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Vorgaben unterbieten

Donnerstag, 30. November 2006, 16:05 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Personalkosten in den Verwaltungen sind immer mal wieder ein politischer Streitfall. Seit Jahren ist das zum Beispiel zwischen Teilen des Kreistages und des Landratsamtes so. Es geht aber auch geräuschloser...


Die Vorgaben der Stadträte bei der Personalentwicklung der Stadtverwaltung können unterboten werden. „Wir haben die Gesamtstellenzahl seit 2001 bis heute um genau 30 Stellen auf 358 Stellen reduziert. Damit bleiben wir mit zwei Stellen unter der Vorgabe der Stadträte aus dem Konzept“, sagte Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD). Das entsprechende Konzept war von den Stadträten für die Jahre 2002 bis 2006 verabschiedet worden. Bis zum Jahr 2012 sei geplant, die Zahl der Stellen um weitere 34 auf 324 zu senken. Dies bedeute gegenüber dem Stellenplan von 2006 eine weitere Reduzierung um 9 Prozent.

Auf Grund der eingeleiteten Personalmaßnahmen von 2002 bis 2006 konnten rund 4,1 Millionen Euro eingespart werden. Prognostiziert werden für die Jahre 2007 bis 2012 weitere 4,8 Millionen Euro an Einsparpotential. Durch den Personalabbau der letzten Jahre seien die Personalkosten prozentual wesentlich geringer gestiegen als dies durch Tarif- und Alterstufensteigerungen, Ost-Westanpassungen und Preissteigerungen im Bereich der Krankenkassen, Beamtenversorgung, Zusatzversorgung der Fall gewesen wäre.

„Allerdings werden die Personalkosten bis zum Jahr 2012 trotzdem weiter steigen, da die Einsparungen durch den Personalabbau nicht so groß sein werden wie die jährliche Tarif- und Kostensteigung“, sagte Jendricke.

Hauptgrund für die deutliche Reduzierung des Personals bei der Stadtverwaltung sei der Abschluss von Altersteilzeitverträgen. „Bis heute wurden 59 Altersteilzeitverträge abgeschlossen. Dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent aller Beschäftigten. Bis Ende 2009 werden 47 MitarbeiterInnen auf diesem Wege aus der Stadtverwaltung endgültig ausscheiden.“

Insbesondere 2008 und 2009 werde es weitere drastische Personalreduzierungen geben: „2009 und 2010 werden jeweils noch einmal 13 Stellen wegfallen, schließlich muss der Bevölkerungsrückgang auch bei der Personalbemessung berücksichtigt werden“, sagte Jendricke.

„Trotz aller Personalreduzierungen werden wir allerdings immer wieder jungen Leuten die Chance zum Berufseinstieg geben. So werden wir bei unabweisbaren Stellen-Neubesetzungen vermehrt auf unsere Auszubildenden zurückgreifen. Allein in diesem Jahr haben wir 23 jungen Menschen die Möglichkeit zur Ausbildung gegeben“, sagte Jendricke. Auch auf Absolventen der Nordhäuser Fachhochschule möchte die Stadtverwaltung in den nächsten Jahren zurückgreifen, wenn neue Stellen besetzt werden müssen.
Autor: nnz

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