Reiflich überlegt
Donnerstag, 07. Dezember 2006, 09:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Insider wissen es: Der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Hohenstein, Martin Höche (CDU), formuliert es einst. Er wolle in seinem Leben noch einmal als Mitglied im Nordhäuser Stadtrat sitzen. Wer den Mann kennt weiß, er scherzt mit derartigen Formulierungen nicht. Im Gegenteil, auch sein Gemeinderat macht ernst.
Ob Absicht oder nicht – Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) kündigte Martin Höche gestern als Gast der Stadtratssitzung an. Er würde im nichtöffentlichen Teil der Sitzung um Rederecht bitten. Das hatte er nach Informationen der nnz auch erhalten. Im Gepäck hatten der Bürgermeister und seine Kämmerin Marlies Ludwig nicht nur jede Menge Zahlen, Daten und Fakten, sondern auch einen Beschluß des Hohensteiner Gemeinderates. Der soll – niemand bestätigt das offiziell – einstimmig gefaßt worden sein, hinter verschlossenen Türen.
Für den Beschluß, der ganz unaufgeregt den Wunsch des Anschlusses an die Stadt Nordhausen beinhaltet, wird Martin Höche schon jetzt in weiten Teilen des politischen Spektrums im Landkreis quasi geächtet. Er wolle den Landkreis Nordhausen in seinen jetzigen Strukturen nicht nur erschüttern, sondern auch zerstören. Nun kann Martin Höche in dieser Hinsicht selbst wenig erschüttern, dennoch wundert sich der Mann, wie der Anschluß einer Einheitsgemeinde mit 2.700 Einwohnern einen ganzen Landkreis zerstören könnte? Man fragt sich allen Ernstes, wie es denn um den Zustand des Landkreises bestellt sein muß?
Auch Verhinderungsambitionen einiger Landtagsabgeordneter erteilt Martin Höche eine klare Absage: Der Gemeinderat kann eine solche Entscheidung treffen, das besagt klipp und klar die Kommunalordnung dieses Freistaates.
Ein schlechtes Gewissen plagt den Hohensteiner überhaupt nicht, auch die dortigen Gemeinderäte haben sich klar positioniert. Für sie zählen Fakten: So führen alle öffentlichen Verkehrsmittel ausschließlich nach Nordhausen, hier gibt es die für die Hohensteiner wichtigen Behörden und öffentlichen Einrichtungen, bei Wasser und Abwasser wird schon lange zusammengearbeitet. Interessanter wird es, wenn man lange genug bohrt.
Martin Höche weiß, daß die Grenzen des Landkreises Nordhausen die längste Zeit in der jetzigen Form so bestanden haben. Mit dem Hohensteiner Beschluß soll auch die Landesregierung vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Obwohl da immer und immer wieder dementiert wird, in einigen Schubladen des Innenministeriums liegen vermutlich bereits die ersten Entwürfe für neue Strukturen, zumindest sind sie in er Erarbeitung. Und da wollen die Hohensteiner nicht übersehen werden. Sie haben sich für ihre Zukunft festgelegt.
Ein kleines Hemmnis muß jedoch noch überwunden werden. Die Einheitsgemeinde Hohenstein und die Stadt Nordhausen haben keine gemeinsame Grenze. Noch nicht. Aber auch daran kann gearbeitet werden. Wo ein Wille ist, da ist bekanntlich auch ein Weg.
Und wer bei Martin Höche zwischen den Zeilen zu lesen versteht, wer aufmerksam auf die Worte nach dem Komma hört, der weiß, daß der Hohensteiner Graf am liebsten im Rat einer kreisfreien Stadt Nordhausen sitzen möchte. Nichts anderes als ein Plädoyer dafür soll wohl sein gestriges Statement im Bürgersaal gewesen sein.
Autor: nnzOb Absicht oder nicht – Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) kündigte Martin Höche gestern als Gast der Stadtratssitzung an. Er würde im nichtöffentlichen Teil der Sitzung um Rederecht bitten. Das hatte er nach Informationen der nnz auch erhalten. Im Gepäck hatten der Bürgermeister und seine Kämmerin Marlies Ludwig nicht nur jede Menge Zahlen, Daten und Fakten, sondern auch einen Beschluß des Hohensteiner Gemeinderates. Der soll – niemand bestätigt das offiziell – einstimmig gefaßt worden sein, hinter verschlossenen Türen.
Für den Beschluß, der ganz unaufgeregt den Wunsch des Anschlusses an die Stadt Nordhausen beinhaltet, wird Martin Höche schon jetzt in weiten Teilen des politischen Spektrums im Landkreis quasi geächtet. Er wolle den Landkreis Nordhausen in seinen jetzigen Strukturen nicht nur erschüttern, sondern auch zerstören. Nun kann Martin Höche in dieser Hinsicht selbst wenig erschüttern, dennoch wundert sich der Mann, wie der Anschluß einer Einheitsgemeinde mit 2.700 Einwohnern einen ganzen Landkreis zerstören könnte? Man fragt sich allen Ernstes, wie es denn um den Zustand des Landkreises bestellt sein muß?
Auch Verhinderungsambitionen einiger Landtagsabgeordneter erteilt Martin Höche eine klare Absage: Der Gemeinderat kann eine solche Entscheidung treffen, das besagt klipp und klar die Kommunalordnung dieses Freistaates.
Ein schlechtes Gewissen plagt den Hohensteiner überhaupt nicht, auch die dortigen Gemeinderäte haben sich klar positioniert. Für sie zählen Fakten: So führen alle öffentlichen Verkehrsmittel ausschließlich nach Nordhausen, hier gibt es die für die Hohensteiner wichtigen Behörden und öffentlichen Einrichtungen, bei Wasser und Abwasser wird schon lange zusammengearbeitet. Interessanter wird es, wenn man lange genug bohrt.
Martin Höche weiß, daß die Grenzen des Landkreises Nordhausen die längste Zeit in der jetzigen Form so bestanden haben. Mit dem Hohensteiner Beschluß soll auch die Landesregierung vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Obwohl da immer und immer wieder dementiert wird, in einigen Schubladen des Innenministeriums liegen vermutlich bereits die ersten Entwürfe für neue Strukturen, zumindest sind sie in er Erarbeitung. Und da wollen die Hohensteiner nicht übersehen werden. Sie haben sich für ihre Zukunft festgelegt.
Ein kleines Hemmnis muß jedoch noch überwunden werden. Die Einheitsgemeinde Hohenstein und die Stadt Nordhausen haben keine gemeinsame Grenze. Noch nicht. Aber auch daran kann gearbeitet werden. Wo ein Wille ist, da ist bekanntlich auch ein Weg.
Und wer bei Martin Höche zwischen den Zeilen zu lesen versteht, wer aufmerksam auf die Worte nach dem Komma hört, der weiß, daß der Hohensteiner Graf am liebsten im Rat einer kreisfreien Stadt Nordhausen sitzen möchte. Nichts anderes als ein Plädoyer dafür soll wohl sein gestriges Statement im Bürgersaal gewesen sein.
