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nnz-Forum: Gelungen

Donnerstag, 23. November 2006, 12:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Nach dem eine nnz-Leserin zu Beginn dieser Woche sich enttäuschend über die „Hänsel- und Gretel“-Inszenierung am Nordhäuser Theater geäußert hatte, gibt es jetzt einen applaudierenden Nachschlag im Forum.


Gut und Böse, jeder kann selbst entscheiden, und manchmal gehört man zu den Bösen, ehe man sich versieht, so zu erkennen im Theater Nordhausen in der Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Durch Armut und tägliche Sorgen angespannt reagiert die Mutter von Hänsel und Gretel überzogen, nur weil den Kindern ein Topf zu Scherben ging. Eine in unserer Gesellschaft alltägliche Geschichte. Die Mutter treibt mit ihrer Aggression die Kinder aus dem Elternhaus.

Die Geschwister trösten sich gegenseitig. Als in der Welt das Böse in Glanz und Verlockungen in ihr Leben tritt, ist die Sorge um einander größer als der Hunger und das Verlassensein. Sie sind wachsam, sie lernen Gut und Böse zu unterscheiden und vernichten gemeinsam das Böse. Und nun ereignet sich wie im Leben die Multiplikation des Guten: Hänsel und Gretel besiegen nicht nur das Böse , das sie bedroht. Die mutige Tat führt zur Rettung vieler Kinder, die verloren geglaubt waren und durch den Tod der „Hexe“ erlöst wurden.

Als die Engel Hänsel und Gretel auf Wolken betten, der Taumann und der Sandmann in ihre Traumwelt treten, spätestens jetzt erleben die großen und kleinen Zuschauer im Saal emotional, dass viel unsichtbar Gutes uns im Leben umgibt, bewahrt, dem wir vertrauen dürfen. Wir müssen es nur sehen, sehen wollen und uns selbst einbringen und entscheiden. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ sagt Saint-Exupery.

Die Oper Hänsel und Gretel im Nordhäuser Theater ist eine gelungene Inszenierung. Eine aus Kindertagen vertraute Geschichte, Melodien, die Vergnügen bereiten, ein Bühnenbild, das aktuell beeindruckt und nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Nicht zuletzt, weil es märchenhaftes mit brisanter Wirklichkeit in Szene setzt. Charaktervolles ist mit Naivem gepaart.

Und noch etwas macht den Theaterbesuch im Nordhäuser Theater jetzt attraktiver: Nach der Aufführung kann man im gediegenen Theaterrestaurant „Da Capo“ bei einem Glas Wein den Abend ausklingen lassen und manchem Musiker, Sänger oder Schauspieler begegnen.
Gisela Hartmann, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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