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Aus dem Hauptausschuss

Badehaus und Bürgerservice sehen sich auf dem richtigen Weg

Mittwoch, 04. Juni 2025, 18:36 Uhr
Im Nordhäuser Hauptausschuss hatte man heute viel zu besprechen. Unter anderem ging es um die Entwicklung im Badehaus und beim Bürgerservice…

Den Anfang machte der Oberbürgermeister mit allgemeinen Informationen. Am Wochenende nach Pfingsten steht das Rolandsfest vom 13.6 bis 15.6. an. Erwartet werden dann auch Gäste aus den Partnerstädten Bochum und Ostrów Wielkopolski, die sich bei dieser Gelegenheit in das goldene Buch der Stadt eintragen sollen. Anlass dafür sind das 30. und 35. Jubiläum der Städtepartnerschaften. Einen Eintrag in das Ehrenbuch hat sich auch Michael Garke verdient, der seine letzte Saison als Nordhäuser Roland auf den Festbühnen geben wird und sich ebenfalls auf den Seiten des goldenen Buches verewigen darf.

In Krimderode soll am 27.6 „Brückenfest“ gefeiert werden. Die zwei Zorgebrücken sollen dann frei gegeben werden, die Sanierung habe lange genug gebraucht, sagt der OB, die Freigabe sei ein guter Zeitpunkt für ein Ortsteilfest.

Auch an anderen Baustellen geht es voran, die noch in der Sanierung befindlichen Hortgebäude werden über die Sommerferien ihre neue Innenausstattung erhalten. Auf der Zielgeraden sieht man sich auch beim Großprojekt Theater, im Hauptausschuss wurden heute Maler- und Bodenbelagsarbeiten vergeben, zwei der letzten Lose in der langen Liste der Baumaßnahmen. Eine Fertigstellung im April kommenden Jahres sei weiter fest im Blick, gab der OB zu Protokoll.

Die Bürgerliste Südharz hat einen Antrag zur Einrichtung von offizielllen Ladebereichen in der Stadt eingebracht. Dabei geht es nicht etwa um Stromladepunkte sondern um Flächen für die Be- und Entladung im gewerblichen Bereich. Zuständig ist der Stadtrat im Sinne des übertragenen Wirkungskreises hier eigentlich nicht, erläuterte Oberbürgermeister Buchmann, eine Einschätzung könne man diesbezüglich aber durchaus abgeben.

Das Badehaus ist auf dem richtigen Weg
Die SPD wollte noch einmal an den zum Jahresanfang geänderten Öffnungszeiten des Badehauses drehen. Im Hintergrund habe es dazu zuletzt diverse Gespräche gegeben, so Hans-Georg Müller, man werde den bisherigen Antrag abändern und werde sich die Entwicklung im Badehaus in den kommenden Wochen und Monaten ansehen und das Anliegen dann konkretisieren.

Was da besprochen wurde, das führte Badehaus-Chef Jens Eisenschmidt genauer aus. Die zwanzigseitige Präsentation aus dem Aufsichtsrat wurde heute nicht noch einmal herausgeholt. An den Öffnungszeiten des Hauses hatte sich fast ein Vierteljahrhundert nichts geändert, die Gesellschaft drumherum allerdings schon, es sollte deswegen geprüft werden ob die Zeiten noch Zeitgemäß sind. Mit Hilfe aus dem Thüringer Bäderkreis und einem Blick auf die Kollegen im Rest des Freistaates wurden die Öffnungszeiten schließlich angepasst. In Gänze hat das Haus heute 20 Prozent weniger Öffnungszeit als in der Vergangenheit. „Wir haben das nicht mal eben so gemacht, da hängt von den Schulstunden, Lieferzeiten, Reinigungsabläufen und Arbeitsverträgen eine Menge dran“, sagt Eisenschmidt.

