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30 Jahre junger Zirkus Zappelini

Zu Hause im Circus

Freitag, 23. Mai 2025, 19:35 Uhr
Drei Jahrzehnte Circus, drei Tage Party - Zappelini feiert an diesem Wochenende großen Geburtstag mit vielen Gästen, alten Freunden und neuen Shows. Zum Auftakt waren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf der Bühne…

Der junge Zirkus Zappelini feiert 30. Geburtstag (Foto: agl) Der junge Zirkus Zappelini feiert 30. Geburtstag (Foto: agl)


Als die Zappelinis angefangen haben, da hat alles was der neu aus der Taufe gehobene Zirkus sein Eigen nannte, in eine Kiste gepasst. Eine große Kiste war es, aber heute würde die unter dem blauen Firmament des eigenen Zirkuszeltes eher verzwergt. Nach dem ersten paar Trainingsrunden im Clubhaus zog man unter das Dach des Badehauses, danach residierte man fast 20 Jahre lang in der Grimmelallee, erinnert sich Alexander Jäger. Neun Jahre war er damals alt, heute leitet er zusammen mit Steffi Böttcher die Nachwuchs-Artisten an.

Und was die auf die Bühne bringen ist und bleibt eindrucksvoll. Bald drei Meter über dem Boden am Trapez zu balancieren, allein den Mut dazu aufzubringen sich in die Höhe zu schwingen, dass kann man nicht mal eben einfach so lernen und nicht irgendwo. Das braucht Zeit, Disziplin, Technik, Anleitung und den richtigen Ort. Und doch lassen es die Kinder auch heute wieder leicht aussehen, ob im Tuch, auf dem Einrad oder am Trampolin.

Drei Generationen "Zappelinis" hat das Nordhäuser Zirkusprojekt hervorgebracht (Foto: agl) Drei Generationen "Zappelinis" hat das Nordhäuser Zirkusprojekt hervorgebracht (Foto: agl) Drei Generationen „Zirkuskinder“ hat Nordhausen inzwischen, aus einigen sind Zirkuseltern geworden und sogar Zirkus-Großeltern gibt es bereits. Der Vater des Ganzen, der ehemalige Theaterintendant Christoph Nix, konnte aus gesundheitlichen Gründen zum 30. Geburtstag leider nicht dabei sein, dafür kamen viele andere Freunde und Unterstützer zum blauen Zelt am Alten Tor. „Zappelini, das ist zu Hause“, sagt Merlin, einst eines der „Zirkuskinder“ und heute selber Zirkuspädagoge. Eva Lankau, bis vor ein paar Jahren kreative Kraft im jungen Theater, erzählt davon wie aus Kollegen Freunde wurden und wie tief sich Arbeit und Leben verwoben haben - Zirkus, Zirkus, Zirkus, Mittagessen bei Ercan, Zirkus, Zirkus. Zirkus.

Man lebt für die Bühne, für die Freiheit sich ausprobieren zu können, für die Offenheit, die man allen und allem Neuen entgegenbringt, für den Zirkus als modernes Amalgan aller Kunst. Sorgen um die Zukunft wollte man sich heute nicht machen, wobei bei den Wünschen für die kommenden Jahre eine stabile Finanzierung ganz oben steht. Ein eigener Proberaum samt ordentlicher Umkleide, ein (vielleicht auch zwei) extra große Trampoline und eine Übernachtung im Zirkuszelt haben es auch auf die Wunschliste geschafft.

Kein Geburtstag ohne Kuchen - trotz Regen ließ man es sich am Nachmittag vor dem Zelt gut gehen (Foto: agl) Kein Geburtstag ohne Kuchen - trotz Regen ließ man es sich am Nachmittag vor dem Zelt gut gehen (Foto: agl)


Viel Strahlkraft hat man schon jetzt, auch über die Stadt hinaus, was die Kollegen vom Circus MoMoLo aus Jena und der Kinderzirkus Tasifan aus Weimar nur zu gerne unterstreichen. Eine Strahlkraft, die es zu erhalten wert ist, meint Landrat Jendricke, der heute ebenfalls im Publikum saß und Glückwünsche überbrachte, ehe es an den Anschnitt des Geburtstagskuchens ging.

Morgen wird weiter gefeiert, man hat die „Ehemaligen“ eingeladen und will in trauter Runde auf die letzten 30 Jahre zurückblicken. Am Sonntag steht schließlich um 18 Uhr die große Jubiläums-Show an, unter anderem mit Matthias Romir, dem „Schwarzclown“, Luftartistin Jana Korb, Jule Schuster am Schlappseil und Jonglage mit „NO CLUBS IN HEAVEN“.
Angelo Glashagel
Autor: red

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