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Familienbund der Katholiken

Verantwortung teilen, Familie stärken

Donnerstag, 29. Mai 2025, 16:00 Uhr
Zum Vatertag richtet der Familienbund der Katholiken in Thüringen den Blick auf eine leise, aber folgenreiche Schieflage im Familienalltag...

Wer plant die U-Untersuchung, wer denkt an die Regenkleidung, wer füllt das Klassenfahrtformular aus? Auch wenn sich viele Väter heute mehr denn je in ihre Familien einbringen, bleibt die mentale Familienverantwortung – der sogenannte Mental Load – oft unsichtbar und ungleich verteilt.

„Väter wollen präsent sein – und sie sind es auch längst: beim Vorlesen, Toben, Zuhören. Doch das Denken und Planen im Hintergrund – das bleibt häufig an den Müttern hängen“, sagt Johannes Döring, Geschäftsführer des Familienbundes. „Das ist kein Vorwurf an Väter. Es ist ein Hinweis auf strukturelle Lasten, die oft unbemerkt bleiben und Familien auf Dauer belasten.“

Gemeinsam gestalten statt aufteilen
Viele Väter wünschen sich mehr Zeit mit ihren Kindern und würden gerne mehr Verantwortung übernehmen – aber sie stoßen auf reale Hürden: finanzielle Zwänge, fehlende Teilzeitmodelle, traditionelle Rollenerwartungen oder Unsicherheit im Umgang mit Erziehungsaufgaben.
„Wir sehen kein Versäumnis einzelner Familien. Wir sehen eine Aufgabe für Politik, Gesellschaft und Arbeitgeber: nämlich Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen familiäre Verantwortung partnerschaftlich gelebt werden kann – in Freiheit und Selbstbestimmung“, so Döring.

Kinder brauchen Väter
Eine verlässliche Vater-Kind-Beziehung stärkt Kinder emotional, sozial und kognitiv. Väter, die Verantwortung übernehmen, fördern das Selbstvertrauen und die Neugier ihrer Kinder. Auch Partnerschaften profitieren: Wenn Erziehungs- und Alltagsverantwortung geteilt werden, erleben Paare mehr Zufriedenheit, weniger Überlastung – und echte Wahlmöglichkeiten für beide Elternteile.

„Das Engagement der Väter ist da. Was fehlt, ist der Rückenwind. Wir brauchen politische Impulse, die väterliche Präsenz nicht nur ermöglichen, sondern auch bestärken – ohne Familien vorzuschreiben, wie sie ihr Zusammenleben gestalten sollen“, betont Döring.

Zum Vatertag fordert der Familienbund:
  • Mental Load sichtbar machen – als politisches, gesellschaftliches und betriebliches Thema
  • Mehr Flexibilität bei Elternzeit und Arbeitszeitmodellen, die auch Vätern echte Beteiligung
  • ermöglichen
  • Wahlfreiheit stärken, nicht durch Vorgaben, sondern durch gerechte Rahmenbedingungen
  • Respekt vor der Vielfalt von Familienmodellen: Väter in Teilzeit, Patchwork-Konstellationen, in
  • Mehrkindfamilien und als Alleinerziehende – sie alle verdienen passende Unterstützung


„Familien brauchen keine Vorschriften, sondern Vertrauen – und konkrete Entlastung. Verantwortung teilen heißt nicht, alles halbe-halbe zu machen. Es heißt, gemeinsam zu tragen, was Familie ausmacht“, so Döring abschließend.
Autor: red

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