Glücksspiel mit Spaß und Verantwortung
Mittwoch, 28. Mai 2025, 23:08 Uhr
Verbraucher stoßen auf Werbung für Online Casinos genauso wie auf Werbung dafür, Geld von diesen zurückzufordern. Wann ist Glücksspiel in Deutschland legal – und wann nicht?
Glücksspiel ist in Deutschland seit einigen Jahren legal. Trotzdem sind viele Verbraucher verunsichert. Was hat es mit Anzeigen in sozialen Netzwerken auf sich, in denen versprochen wird, bei illegalem Glücksspiel erlittene Verluste zurückzuholen? Warum werden Verbraucher für den Besuch im Online Casino zu Geldstrafen verurteilt, wenn Glücksspiel doch legal ist?
Die Verunsicherung fußt auf Fehlinformationen. Fakt ist: Am 01. Juli 2021 trat in Deutschland der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Seitdem sind Online Casinos hierzulande egal. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.
Damit ein Online Casino in Deutschland legal operieren darf, muss es über eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verfügen. Die GGL wurde eigens zur Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags gegründet. Ob ein Casino bei der GGL lizenziert ist, lässt sich auf der Whitelist der Behörde nachprüfen.
Ob ein Online Casino legal ist, hängt von der Lizenz ab
Es gibt hunderte Online Casinos, die im deutschsprachigen Internet sichtbar sind, aber nicht über eine Lizenz der GGL verfügen. Diese Anbieter sind illegal. Wer hier einzahlt und spielt, kann sich nach derzeitigem Stand strafbar machen. Häufig handelt es sich um Anbieter mit Sitz und Lizenz im EU-Ausland.
Wenn Anwaltskanzleien mit der Rückforderung von Glücksspielverlusten werben, bezieht sich dies ausschließlich auf solche illegalen Anbieter. Es ist nicht möglich, erlittene Verluste bei einem GGL-lizenzierten Casino zurückzufordern. Einige Anwaltskanzleien haben sich auf solche Rückforderungen spezialisiert und bieten ihren Mandanten die Eintreibung gegen eine Erfolgsbeteiligung an.
Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten. So sind die meisten Ansprüche, d.h. Verluste bei illegalen Online Casinos, im Jahr 2021 und davor entstanden – und somit in der Regel verjährt. Wer gegen ein ausländisches Online Casino klagt, geht zudem selbst ein rechtliches Risiko ein: Schließlich stellt auch die Teilnahme an illegalem Glücksspiel als Spieler in Deutschland eine Straftat dar.
Auch wenn in den Medien manchmal über erfolgreich eingeklagte Rückzahlungen berichtet wird: Meistens gibt es nichts. Erstens lassen sich viele Forderungen im Ausland nicht wirksam vollstrecken. So hat etwa Malta mit der Bill 55 ein Gesetz erlassen, das einheimische Casinos vor Rückzahlungsforderungen aus dem Ausland schützt. Maltesische Gerichte vollstrecken derlei Forderungen schlichtweg nicht. Auch die Beitreibung in außereuropäischen Ländern wie z.B. Curacao gestaltet sich oft sehr schwierig.
Illegale Online Casinos können Gewinne zurückfordern
Zweitens können Forderungen, die im Zusammenhang mit der Teilnahme an illegalem Glücksspiel heraus erhoben werden, im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten losgehen. So einem Verfahren, das schließlich vor dem österreichischen Obersten Gerichtshof (Geschäftszahl 8 Ob 21/24g) landete.
In der Klage war ein Verlust des Spielers beklagt und zurückgefordert worden. Doch offenbar handelte es sich um einen Rechenfehler: Im Prozess brachte das Online-Casino vor, dass es mehr Auszahlungen als Einzahlungen gegeben habe und daher ein Gewinn des Spielers vorliege – und reichte Gegenklage gegen den Spieler ein. Der Spieler wurde zur Rückzahlung der Gewinne verurteilt.
