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Bitte um Zustimmung zu Windpark im harz

Mittwoch, 04. Juni 2025, 15:17 Uhr
In den nächsten Tagen können die Bürger von Harztor zur Windenergie im Südharz auf den Gemarkungen von Ilfeld und Herrmannsacker abstimmen. Im folgenden nnz-Forumsbeitrag lesen Sie eine persönliche Auffassung dazu...


Wird das Projekt durch die Bürger abgelehnt, dann wird der Investor sich an einem anderen Standort einbringen. Dann fließt die Investition an einen anderen Ort. Wir haben nichts davon.

Das Projekt wird abgelehnt und der Investor setzt sich trotzdem durch und baut die Anlagen. Dann sind wir von allen weiteren Entscheidungsprozessen ausgeschlossen, denn wir sind ja dagegen. Mit großer Wahrscheinlichkeit gibt es dann auch keine finanziellen Vorteile. Da der Investor aus Hannover kommt, fließen alle Erträge komplett dort hin.

Wir entscheiden uns für den Bau der Windanlagen.
Das hat viele Vorteile.
Bei allen Entscheidungen bleiben wir mit eingebunden. Wir lassen uns über Alles informieren und können weiterhin unsere Vorstellungen einbringen. Bevor Verträge ausverhandelt werden, können wir unsere Bedingungen rein formulieren lassen. Das betrifft z. Bsp. Die Wegenutzung, die Aufforstung, die Einhaltung gesetzlicher forstwirtschaftlicher Vorgaben und sicher noch Einiges mehr. Wichtig ist, dass wir involviert sind.
Als Gegenargument gegen den Windpark werden vielfältige Aussagen getroffen. Bei der Befahrung der geplanten Standorte waren leider nur sehr wenige Menschen dabei. Ich habe teilgenommen und gesehen, dass die geplanten Standorte komplett Brachland sind. Wenn dort jetzt Windräder stehen, dann stören diese nicht im Geringsten.

Auf das Brachland muss wieder Wald hin, dass müssen wir einfordern. Aber Bäume wachsen langsam. In der geplanten Nutzungszeit von 20 Jahren die wahrscheinlich 40 Jahre betragen wird (10 Jahre Genehmigungsverfahren, 30 Jahre Nutzung) wachsen Bäume auf eine Größe von vielleicht 15 m (mitlesende Forstwirte bitte ich um Präzisierung). Bis dahin ist es Brachland. Wenn die Windkraftanlagen dort stehen, dann bringen diese Einnahmen für die Waldbesitzer, die Forstwirtschaft und die Ortsteile entsprechend Gemarkung. Diese Einnahmen werden dringend für die Wiederaufforstung benötigt.

Es gab bereits Vorschläge, wie die Energie auch regional genutzt werden kann. Der momentan angedachte Investor bietet da verschiede Möglichkeiten. So können sich Bürger oder Energiegenossenschaften direkt beteiligen.
Es soll auch einen Bürgerstrom geben. Der muss allerdings langfristig deutlich unter den Marktpreisen bleiben. Da sehe ich Handlungsbedarf.
Auch der der Gemeinde angebotene Anteil von 0,2 Cent pro kWh ist diskussionswürdig. Warum fordern wir nicht 0,8 Cent. Ob das Dursetzbar ist, ist Verhandlungssache. Aber es muss angegangen werden. In jedem Fall wird es Geld für die Gemeinden geben, dass es sonst nicht gibt.
Abschließend eine Anmerkung. Ein Vorsitzender eines regionalen Unternehmerverbands verhält sich ablehnend gegen dieses Projekt. Das überrascht mich. Es handelt sich doch um eine Investition in die Region. Und statt es abzulehnen könnte man andere Investoren suchen oder mit dem Investor günstigere Gewerbestrompreise vereinbaren.

Frank Seiler
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: red

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