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Online-Befragung des Kreisjugendrings

Wenn es im Mai Merz wird…

Freitag, 23. Mai 2025, 10:19 Uhr
Die Bundeskanzler-Wahl ist vorüber. Friedrich Merz ist der neue Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und wenn sein Weg dorthin vor allem eins war, dann: holprig. Zur Wahl hatte der Kreisjugendring den Nordhäuser Nachwuchs befragt...

Der 06. Mai 2025 geht zu Recht in die (deutschen) Geschichtsbücher ein. Das erste Mal seit dem Bestehen der Bundesrepublik hat ein Kanzler im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Kanzlermehrheit der Stimmen bekommen. Die Stille der Anwesenden im Plenum sprach dabei Bände. So etwas hatte es bisher nicht gegeben.

Schon weit im Vorfeld wurde darüber debattiert, ob Friedrich Merz zum Kanzler taugt oder ob andere Kandidat:innen der Union nicht geeigneter für den Posten wären. Auch die Volksstimmen sind gespalten. Während in der einen Ecke vollkommene Zufriedenheit über der Nominierung von Friedrich Merz herrscht und seine große, wirtschaftliche Kompetenz hervorgehoben wird, werden auf der anderen Seite auch ablehnende Stimmen laut. Merz sei „zu alt“ oder ihm fehle es an Charisma und Ausstrahlung, was für einen Bundeskanzler von großer Wichtigkeit wäre.

Die gespaltene Situation hat sich auch acht Monate später, pünktlich zur Bundeskanzler-Wahl nicht wirklich verändert. Selbst innerhalb der neuen GroKo gehen die Meinungen auseinander, was das Wahlergebnis zeigt. Der erste Wahlgang ist gescheitert und eine große Frage taucht auf: Wie geht es jetzt weiter?
Merz wurde zum „Doch-noch-Kanzler“ und trat sein Amt noch am gleichen Tag der gescheiterten Wahl an.

In der Regierungserklärung vom 14.05.2025 richtet sich der neue Bundeskanzler auch an die junge Generation und verspricht einen neuen Generationsvertrag. Die Regierung müsse aufgrund der demographischen Entwicklung des Landes in dieser Wahlperiode ein Zeichen setzen, doch auch die junge Generation müsse dabei mithelfen.

Ein „Angebot“, was bei eben dieser Generation scheinbar nicht so gut ankommt, wie vielleicht erhofft. Die Social Media- Kommentare unter einem Video des Bayrischen Rundfunks sprechen dabei für sich. Inmitten von allerlei negativen Kommentaren, Empörungen über Merz geplante Rentenpolitik und Aussagen wie „Die junge Generation hat ihn nicht gewählt“ fällt es schwer, positive Stimmen zu finden.

Nach der Wahl herrschen Unsicherheit und auch Unmut, vor allem bei der jungen Generation. Doch wie sieht es explizit im Landkreis Nordhausen aus? Wie steht die junge Generation dieser Region zu Friedrich Merz und seiner Wahl?

1 https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/leserdebatte-kann-friedrich-merz-kanzler-01/100070358.html
2 https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/kommentar-merz-der-doch-noch-kanzler,UkR7lUU
3 https://www.tiktok.com/@br24/video/7504326328900979991

Mithilfe einer Online-Befragung hatten Kinder und Jugendliche des Landkreises (im Alter von 10 bis 27 Jahren) die Möglichkeit, ihr Stimmungsbild zur Bundeskanzler-Wahl und Friedrich Merz abzugeben. Die Umfrage wurde durch Mitarbeitende der Jugendverbandsarbeit im Kreisjugendring Nordhausen erstellt und durchgeführt. Die Ergebnisse spiegeln geteilte Meinungen wider.

Bei der wohl wichtigsten Frage des ganzen Surveys hat die junge Generation nicht enttäuscht, denn nur drei Personen aller Befragten wussten nicht, dass Friedrich Merz Deutschlands neuer Bundeskanzler ist. Alle anderen hatten die Wahl selbst verfolgt oder das Wahlergebnis im Nachgang zur Kenntnis genommen. Wie zufrieden sie mit dem Ergebnis der Wahl sind, wurde anhand einer Sterne-Bewertung deutlich, bei der Friedrich Merz von fünf möglichen Sternen „nur“ 1,56 Sterne erreichte. Auch die aktuelle Zusammensetzung der Bundesregierung stieß bei der Mehrzahl der Jugendlichen nicht auf Zufriedenheit. 44,9 % der Befragten sind mit der neuen GroKo absolut unzufrieden, während 32,7% zwar nicht zufrieden sind, sich dennoch mit der Zusammensetzung abfinden können. 18,4% aller befragten Jugendlichen haben das Gefühl, dass ihre (Wahl-)Stimme egal ist. Nur zwei Personen sind von der aktuellen Zusammensetzung der Regierung überzeugt.

Auch die Gefühlslage nach der ersten, gescheiterten Abstimmung der Bundeskanzler-Wahl war gemischt. Während 32,7% sich über den Ausgang der Wahl wunderten, waren 44,9% erleichtert und sahen die Chance, dass eine andere Person Bundeskanzler:in wird. 16,3% hat der erste Wahlgang verunsichert, der übrige Anteil der Befragten hatte sich für die Wahl nicht interessiert.

Die abschließende Frage thematisierte mögliche Zukunftsaussichten mit Friedrich Merz als Bundeskanzler und der großen Koalition an der Spitze Deutschlands. Der Großteil aller Befragten (46.9%) hat beim neuen Bundeskanzler, als auch bei der Zusammensetzung der Regierung kein gutes Bauchgefühl und vermutet, dass die Konstellation „nicht lange gut gehen wird“.

34,7% sind der Meinung, dass auch Friedrich Merz sowie CDU/CSU und SPD in Deutschland nichts verändern oder verbessern würden. Der Rest aller Jugendlichen kann sich mit Kanzler und Koalition arrangieren, lässt sich überraschen oder sieht in der neuen Regierung Chancen für die Entwicklung Deutschlands.

Die Ergebnisse dieser Befragung lassen keine validen Schlüsse auf die Meinungen junger Menschen auf Bundesebene zu. Sie können jedoch eine erste Richtung und Impulse geben und für Akteur:innen der Kommunalpolitik interessant sein.

Weitere Informationen zu Quellen und der durchgeführten Befragung können auf Nachfrage beim Kreisjugendring Nordhausen zur Verfügung gestellt werden.
Autor: red

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