitere Infos zum Harzer Krimifestival gibt es auf www.mordsharz-festival.com.
Autor: redFull Moon Party an einem Strand in Thailand. Junge Backpacker feiern ausgelassen, oft das Ende ihrer Schulzeit und damit den Beginn ihres Lebens. Unter ihnen sind auch Mari und Luke, die sich wenig später auf den Weg in den Dschungel machen. Luke kehrt später zurück, Mari selbst nach langer Suche niemals.
Jede Suche nach Mari blieb erfolglos, Luke erzählte etwas von einem mysteriösen Mann, der ihnen gefolgt sein konnte. Das kann nie bewiesen werden, ebenso wenig aber, dass er etwas mit dem Tod der Freundin zu tun hatte.
Emily Freud ist in ihrer Heimat Großbritannien vor allem als Drehbuchautorin für verschiedene, zum Teil preisgekrönte Fernsehserien bekannt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum sie als Protagonistin ihres Romans eine Filmemacherin wählt. Cassidy hat mit einer True Crime-Dokumentation gerade die Aufmerksamkeit für ihre Arbeit, die sie sich immer wünschte, da meldet sich Luke bei ihr und will, dass sie über seine Geschichte von damals berichtet. Natürlich stürzt Cassidy sich in die Recherche, plant mit ihrem Team einen Film, der vielleicht endlich Licht ins Dunkel des thailändischen Dschungels bringt. Sie rollt die Vergangenheit auf, spricht vor allem intensiv mit Luke der nach wie vor seine Unschuld beteuert, auch wenn die meisten anderen daran zweifeln.
Diese Phase der Recherche ist relativ ausführlich und daher sehr glaubwürdig geschildert. Immer wieder geht es auch um Cassidy selbst, die den Mann, zu dem der Teenager von damals wurde, sympathisch findet und sich mehr und mehr wünscht, dass er unschuldig ist. Doch so oft sie auch mit ihm intensive Interviews führt, so wenig kommt sie zu ihrem Ärger der Wahrheit näher.
Wann wird er so weit sein?, heißt es im Buch, Der langsame Spannungsaufbau ist perfekt, wenn er letzten Endes zu etwas führt. Aber wenn nicht? Nun, im Buch führt der Spannungsaufbau auf jeden Fall zu etwas. Das Filmteam wird nämlich überredet, an den Ort des Geschehens zu fliegen – mit Luke. Ist es klug, ihn an den Ort seiner schlimmsten Erinnerungen zu bringen?
Von hier an überschlagen sich die Ereignisse. Es ist zum einen die Atmosphäre der Wildnis des Dschungels, dieser Hauch von Alex Garlands The Beach – das auch für Luke und Mari ein Kultbuch war. Zum anderen hält Emily Freud einige Plot-Twists bereit, die überraschen und der Geschichte mehrfach eine völlig neue Wendung geben. Das ist meisterhaft gemacht, auch wenn hier natürlich nichts verraten werden soll.
Insgesamt ist das Buch glaubhaft und spannend geschrieben, geht in vielerlei Hinsicht unter die Haut und muss den Vergleich mit The Beach tatsächlich nicht scheuen. Es ist die perfekte Urlaubslektüre für alle, die keine Angst haben, und noch mehr für diejenigen, die zuHause bleiben und sich an eigene große Reisen erinnern, die durch ihre Eindrücke und Erfahrungen eben tatsächlich das ganze Leben prägen.
Am 20, September wird Emily Freud im Rahmen des Mordsharz-Festivals im Kloster Walkenried ab 21 Uhr aus Her last summer lesen. Ihre deutsche Stimme ist Uve Teschner. Zuvor stehen im Kloster um 18 Uhr Guido Buettgen mit Champagnergrab und um 19.30 Susanne Trägder mit Die Farbe des Schattens auf dem Programm.
Das komplette Mordsharz-Programm, Tickets sowie weitere Infos zum Harzer Krimifestival gibt es auf www.mordsharz-festival.com.
