Keine Chance für einen Verkauf
Montag, 14. Januar 2002, 09:50 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Situation am Nordhäuser Reemtsma-Standort hat sich in den zurückliegenden Wochen kaum verändert. Es wird produziert. Mehr nicht.
Obwohl die Produktion im Bereich des Normalen liegt, schwebt über der Straße der Genossenschaften ein bedrückende Gefühl. Es geht dem Ende entgegen. Mitte des Jahres wird der Betrieb geschlossen. An dieser Entscheidung der Konzernzentrale hat sich bislang nichts geändert.
Noch im vergangenen Jahr zeigten sich die Politik und die Gewerkschaft kämpferisch (siehe dazu auch im nnz-Archiv). Wir wollen den Standort in Nordhausen nicht kampflos aufgeben, kündigten Landrat, Oberbürgermeisterin und die Gewerkschaft NGG auf einer Belegschaftsversammlung an. Worte, denen nach Ansicht von Betriebsrat Harald Messner keine Taten folgten. Auch die Landesregierung habe dieses Thema abgehakt. Weder in Hamburg, Erfurt noch in Nordhausen habe sich ein Interessent für den Kauf des Standortes gemeldet.
In der Hamburger Konzernzentrale wird hingegen über den Verkauf des gesamten Unternehmens nachgedacht. Wie die "Financial Times Deutschland" am Freitag berichtete, wollten die Interessenten Gallaher, Japan Tobacco, Altadis (Gauloises) und Imperial Tobacco an diesem Tag ihre Pläne vorstellen. Sowohl Reemtsma wie auch der Mehrheitseigentümer Tchibo lehnten Kommentare zu dem Bericht ab. 75,1 Prozent von Reemtsma gehören Tchibo, der Rest Mitgliedern der Reemtsma-Familie. Laut "Financial Times Deutschland" wird der Wert von Reemtsma mit sechs Milliarden Euro angesetzt.
Im Erfurter Wirtschaftsministerium ist man längst zur Tagesordnung übergegangen. Mit der LEG kümmert man sich um Investoren in Thüringen, nur nicht für den Nordhäuser Standort. Harald Meßner weiß von einem Interessenten, der sich jedoch nur mal den Standort in der Rolandstadt angesehen haben soll. Gespräche gab es aber nicht. Im Unternehmens selbst hat man sich mit dem Schicksal abgefunden. Ein vorliegender Sozialplan soll den Gang in die Arbeitslosigkeit oder zu anderen Standorten versüßen. Das Papier ist in den wesentlichen Punkten ausgearbeitet, die redaktionelle Fassung soll in den kommenden zwei Wochen zur Unterschrift vorgelegt worden. Es wurden gute Bedingungen für die Kollegen ausgehandelt. So können diejenigen, die von Nordhausen an andere Standorte wechseln wollen zum Beispiel eine Testzeit in Hannover oder Berlin absolvieren, so Meßner zur nnz.
Bis Mitte Februar könnten sich die Mitarbeiter entscheiden, ob sie künftig Reemtsma-Mitarbeiter bleiben oder ob sie sich im Nordhäuser Arbeitsamt melden wollen. Der Betriebsrat rechnet damit, dass sich maximal 90 Kollegen für einen Umzug entscheiden werden. Nach dem 15. Februar werden die konkreten Angebote seitens des Unternehmens vorgelegt, dann gibt es noch eine Bedenkzeit von zwei Wochen.
Autor: nnzObwohl die Produktion im Bereich des Normalen liegt, schwebt über der Straße der Genossenschaften ein bedrückende Gefühl. Es geht dem Ende entgegen. Mitte des Jahres wird der Betrieb geschlossen. An dieser Entscheidung der Konzernzentrale hat sich bislang nichts geändert.
Noch im vergangenen Jahr zeigten sich die Politik und die Gewerkschaft kämpferisch (siehe dazu auch im nnz-Archiv). Wir wollen den Standort in Nordhausen nicht kampflos aufgeben, kündigten Landrat, Oberbürgermeisterin und die Gewerkschaft NGG auf einer Belegschaftsversammlung an. Worte, denen nach Ansicht von Betriebsrat Harald Messner keine Taten folgten. Auch die Landesregierung habe dieses Thema abgehakt. Weder in Hamburg, Erfurt noch in Nordhausen habe sich ein Interessent für den Kauf des Standortes gemeldet.
In der Hamburger Konzernzentrale wird hingegen über den Verkauf des gesamten Unternehmens nachgedacht. Wie die "Financial Times Deutschland" am Freitag berichtete, wollten die Interessenten Gallaher, Japan Tobacco, Altadis (Gauloises) und Imperial Tobacco an diesem Tag ihre Pläne vorstellen. Sowohl Reemtsma wie auch der Mehrheitseigentümer Tchibo lehnten Kommentare zu dem Bericht ab. 75,1 Prozent von Reemtsma gehören Tchibo, der Rest Mitgliedern der Reemtsma-Familie. Laut "Financial Times Deutschland" wird der Wert von Reemtsma mit sechs Milliarden Euro angesetzt.
Im Erfurter Wirtschaftsministerium ist man längst zur Tagesordnung übergegangen. Mit der LEG kümmert man sich um Investoren in Thüringen, nur nicht für den Nordhäuser Standort. Harald Meßner weiß von einem Interessenten, der sich jedoch nur mal den Standort in der Rolandstadt angesehen haben soll. Gespräche gab es aber nicht. Im Unternehmens selbst hat man sich mit dem Schicksal abgefunden. Ein vorliegender Sozialplan soll den Gang in die Arbeitslosigkeit oder zu anderen Standorten versüßen. Das Papier ist in den wesentlichen Punkten ausgearbeitet, die redaktionelle Fassung soll in den kommenden zwei Wochen zur Unterschrift vorgelegt worden. Es wurden gute Bedingungen für die Kollegen ausgehandelt. So können diejenigen, die von Nordhausen an andere Standorte wechseln wollen zum Beispiel eine Testzeit in Hannover oder Berlin absolvieren, so Meßner zur nnz.
Bis Mitte Februar könnten sich die Mitarbeiter entscheiden, ob sie künftig Reemtsma-Mitarbeiter bleiben oder ob sie sich im Nordhäuser Arbeitsamt melden wollen. Der Betriebsrat rechnet damit, dass sich maximal 90 Kollegen für einen Umzug entscheiden werden. Nach dem 15. Februar werden die konkreten Angebote seitens des Unternehmens vorgelegt, dann gibt es noch eine Bedenkzeit von zwei Wochen.
