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Wird alles teurer?

Dienstag, 28. November 2006, 16:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Ausspruch „Alles wird teuerer!“ geht vielen Zeitgenossen schnell von den Lippen. Doch lässt sich diese Feststellung auch belegen? Die nnz ist dieser Frage nachgegangen.


Das Verbraucherpreisniveau in Thüringen ging nach Berechnungen des Thüringer Landesamtes für Statistik von Mitte Oktober bis Mitte November 2006 leicht zurück (- 0,2 Prozent). Damit entsprach die Preisentwicklung in Thüringen dem bundesweiten Trend. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes sanken die Verbraucherpreise in Deutschland um 0,1 Prozent.

Der Rückgang in Thüringen um 0,2 Prozent wurde insbesondere durch saisonalbedingte Preisnachlässe bei der Personenbeförderung im Luftverkehr (- 8,9 Prozent), für Pauschalreisen (- 8,3 Prozent) und für Beherbergungsdienstleistungen (- 1,3 Prozent).
Uneinheitlich verlief die Preisentwicklung bei Mineralölprodukten (- 1,0 Prozent). Während leichtes Heizöl im November um 5,5 Prozent billiger war als im Vormonat, stiegen die Preise für Kraft- und Schmierstoffe für Privatfahrzeuge im November um 0,2 Prozent (im Oktober noch Minus 2,8 Prozent).

Dagegen stiegen die Preise für Nahrungsmittel um 0,5 Prozent.
Insbesondere für saisonabhängige Nahrungsmittel (+ 3,1 Prozent) wurden deutliche Preiszunahmen ermittelt.
Für Gemüse mussten die Kunden im November 3,4 Prozent mehr bezahlen als im Oktober 2006. Besonders tief mussten die Liebhaber von Blumenkohl in die Tasche greifen (+ 121,1 Prozent). Es folgten Salat (+ 43,2 Prozent), Zucchini oder Auberginen (+ 20,4 Prozent) und Gurken (+ 16,5 Prozent). Preiswerter als im Oktober waren u.a. Lauch oder anderes Blatt- und Stielgemüse (- 12,8 Prozent) und Paprikaschoten (- 9,6 Prozent).

Die Preise für Obst zogen um 2,0 Prozent an. Hier verteuerten sich u.a. Weintrauben um rund ein Fünftel (+ 19,9 Prozent). Bananen lagen im Preis um 4,4 Prozent und Kiwis um 3,0 Prozent über dem Niveau vom Oktober 2006. Preisnachlässe gab es u.a. bei Grapefruits (- 5,4 Prozent), Zitronen (- 3,7 Prozent) und Apfelsinen (- 3,6 Prozent).

Die Preise für alkoholische Getränke zogen gegenüber Oktober 2006 um 0,5 Prozent an. Dieser Preisanstieg resultierte insbesondere aus höheren Preisen für Wein und Bier (jeweils + 0,5 Prozent).

Erstmals in diesem Jahr lagen die Preise für'Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe' unter denen des Vormonats (- 0,1 Prozent). Da mehr als 30 Prozent aller Aufwendungen der Haushalte auf den Bereich 'Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe' entfallen, kommt diesem Komplex eine große Bedeutung bei der Betrachtung der Ausgabenstruktur und seiner Entwicklung zu.
Innerhalb dieses Komplexes verlief die Preisentwicklung allerdings sehr differenziert. Während die Preise für die Müllabfuhr (+ 0,8 Prozent), Gas (+ 0,8 Prozent), feste Brennstoffe (+ 1,5 Prozent) und Zentralheizung, Fernwärme u.a. (+ 0,3 Prozent) anzogen, mussten die Mieter für leichtes Heizöl 5,5 Prozent weniger zahlen.

Die Jahresteuerungsrate erreichte nach 1,2 Prozent im September und 1,4 Prozent im Oktober nunmehr 1,6 Prozent. Bundesweit betrug sie nach vorläufigen Ergebnissen 1,5 Prozent. In 10 der 12 Warenhauptgruppen stiegen die Preise in Thüringen gegenüber November 2005, dabei blieb die Reihenfolge der drei ersten Warenhauptgruppen gegenüber dem Vormonat unverändert.

Mit 4,0 Prozent lag die Jahresteuerungsrate im Bereich 'Alkoholische Getränke, Tabakwaren' am höchsten. Neben den Preisen für Tabakwaren (+ 4,8 Prozent) zogen auch die Preise für alkoholische Getränke (+ 2,5 Prozent) deutlich an.

Für den Bereich 'Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke' wurde eine Jahresteuerungsrate von 3,3 Prozent errechnet.
Nahrungsmittel verteuerten sich im November 2006 um durchschnittlich 3,3 Prozent. Bestimmt wurde die Preisentwicklung im Nahrungsmittelbereich durch höhere Preise für Gemüse (+ 18,0 Prozent) und Obst (+ 5,3 Prozent).
Für alkoholfreie Getränke mussten durchschnittlich 2,8 Prozent mehr gezahlt werden.

Wie im Vormonat, wurde die dritthöchste Jahresteuerungsrate für den Bereich 'Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe' mit abermals 2,3 Prozent ermittelt. Der Preisanstieg gegenüber November 2005 lag bei den Wohnungsnebenkosten mit 6,5 Prozent - darunter Müllabfuhr mit 23,0 Prozent - am höchsten.

Unter dem Preisniveau vom November 2005 lagen die Preise im Bereich 'Nachrichtenübermittlung' (- 2,3 Prozent) und 'Bekleidung und Schuhe' (- 0,4 Prozent).

Mit dem Rückgang der Verbraucherpreise zwischen Mitte Oktober und Mitte November 2006 ging auch der Indexstand zurück. Im November 2006 wurde ein Indexstand von 110,8 (Basisjahr 2000 = 100) erreicht.
Autor: nnz

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