Gegen dieses Urteil wehrte sich der Betroffene erfolglos: Der Oberste Gerichtshof (OGH) kam zu dem Ergebnis, dass nicht nur Spielverluste bei illegalen Online-Casinos zurückgefordert werden können, sondern auch Online-Casinos die Gewinne von Spielern und Spielerinnen bei diesen aktiv einklagen können.
Wer in einem illegalen Online Casino gewinnt, muss also damit rechnen, den Gewinn nicht zu erhalten. Die rechtliche Position eines Spielers, der einen Gewinn in einem nicht lizenzierten Casino einklagt, ist damit denkbar schlecht: Die Klageerhebung dürfte nicht zur Auszahlung des Gewinns, im schlimmsten Fall aber zu einer Anzeige wegen der Teilnahme an illegalem Glücksspiel führen.
Auch Spielern drohen strafrechtliche Konsequenzen
Vielen Spielern ist nicht klar, dass auch die Teilnahme an illegalem Glücksspiel eine Straftat darstellt. § 285 StGB ist dabei eindeutig: Wer sich an einem öffentlichen Glücksspiel (§ 284) beteiligt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft.
Ein Urteil des Landgerichts Ravensburg zeigt, dass die Justiz im Fall von Gewinnen dazu neigt, diese über den Weg einer Geldstrafe einzuziehen. Von April 2022 bis Oktober 2022 nahm ein Mann 16-mal an nicht lizensiertem Glücksspiel teil. Dabei setzte insgesamt 3800 EUR und erzielte einen Gewinn von 2328 EUR. Deshalb hatte ihn das Amtsgericht Bad Saulgau im Oktober 2023 schuldig gesprochen.
Das Urteil: 40 Tagessätze zu je 70 EUR. Zudem wurde der gesamte Gewinn eingezogen. Bei der Berufung vor dem Landgericht konnte der Angeklagte zwar einerseits auf Milde hoffen: Der Fall ist vom Schuldgehalt sehr unten anzusiedeln, kommentierte damals Richter, Martin Hussels-Eichhorn. Die Einziehung des Gewinns sei jedoch unabdinglich.
Die Behörden kommen Spielern, die bei illegalen Online Casinos spielen, immer öfter auf die Schliche. Der Grund dafür sind Meldungen durch Zahlungsdiensteanbieter wie Kreditkartengesellschaften oder E-Wallet-Betreiber. Eine Einzahlung bei einem nicht-lizenzierten Casino kann deshalb -meist mit einigen Monaten Verzögerung – einen Strafbefehl nach sich ziehen.
Whitelist und mehr: So erkennen Verbraucher GGL-Casinos
Wer als Spieler auf der sicheren Seite stehen möchte, prüft deshalb vor der Kontoeröffnung bei einem Online Casino die Lizenz. In der Whitelist der GGL sind Marken und URLs sowie die dazugehörigen Unternehmen aufgeführt. Ist ein Casino auf der Whitelist vermerkt, ist Spielen dort legal. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Betreiber z.B. in Malta ansässig ist oder nicht – maßgeblich ist allein die behördliche Lizenz.
GGL-lizenzierte Anbieter sind noch an einigen weiteren Details zu erkennen – der Blick auf die Whitelist ist jedoch die einfachste und sicherste Erkennungsmethode. Andere Merkmale betreffen vor allem den Spielerschutz. So sind in Deutschland in der Regel nur Einzahlungen bis 1.000 EUR pro Monat zulässig, Einsätze auf 1 EUR pro Spielrunde begrenzt. Außerdem müssen alle GGL-Casinos mit der Spielersperrdatei OASIS verbunden sein. Wer darin vermerkt ist, kann bei deutschen Online Casinos nicht am Spiel teilnehmen.
Wer spielen möchte, sollte neben der Lizenz noch einige weitere Aspekte beachten, wie etwa Branchendienste wie Casinoservice.org empfehlen. So gibt es gerade auf dem noch jungen deutschen Markt erhebliche Qualitätsunterschiede. Diese betreffen etwa den Umfang des Spielesortiments, die verfügbaren Zahlungsmethoden, die Kundenfreundlichkeit von Bonusaktionen, die Ausschüttungsquoten von Spielen und die Erreichbarkeit des Kundenservices.