Die Entwicklung der letzten vier Monate sei besser als erwartet, gerechnet hatte man mit Einbußen bei den Besucherzahlen von fünf bis zehn Prozent. Im Januar und Februar lag man in etwa in diesem Bereich mit einem Minus von sieben bis acht Prozent, im März waren es nur noch vier bis fünf Prozent, im April lag man mit dem Vorjahr gleich auf und im Mai habe man sogar mehr Besucher als im gleichen Zeitraum in 2024 gezählt. Weniger Angebote mache man nicht, das sei schlicht nicht die Realität. Die Besucher hätten die neuen Öffnungszeiten angenommen, die an sich kritikfreudigen Nordhäuser hätten sich zurückgehalten. Auf rund 1.200 Besucher pro Woche seien 50 Beschwerden ob der Änderungen gekommen, eine davon schriftlich.

Ein gewichtiger Punkt für die Anpassung sei die Mitarbeiterzufriedenheit gewesen, auch das ein Teil des gesellschaftlichen Wandels. „Schichtdienst macht nicht mehr jeder“, sagt Eisenschmidt, die Belastung im Bäderbetrieb sei nicht zu unterschätzen, verliere man das Personal, gehe auch das Angebot früher oder später flöten. Zudem sei abzuwägen, wie man die Finanzen effektiv einsetzen kann. Stünde die Entscheidung eine Stunde länger das Bad offen zu haben, einen dringend notwendigen Imbisswagen für den Saisonbetrieb am Kiesschacht zu bezahlen oder endlich das Salzabad anzupacken, wäre Eisenschmidt eher bei Letzteren Punkten, die Entscheidung obliege aber den Stadträten. Eine Rolle rückwärts nach vier Monaten sei schwer zu machen, besser sei es, die Lage im Herbst noch einmal in Ruhe zu betrachten.

Im übrigen: die Badesaison am Kiesteich wird, je nach Wetterlage, nach Pfingsten starten.

Leitung für das Kulturamt
In zwei Jahren feiert die Stadt Nordhausen ihren 1.100 Geburtstag. Im Zuge des Jubiläums ist die Besetzung der Kulturamtsleitung wieder Thema. An einer entsprechenden Stellenausschreibung werde gearbeitet, so der OB, da die Position sowohl im Haushalt wie im Stellenplan vorgehalten werde sei ein entsprechender Antrag aus dem Stadtrat obsolet. Die direkte Besetzung obliege nicht dem Stadtrat.


Bürgerservice kommt aus der Krise
Ein weiterer Antrag kommt aus den Reihen der Grünen und zielt auf Optimierungen im Bürgerservice ab. Der hatte in den letzten Monaten unter anderem mit neuen technischen Verfahren und knapper Personalsituation zu kämpfen.

Zur aktuellen Entwicklung berichtete Stefan Hafermalz der Leiter des Ordnungsamtes. Aufgaben des Bürgerservice wurden neu strukturiert und neues Personal eingestellt. „Es gibt neun Stellen, es arbeiten neun Leute, wovon vier noch eingelernt werden“, erläuterte Hafermalz. In den zurückliegenden Monaten hatte man mit diversen Abgängen zu kämpfen, mitunter hatten nicht neun sondern zwei Leute den Betrieb zu stemmen.

Ab dieser Woche wird die tagesaktuelle Terminvergabe eingeführt, Wartemarken für den direkten Besuch gibt es weiterhin die bis 30 Minuten vor Schließung vergeben werden, die Schließung über die Mittagszeit wie zuletzt ist Geschichte. Zwei Wochen vor den Ferien werde man zudem zusätzliche Termine anbieten.

In Zukunft gelte es Abläufe zu überprüfen und zu optimieren, digitale Angebote etwa zur Beantragung von Parkausweisen, dem Fundbüro, oder zur Ummeldung seien in Planung, die Umsetzung werde aber Zeit brauchen. „Wir sind optimistisch das wir das Schlimmste hinter uns haben“, sagt Hafermalz, der Service werde attraktiv und bürgerfreundlich. Wie sich die Lage weiter entwickelt könne man auch hier in den kommenden Wochen genauer beobachten, bot der OB an. Der Antrag geht in die erste Lesung, an sich sei man bereits auf den richtigen Weg.
Angelo Glashagel
Autor: red

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