30 Jahre Tabakspeicher;
Andreas Lessers Wunsch: Ideen und Geld
Sonntag, 18. Mai 2025, 06:00 Uhr
Es sollen die Geburtstage gefeiert werden, wie sie fallen. Für den gestrigen Samstag passte das haargenau. Das städtische Nordhäuser Museum mit den meisten Besuchern feiert an diesem Wochenende seinen 30. Geburtstag. Der aber fordert auch einen Blick in die Zukunft...
Von links: Klaus Wahlbuhl, ehemaliger Bürgermeister, Andreas Lesser, Jürgen Rennebach. Vorn: Gudrun Knöppel und Herbert Schöffel (Foto: nnz)
Es war der 18. Mai 1995, als ein neues Nordhäuser Museum vom damaligen Kulturdezernenten und späteren Bürgermeister Klaus Wahlbuhl und der ehemaligen Museumsleiterin Claudia Ehser feierlich eröffnet wurde. Der stadtälteste Tabakschober, ein Fachwerkgebäude von 1712 in der Bäckerstraße 20, heißt seit diesem Tag Museum Tabakspeicher” mit seiner Ausstellung für Handwerk, Gewerbe, Industrie und Landkreisarchäologie.
Heute, drei Jahrzehnte später, ist der Tabakspeicher” aus der Museumslandschaft der Rolandstadt nicht mehr wegzudenken. Unter den städtischen Museen führt er die Hitliste der Besucherzahlen” deutlich vor der Flohburg und dem Kunsthaus an. Das liegt wohl an der Einzigartigkeit von Inhalt und dem, was im "Schober" passierte und passiert. Man nennt es Konzept.
Der Münchner Kaufmann und heutige Nordhäuser Ehrenbürger, Andreas Lesser, hatte nach der Wende das nötige Kapital für Kauf und Sanierung des markanten Gebäudes. Als das von der Nordhäuser Bevölkerung mit großer Begeisterung angenommene Museum schon bald aus allen Nähten platzte, wurde es zwischen 1998 und 2000 mit dem Anbau einer historischen Scheune erweitert.
Doch wichtiger als diese Daten und Zahlen ist der Blick in die Innereien des musealen Betriebes, ist der Blick auf die Menschen, die dem Tabakspeicher” das einhauchen, was man die Seele des Ganzen” nennen kann. Es sind die Menschen, die alles ordneten, die neue Ideen hatten, Freunde zum Umsetzen derer fanden und immer noch haben. Seit 20 Jahren ist Jürgen Rennebach nicht nur einer von denen, sondern der Spiritus Rector.
Jürgen Rennebach begrüßt die Gäste der Festveranstaltung (Foto: nnz)
Der durfte denn auch am Samstagabend die Gäste begrüßen und die Party eröffnen. Rennebach freute sich insbesondere über die Resonanz, die seine Einladung in den politischen Gefilden – von Bundestag bis Stadtrat – gefunden hatte.
Nach den Worten des Nordhäuser Oberbürgermeisters, insbesondere zur Gegenwart und Zukunft des Museums, erinnerte der ehemalige Kulturdezernent und Bürgermeister, Klaus Wahlbuhl, an die Anfänge des Jahres 1995 und dankte Investor Andreas Lesser für sein Engagement.
Musikalisch begleitet wurde die Festveranstaltung durch zwei Schülerinnen der Musikpädagogin Daniela Heise (Foto: nnz)
"Hinter der heutigen Bekanntheit stehen intensive Arbeit, großer Ideenreichtum und das Herzblut der Museumsmitarbeiter, wie zum Beispiel Gudrun Knöppel und Herbert Schöffel. Aktiv unterstützt werden sie dabei von Ehrenamtlichen sowie den Mitgliedern des Fördervereins Tabakspeicher Beständig stieg in all den Jahren auch die Zahl der kulturellen Veranstaltungen an, so Wahlbuhl.
Die Festrede hielt im Anschluss Andreas Lesser. Er erinnerte an die Zeit der Eröffnung und deren historischem Vorfeld. Er schilderte sein Bemühen, Zeit – gegossen in Exponate und Vorbilder – de facto zu konservieren. Unterstützung erhielt der Münchener in den Anfängen seines investorischen Engagements von Seiten der Stadtverwaltung, insbesondere des inzwischen verstorbenen Bürgermeisters Dr. Manfred Schröter. Ziel des Museums, so Lesser, sei die Visualisierung von Entwicklungen in Technik und Wissenschaft aus der Vergangenheit und die Gegenwart. Letztlich ist der Tabakspeicher ein wichtiger Ort zum Erleben von Heimat, eine Möglichkeit darüber nachzudenken woher man "kommt"..
