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Weniger Risiko für Schwerverletzte

Mittwoch, 16. Januar 2002, 15:04 Uhr
Nordhausen (nnz). Weltpremiere im Südharz-Krankenhaus Nordhausen. Durch ein spezielles Gerät ist es jetzt möglich, bei der Lebensrettung den entscheidenden Faktor „Zeit“ erheblich zu verringern. nnz hat sie sich das Wunderding angesehen.


Professor Dr. Klein erklärt die Vorzüge des AWIGS, nnz-Fotos: V. Fischer Sekunden die entscheidend sein können über Leben und Tod. Mit dem neuen Gerät namens AWIGS für Advanced Workplace For Image Guided Searchery (sogenanntes „Bildgebendes Operieren“) hat man das richtige Mittel gefunden, um eine schnellstmögliche Notfallversorgung zu garantieren. Professor Dr. Uwe Klein (49), Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin: „Dies ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Mit dem AWIGS können wir erheblich schneller Patienten aus dem Krankenwagen oder Hubschrauber umlagern, sofort behandeln und dabei kostbare Zeit sparen.“

Und die ist bekanntlich bei der Lebensrettung das größte Hindernis. Selbst Schwerstverletzte, wie Unfallopfer mit Wirbelsäulenbrüchen oder Kopfverletzungen, können ab heute sicher und schonend transportiert werden. „Wenn man sich einmal überlegt, dass der Patient bis jetzt ungefähr sechs bis sieben Mal umgelagert werden musste und wir nun mit dem AWIGS das Maximum an zwei Umlagerungen haben, dann spricht das eindeutig für dieses Gerät,“ so der Fachmann weiter.

Die Pfleger Andreas Banse und Martin Kraul bedienen den topmodernen OP-Tisch Zwar ist das AWIGS nicht ganz billig, aber wer wird bei medizinischen Notwendigkeiten in die Geldbörse schauen. Mit 800.000 Euro (knapp 1,6 Millionen Mark) hat das Südharz-Krankenhaus die modernste medizinische Hightech-Einheit in Deutschland. Antonius Pille (45), Geschäftsführer des Südharz-Krankenhaus: „Wir sind natürlich sehr stolz, dass wir die Ersten sind, die dieses Gerät einsetzen können. Auch bin ich persönlich positiv überrascht, dass die Bürokratie diesmal völlig unkompliziert und schnell gearbeitet hat.“

Für die Mitarbeiter in der Klinik - speziell das Pflegepersonal - kommt mit dem AWIGS eine erhebliche Erleichterung ins Haus. Andreas Banse (29), seit sieben Jahren Pfleger im Krankenhaus: „Es sind ja nicht immer Männer mit solchen Transporten beauftragt, sondern auch oft Schwestern. Schwer heben können Frauen bekanntlich nicht. Dafür ist dieses mobile Gerät optimal. Schnell und ohne große Anstrengung untersuchen und therapieren ist für uns das Wichtigste.“ Und dafür haben die Mitarbeiter im Krankenhaus nun die besten technischen Voraussetzungen. Deutschlandweit.
Autor: vf

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