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nnz-Rückspiegel: 15. Januar 2001

Dienstag, 15. Januar 2002, 08:04 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.


Eine Million Liter Wasser für künftige Besucher
Noch sieht es nicht danach aus, doch das umgebaute Nordhäuser Hallenbad, das „Badehaus“, soll pünktlich am 1. März die ersten Besucher begrüßen. Nach weiteren Gesprächen mit Hoch-Tief ist Matthias Hartung überzeugt, daß die Bauleute ihr gegebenes Versprechen einhalten werden. Gegenwärtig laufen vor allem die Installationsarbeiten im Innern des Badehauses auf vollen Touren, da werden die Sanitäranlagen und Umkleideschränke eingebaut und die Haustechnik getestet. Die Saunen sind bereits verbaut. Insgesamt können sich ab März die Besucher in rund einer Million Liter Wasser tummeln, 450.000 Liter befinden sich im großen Becken. Insgesamt wird es eine Wasserfläche von 700 Quadratmeter geben. Fast 600 Gäste können gleichzeitig an der Grimmelallee im Wasser planschen und ihre Runden schwimmen, in der Sauna schwitzen oder sich einfach wohl fühlen und entspannen. In unmittelbarer Nachbarschaft des Badehauses stehen den Gästen 70 Parkplätze, in der Umgebung weitere 100 zur Verfügung. Gegenwärtig laufen Verhandlungen mit den Stadtwerken, den Besuchern, die in die Grimmelallee mit der Straßenbahn kommen, ein besonderes Schnäppchen beim Eintrittspreis anzubieten. Deutlich sichtbar ist an der Zorgeseite bereits die 56 Meter lange Rutsche. Sie ist nicht aus transparentem Material, sondern eigentlich im Innern dunkel. Für die ausgefallene Atmosphäre sorgen Lichteffekte beim Durchrutschen. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den vielen Überraschungen, die man sich für die Besucher hat einfallen lassen.


Thomas Pape: Soziale Arbeit leistungsgerecht entlohnen
Auch sozial agierende Unternehmen sollten sich aus dem Bundesangestelltentarif (BAT) verabschieden können. Diese Ansicht vertritt der Geschäftsführer des Jugendsozialwerkes Nordhausen, Thomas Pape, gegenüber der nnz. Das Jugendsozialwerk hatte bereits im vergangenen Jahr die bestehenden Verträge fristgerecht gekündigt (nnz berichtete). Der BAT sei mehr für die Bereiche der kommunalen Verwaltung zugeschnitten, eine leistungsgerechte Entlohnung der Mitarbeiter, so wie es Pape vorhat, sei für ihn kein Lohndumping. Natürlich sei es schwierig, Kriterien zu finden. Doch warum solle der Erfolg einer Schuldner- oder Erziehungsberatung, warum sollte die Belegung eines Heimes nicht Meßlatte für die Einschätzung der Arbeit der dort tätigen Mitarbeiter sein, fragt Pape. In mehreren sozialen Verbänden sei das Agieren mit Punkten oder Bewertungstabellen an der Tagesordnung. Außerdem ermögliche der BAT keine Differenzierung nach Leistung, sondern nur nach Lebensalter oder sozialer Stellung. „Für gleiche Arbeit und Leistung müsse es eine gleiche Entlohnung geben, unabhängig vom Alter oder der Anzahl der Kinder“, plädiert Pape für das Modell.


Immer noch Widerstand gegen geplanten Gipsabbau
Die Stadt Nordhausen wird nach nnz-Informationen jetzt massiv die Durchführung des Raumordnungsverfahrens (ROV) zum Winkelberg beim Landesverwaltungsamt Weimar (LVA) einfordern. Grund hierfür sind Forderungen im sogenannten Regionalen Raumordnungsplan für Nordthüringen. Dort ist festgehalten, daß überall dort, wo sogenannte „weiße Flecken“ ausgewiesen sind, weitere Abstimmungen auch mit den Kommunen vorzunehmen sind. Hier hegt die Stadt die Hoffnung, daß der weitere Gipsabbau am Winkelberg nicht verträglich für die Umgebung sei. Bei einem ROV seien letztlich die Fachleute gefragt, eine Einflußnahme der Politik sei weitestgehend ausgeschlossen. Der Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz erstreckt sich über 40 Hektar, davon seien 18 Hektar in den sogenannten Gipskompromiß eingegangen. Ein Kompromiß, an dem die Stadt Nordhausen nie beteiligt gewesen sei. Ein Kompromiß, der besagt, daß auf diesen 18 Hektar Gips abgebaut werden könne. Der Anfang ist gemacht. Noch in diesem Jahr könnten sich die Zähne der Bagger auf einer Fläche von 1,8 Hektar in die einmalige Landschaft bei Rüdigsdorf fressen. Gegenwärtig prüfe das Abbauunternehmen einen Abtransport des Gips durch die Ortslage von Petersdorf, erfuhr nnz. Bereits von diesem ersten Abbau seien prioritäre (europaweit schützenswerte) Lebensarten der Flora und Fauna gleichermaßen betroffen.
Autor: nnz

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