Autor: redGlücksspiel ist in Deutschland seit einigen Jahren legal. Trotzdem sind viele Verbraucher verunsichert. Was hat es mit Anzeigen in sozialen Netzwerken auf sich, in denen versprochen wird, bei illegalem Glücksspiel erlittene Verluste zurückzuholen? Warum werden Verbraucher für den Besuch im Online Casino zu Geldstrafen verurteilt, wenn Glücksspiel doch legal ist?
Die Verunsicherung fußt auf Fehlinformationen. Fakt ist: Am 01. Juli 2021 trat in Deutschland der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Seitdem sind Online Casinos hierzulande egal. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.
Damit ein Online Casino in Deutschland legal operieren darf, muss es über eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verfügen. Die GGL wurde eigens zur Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags gegründet. Ob ein Casino bei der GGL lizenziert ist, lässt sich auf der Whitelist der Behörde nachprüfen.
Ob ein Online Casino legal ist, hängt von der Lizenz ab
Es gibt hunderte Online Casinos, die im deutschsprachigen Internet sichtbar sind, aber nicht über eine Lizenz der GGL verfügen. Diese Anbieter sind illegal. Wer hier einzahlt und spielt, kann sich nach derzeitigem Stand strafbar machen. Häufig handelt es sich um Anbieter mit Sitz und Lizenz im EU-Ausland.
Wenn Anwaltskanzleien mit der Rückforderung von Glücksspielverlusten werben, bezieht sich dies ausschließlich auf solche illegalen Anbieter. Es ist nicht möglich, erlittene Verluste bei einem GGL-lizenzierten Casino zurückzufordern. Einige Anwaltskanzleien haben sich auf solche Rückforderungen spezialisiert und bieten ihren Mandanten die Eintreibung gegen eine Erfolgsbeteiligung an.
Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten. So sind die meisten Ansprüche, d.h. Verluste bei illegalen Online Casinos, im Jahr 2021 und davor entstanden – und somit in der Regel verjährt. Wer gegen ein ausländisches Online Casino klagt, geht zudem selbst ein rechtliches Risiko ein: Schließlich stellt auch die Teilnahme an illegalem Glücksspiel als Spieler in Deutschland eine Straftat dar.
Auch wenn in den Medien manchmal über erfolgreich eingeklagte Rückzahlungen berichtet wird: Meistens gibt es nichts. Erstens lassen sich viele Forderungen im Ausland nicht wirksam vollstrecken. So hat etwa Malta mit der Bill 55 ein Gesetz erlassen, das einheimische Casinos vor Rückzahlungsforderungen aus dem Ausland schützt. Maltesische Gerichte vollstrecken derlei Forderungen schlichtweg nicht. Auch die Beitreibung in außereuropäischen Ländern wie z.B. Curacao gestaltet sich oft sehr schwierig.
Illegale Online Casinos können Gewinne zurückfordern
Zweitens können Forderungen, die im Zusammenhang mit der Teilnahme an illegalem Glücksspiel heraus erhoben werden, im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten losgehen. So einem Verfahren, das schließlich vor dem österreichischen Obersten Gerichtshof (Geschäftszahl 8 Ob 21/24g) landete.
In der Klage war ein Verlust des Spielers beklagt und zurückgefordert worden. Doch offenbar handelte es sich um einen Rechenfehler: Im Prozess brachte das Online-Casino vor, dass es mehr Auszahlungen als Einzahlungen gegeben habe und daher ein Gewinn des Spielers vorliege – und reichte Gegenklage gegen den Spieler ein. Der Spieler wurde zur Rückzahlung der Gewinne verurteilt.
Gegen dieses Urteil wehrte sich der Betroffene erfolglos: Der Oberste Gerichtshof (OGH) kam zu dem Ergebnis, dass nicht nur Spielverluste bei illegalen Online-Casinos zurückgefordert werden können, sondern auch Online-Casinos die Gewinne von Spielern und Spielerinnen bei diesen aktiv einklagen können.
