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Nicht nur der Mann im Mond

Donnerstag, 07. Dezember 2006, 13:56 Uhr
Nordhausen/Limlingerode (nnz). Neben der Sonne, die unseren Lebensrhythmus entscheidend bestimmt, ist es der Mond, der Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer durch das Dasein begleitet. Jeder von ihnen kann dann seine Monderlebnisse erzählen. In Limlingerode ist solch eine Erzählstunde geplant, weiß Heidelore Kneffel zu berichten.


In der „Dichterstätte Sarah Kirsch“ sind es weibliche und männliche Schriftsteller und Dichter, die am Samstag, dem 16. Dezember, ab 14. 30 Uhr auf ihre poetische Art mitteilen, was der Mond ihnen für Kunde gab. Bei Johann Wolfgang Goethe beginnt sein weltbekanntes Gedicht „An den Mond“ mit dem Vierzeiler: „Füllest wieder Busch und Tal / Still mit Nebelglanz. / Lösest endlich auch einmal / meine Seele ganz;...“ Die Mitglieder des Fördervereins haben zahlreiche Bücher befragt, und der, der kommt, kann gewiss sein, dass die unterschiedlichste „Mondliteratur“ dargeboten wird.

Ein geheimnisvolles Gestirn! Es gibt kein Volk auf Erden, das den nächtlich Leuchtenden nicht in seine Sagen, Mythen, Legenden und Sprichwörter gebannt hat. Lieder werden auf ihn gesungen, Instrumentalmusik ihm gewidmet. Natürlich greifen auch Künstler wegen ihm zu Papier, Leinwand, Stift und Pinsel. Und trotz aller Mondforschung in unseren Tagen – da bleibt etwas Rätselhaftes erhalten!

Der Mond ist der von der Erde am leichtesten zu beobachtende Himmelskörper, befindet sich uns am nächsten, ist deshalb am gründlichsten erforscht. Er war das erste Ziel der Raumflüge, nur ihn betrat der Mensch bislang.

Immer genauere Mondatlanten werden erstellt. Auch davon können sich die Besucher der „Dichterstätte“ am 16. Dezember überzeugen. Im östlichen Teil des Mare Frigoris, am Nordrand des Mondes, liegt der Krater „Petermann“ (73 km), benannt nach dem aus Bleicherode stammenden weltweit bekannten Geographen August Petermann (1822 - 1878). Also ist auch unsere Region auf diese Weise auf dem Mond präsent.

Der berühmte niederländisch-deutsche Cellarius-Atlas aus dem 17. Jahrhundert, der außerordentlich schön gestaltete farbige Karten von Sonne, Mond und Sternen enthält, benennt z. B. die unterschiedlichen Phasen und Gestalten des Mondes als sichelförmig, gehörnt, gekrümmt, voll gehörnt, mehr als voll gehörnt, buckelförmig, alternd, unsichtbar, in die Kugelgestalt vorgedrungen..,

Die zeitgenössische Dichterin Sarah Kirsch beschreibt die Mondgestalt als: „Neu ist er. Gepiercte Nacht.“ Oder: „Wenn der Mond sich verzehrt hat.“

Es ist auffällig, dass die Gestalter von Kalendern von Jahr zu Jahr mehr Mondkalender produzieren. In ihnen wirbt man, dass man den idealen praktischen Begleiter für jeden Tag des Jahres besitze, und zwar für Gesundheit, Wohlbefinden und Erfolg. Man erfährt, welche Tätigkeiten wann am günstigsten zu verrichten seien, um die Kräfte des Mondes zu nutzen. Jedes Tierkreiszeichen wird gesondert behandelt. Und auch Mond-Kräutlein gibt es gar viele, z. B. den Beifuss, den Frauenmantel, die Schafgarbe, den Löwenzahn. Also, der Mond nimmt Einfluss auf unser tägliches Leben!

Es ist somit klar, dass man sich in der „Dichterstätte“ inspirieren lässt und manches Überraschende geboten wird.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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