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Schauspielerei?

Dienstag, 12. Dezember 2006, 09:02 Uhr
Nordhausen (nnz). Gestern berichtete die nnz über den Beginn der Sanierungsarbeiten im Heringer Rieth. Doch wurde da wirklich auch begonnen?


Das Foto dokumentiert es: Sechs Menschen stechen einen Spaten in die kontaminierte Erde. Jetzt geht’s los, hurra!! Heerscharen von Journalisten, Kameraleuten und Fotografen werden per Bus auf den Acker gefahren. Jetzt geht’s los, hurra! Doch weit und breit kein Arbeitsgerät – außer den Spaten der sechs Menschen. Wann die ersten Großgeräte für die millionenschwere und auch notwendige Sanierung der Nordhäuser Altlast anrücken werden, das steht vermutlich in den Sternen.

Was also sollte die gestrige Veranstaltung? Show, Aufmerksamkeit erheischen? Wäre das öffentlich-rechtliche Fernsehen auch angereist, wenn man den Sanierungsstart während einer Pressekonferenz verkündet hätte? Vielleicht wäre dann der wichtige Politiker aus Erfurt nicht nach Nordhausen gekommen? So aber hat sich Umweltstaatssekretär Prof. Christian Juckenack auf den beschwerlichen Weg nach Nordhausen begeben, um einen Spaten medienwirksam in die Erde zu stechen, ein paar kluge Worte zu sagen und dann wieder in die Landeshauptstadt zurückzufahren.

Eigentlich hätte dieser Spatenstich-Termin auch irgendwann sein können, nur gestern paßte er eben in den Terminkalender des Staatssekretärs. Gelohnt hat es sich für den Mann aus Erfurt allemal, auch für die Nordhäuser Region – man war wieder mal für 30 Sekunden im Fernsehen. Wann nun aber wirklich mit der Sanierung begonnen wird, das hänge auch vom Wetter ab. Los gehen soll es mit dem Bau einer Straße zur Baustelle in dieser Woche, hört man...
Autor: nnz

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