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Modellprojekt soll es richten

Dienstag, 12. Dezember 2006, 10:34 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Debatte um die Ist-Situation und die Zukunft des heilpädagogischen Kindergartens in Nordhausens wird munter weitergedreht. Auch Schuldzuweisungen gibt es. Jetzt soll erst einmal ein Modellprojekt helfen.


Über die Fortführung als Modellvorhaben kurzfristig gesichert werden könnte die Zukunft des heilpädagogischen Kindergartens der Nordthüringer Lebenshilfe aus Sicht der Stadtverwaltung. Das sagte jetzt die zuständige Leiterin des städtischen Amtes für Kultur, Soziales und Bildung, Dr. Cornelia Klose. Im Kindergarten werden derzeit 34 zum Teil schwerstbehinderte Kinder betreut.

„Wir haben uns mit dem Schulausschuss des Stadtrates geeinigt, für das Modellprojekt die Möglichkeiten des Paragraphen 22 des Thüringer Kindergartentagesstättengesetzes zu nutzen. In dem ist ausdrücklich von der `Erprobung besonderer pädagogischer Maßnahmen sowie Organisationsstrukturen´ die Rede. Die geforderte wissenschaftliche Begleitung hat uns die Fachhochschule Nordhausen bereits zu gesagt“, sagte Frau Dr. Klose. Um dieses Projekt in Angriff nehmen zu können, sei allerdings eine schriftliche Vereinbarung aller Beteiligten nötig - des Trägers, des Landes, des Landkreises und der Stadt.

„Leider ist dieser Umweg nötig, da sowohl im entsprechenden Landesgesetz als auch bei der Kita-Bedarfsplanung des Landkreises die speziellen Betreuungsangebote der heilpädagogischen Kindergärten in ihrer jetzigen Form offenbar nicht mehr vorgesehen sind. Fachleute halten dies im Sinne der Kinder für einen schweren Fehler. Und: Auch die unmittelbar Betroffenen - nämlich die Eltern der behinderten und von Behinderung bedrohten Kinder sehen dies genauso - und artikulieren dies auch öffentlich. Allerdings ist der Weg hin zur Integration im Gesetz vorgeschrieben, das nicht außer Kraft gesetzt werden kann. Deshalb müssen wir den Sonderweg des Modellvorhabens gehen“, so Frau Dr. Klose.

So sei schon im Kita-Bedarfsplan 2006 des Landkreises der Heilpädagogische Kindergarten in seiner jetzigen Form längst nicht mehr vorgesehen. „Es ist im Plan vielmehr eindeutig die Rede von einer `Umstrukturierung´ des Kindergartens hin zu einer integrativen Einrichtung. Begründet wird dies ganz klar mit der Auffassung, dass die integrative Betreuung `an Bedeutung gewinnen´ soll. Darüber hinaus wird vom Landkreis in dem Papier klar gesagt: Die sonderpädagogischen Betreuungsplätze sind zu reduzieren.“

Insofern sei die Ausgangslage für ein Modellvorhaben nicht einfach. „Aber ich glaube, dass sein Gelingen bei gutem Willen aller Beteiligten möglich ist. Die Schlüsselrolle hat dabei der Landkreis als zuständige Fachbehörde inne, der in seiner noch ausstehenden Bedarfsplanung für 2007 die Grundlage für das weitere Vorgehen schafft. Wird in diesen Plan das Modellvorhaben aufgenommen, kann alles einen guten Weg gehen“, meinte Klose.

Mit der Bereitstellung einer ausreichend hohen Summe in den Haushalt habe die Stadt finanzielle Vorsorge für den Kindergarten getroffen. „Allerdings warten wir immer noch dringend auf den Kita-Bedarfsplan für 2007, der ja bereits in wenigen Wochen - zum 1. Januar - in Kraft treten müsste.“
Autor: nnz

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