Wer in einem illegalen Online Casino gewinnt, muss also damit rechnen, den Gewinn nicht zu erhalten. Die rechtliche Position eines Spielers, der einen Gewinn in einem nicht lizenzierten Casino einklagt, ist damit denkbar schlecht: Die Klageerhebung dürfte nicht zur Auszahlung des Gewinns, im schlimmsten Fall aber zu einer Anzeige wegen der Teilnahme an illegalem Glücksspiel führen.
Auch Spielern drohen strafrechtliche Konsequenzen
Vielen Spielern ist nicht klar, dass auch die Teilnahme an illegalem Glücksspiel eine Straftat darstellt. § 285 StGB ist dabei eindeutig: Wer sich an einem öffentlichen Glücksspiel (§ 284) beteiligt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen bestraft.
Ein Urteil des Landgerichts Ravensburg zeigt, dass die Justiz im Fall von Gewinnen dazu neigt, diese über den Weg einer Geldstrafe einzuziehen. Von April 2022 bis Oktober 2022 nahm ein Mann 16-mal an nicht lizensiertem Glücksspiel teil. Dabei setzte insgesamt 3800 EUR und erzielte einen Gewinn von 2328 EUR. Deshalb hatte ihn das Amtsgericht Bad Saulgau im Oktober 2023 schuldig gesprochen.
Das Urteil: 40 Tagessätze zu je 70 EUR. Zudem wurde der gesamte Gewinn eingezogen. Bei der Berufung vor dem Landgericht konnte der Angeklagte zwar einerseits auf Milde hoffen: Der Fall ist vom Schuldgehalt sehr unten anzusiedeln, kommentierte damals Richter, Martin Hussels-Eichhorn. Die Einziehung des Gewinns sei jedoch unabdinglich.
Die Behörden kommen Spielern, die bei illegalen Online Casinos spielen, immer öfter auf die Schliche. Der Grund dafür sind Meldungen durch Zahlungsdiensteanbieter wie Kreditkartengesellschaften oder E-Wallet-Betreiber. Eine Einzahlung bei einem nicht-lizenzierten Casino kann deshalb -meist mit einigen Monaten Verzögerung – einen Strafbefehl nach sich ziehen.
Whitelist und mehr: So erkennen Verbraucher GGL-Casinos
Wer als Spieler auf der sicheren Seite stehen möchte, prüft deshalb vor der Kontoeröffnung bei einem Online Casino die Lizenz. In der Whitelist der GGL sind Marken und URLs sowie die dazugehörigen Unternehmen aufgeführt. Ist ein Casino auf der Whitelist vermerkt, ist Spielen dort legal. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Betreiber z.B. in Malta ansässig ist oder nicht – maßgeblich ist allein die behördliche Lizenz.
GGL-lizenzierte Anbieter sind noch an einigen weiteren Details zu erkennen – der Blick auf die Whitelist ist jedoch die einfachste und sicherste Erkennungsmethode. Andere Merkmale betreffen vor allem den Spielerschutz. So sind in Deutschland in der Regel nur Einzahlungen bis 1.000 EUR pro Monat zulässig, Einsätze auf 1 EUR pro Spielrunde begrenzt. Außerdem müssen alle GGL-Casinos mit der Spielersperrdatei OASIS verbunden sein. Wer darin vermerkt ist, kann bei deutschen Online Casinos nicht am Spiel teilnehmen.
Wer spielen möchte, sollte neben der Lizenz noch einige weitere Aspekte beachten, wie etwa Branchendienste wie Casinoservice.org empfehlen. So gibt es gerade auf dem noch jungen deutschen Markt erhebliche Qualitätsunterschiede. Diese betreffen etwa den Umfang des Spielesortiments, die verfügbaren Zahlungsmethoden, die Kundenfreundlichkeit von Bonusaktionen, die Ausschüttungsquoten von Spielen und die Erreichbarkeit des Kundenservices.
