Wunderliche Lyrik in Limlingerode
Donnerstag, 23. November 2006, 09:04 Uhr
NordhausenLimlingerode (nnz). Übermorgen lädt die Dichterstätte Sarah Kirsch Limlingerode zu ihrer Novemberlesung ein. Was da im Mittelpunkt steht, das hat Karin Kisker für die nnz aufgeschrieben.
Zur Sprache kommt die wundersame Lyrik der Friederike Kempner, Tochter eines schlesischen Rittergutsbesitzers (1828-1904). Scheinbar völlig talentfrei gelingt ihr das Kunststück, einen poetischen Stil zu kreieren, der die Aufmerksamkeit des Lesers in einmaliger Weise auf sich zu ziehen vermag. Freunde des todernsten Humors werden garantiert bei Friederike Kempners Gedichten auf ihre Kosten kommen, denn der subversive Ernst ihrer Dichtung bringt durch gekonnte Pointierung zum Lachen.
Sie ist die schlesische Nachtigall. Man sagt ihr gewiss nicht zu Unrecht nach, ein Genie der unfreiwilligen Komik zu sein. Wie dem auch sei, eines jedoch ist sicher: Ihr Werk parodiert auf höchst amüsante Weise den herrschenden Zeitgeist der Jahrhundertwende, indem sie der blutleuchtenden Götterdämmerung eine schönhübsche Narrenkappe aufsetzt.
Noch ehe sie jedoch die Menschheit mit den Perlen ihrer Poesie beglückte, veröffentlichte sie als Neunzehnjährige eine Broschüre mit dem Titel: Denkschrift über die Notwendigkeit einer gesetzlichen Einführung von Leichenhäusern. Dieser Thematik hielt sie zur Freude ihrer Leser auch später die dichterische Stange.
Karin Kisker
Dichterstätte Sarah Kirsch Limlingerode, 25. 11. 06, um 14.30 Uhr
Autor: nnzZur Sprache kommt die wundersame Lyrik der Friederike Kempner, Tochter eines schlesischen Rittergutsbesitzers (1828-1904). Scheinbar völlig talentfrei gelingt ihr das Kunststück, einen poetischen Stil zu kreieren, der die Aufmerksamkeit des Lesers in einmaliger Weise auf sich zu ziehen vermag. Freunde des todernsten Humors werden garantiert bei Friederike Kempners Gedichten auf ihre Kosten kommen, denn der subversive Ernst ihrer Dichtung bringt durch gekonnte Pointierung zum Lachen.
Sie ist die schlesische Nachtigall. Man sagt ihr gewiss nicht zu Unrecht nach, ein Genie der unfreiwilligen Komik zu sein. Wie dem auch sei, eines jedoch ist sicher: Ihr Werk parodiert auf höchst amüsante Weise den herrschenden Zeitgeist der Jahrhundertwende, indem sie der blutleuchtenden Götterdämmerung eine schönhübsche Narrenkappe aufsetzt.
Noch ehe sie jedoch die Menschheit mit den Perlen ihrer Poesie beglückte, veröffentlichte sie als Neunzehnjährige eine Broschüre mit dem Titel: Denkschrift über die Notwendigkeit einer gesetzlichen Einführung von Leichenhäusern. Dieser Thematik hielt sie zur Freude ihrer Leser auch später die dichterische Stange.
Karin Kisker
Dichterstätte Sarah Kirsch Limlingerode, 25. 11. 06, um 14.30 Uhr