Hielt den Festvortrag: Andreas Lesser (Foto: nnz)
Wo jedoch ist das Ziel des Tabakspeichers, wo die Vision für die Zukunft? Die Weiterentwicklung des Tabakspeichers erfordert Geld bei immer enger werdenden Geldbeuteln, vor allem den der Kommunen. Doch den Nordhäusern wünscht Lesser, dass der Tabakspeicher auch künftig die Wertschätzung seitens der Stadtverwaltung und des Stadtrates erfährt, die notwendig ist, um Heimat zu bewahren. Gefragt sind - ganz einfach geschrieben: Ideen und Geld.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg
Von links: Klaus Wahlbuhl, ehemaliger Bürgermeister, Andreas Lesser, Jürgen Rennebach. Vorn: Gudrun Knöppel und Herbert Schöffel (Foto: nnz)
Es war der 18. Mai 1995, als ein neues Nordhäuser Museum vom damaligen Kulturdezernenten und späteren Bürgermeister Klaus Wahlbuhl und der ehemaligen Museumsleiterin Claudia Ehser feierlich eröffnet wurde. Der stadtälteste Tabakschober, ein Fachwerkgebäude von 1712 in der Bäckerstraße 20, heißt seit diesem Tag Museum Tabakspeicher” mit seiner Ausstellung für Handwerk, Gewerbe, Industrie und Landkreisarchäologie.
Heute, drei Jahrzehnte später, ist der Tabakspeicher” aus der Museumslandschaft der Rolandstadt nicht mehr wegzudenken. Unter den städtischen Museen führt er die Hitliste der Besucherzahlen” deutlich vor der Flohburg und dem Kunsthaus an. Das liegt wohl an der Einzigartigkeit von Inhalt und dem, was im "Schober" passierte und passiert. Man nennt es Konzept.
Der Münchner Kaufmann und heutige Nordhäuser Ehrenbürger, Andreas Lesser, hatte nach der Wende das nötige Kapital für Kauf und Sanierung des markanten Gebäudes. Als das von der Nordhäuser Bevölkerung mit großer Begeisterung angenommene Museum schon bald aus allen Nähten platzte, wurde es zwischen 1998 und 2000 mit dem Anbau einer historischen Scheune erweitert.
Doch wichtiger als diese Daten und Zahlen ist der Blick in die Innereien des musealen Betriebes, ist der Blick auf die Menschen, die dem Tabakspeicher” das einhauchen, was man die Seele des Ganzen” nennen kann. Es sind die Menschen, die alles ordneten, die neue Ideen hatten, Freunde zum Umsetzen derer fanden und immer noch haben. Seit 20 Jahren ist Jürgen Rennebach nicht nur einer von denen, sondern der Spiritus Rector.
Jürgen Rennebach begrüßt die Gäste der Festveranstaltung (Foto: nnz)
Der durfte denn auch am Samstagabend die Gäste begrüßen und die Party eröffnen. Rennebach freute sich insbesondere über die Resonanz, die seine Einladung in den politischen Gefilden – von Bundestag bis Stadtrat – gefunden hatte.
Nach den Worten des Nordhäuser Oberbürgermeisters, insbesondere zur Gegenwart und Zukunft des Museums, erinnerte der ehemalige Kulturdezernent und Bürgermeister, Klaus Wahlbuhl, an die Anfänge des Jahres 1995 und dankte Investor Andreas Lesser für sein Engagement.
Musikalisch begleitet wurde die Festveranstaltung durch zwei Schülerinnen der Musikpädagogin Daniela Heise (Foto: nnz)
"Hinter der heutigen Bekanntheit stehen intensive Arbeit, großer Ideenreichtum und das Herzblut der Museumsmitarbeiter, wie zum Beispiel Gudrun Knöppel und Herbert Schöffel. Aktiv unterstützt werden sie dabei von Ehrenamtlichen sowie den Mitgliedern des Fördervereins Tabakspeicher Beständig stieg in all den Jahren auch die Zahl der kulturellen Veranstaltungen an, so Wahlbuhl.
Die Festrede hielt im Anschluss Andreas Lesser. Er erinnerte an die Zeit der Eröffnung und deren historischem Vorfeld. Er schilderte sein Bemühen, Zeit – gegossen in Exponate und Vorbilder – de facto zu konservieren. Unterstützung erhielt der Münchener in den Anfängen seines investorischen Engagements von Seiten der Stadtverwaltung, insbesondere des inzwischen verstorbenen Bürgermeisters Dr. Manfred Schröter. Ziel des Museums, so Lesser, sei die Visualisierung von Entwicklungen in Technik und Wissenschaft aus der Vergangenheit und die Gegenwart. Letztlich ist der Tabakspeicher ein wichtiger Ort zum Erleben von Heimat, eine Möglichkeit darüber nachzudenken woher man "kommt"..
Hielt den Festvortrag: Andreas Lesser (Foto: nnz)
Wo jedoch ist das Ziel des Tabakspeichers, wo die Vision für die Zukunft? Die Weiterentwicklung des Tabakspeichers erfordert Geld bei immer enger werdenden Geldbeuteln, vor allem den der Kommunen. Doch den Nordhäusern wünscht Lesser, dass der Tabakspeicher auch künftig die Wertschätzung seitens der Stadtverwaltung und des Stadtrates erfährt, die notwendig ist, um Heimat zu bewahren. Gefragt sind - ganz einfach geschrieben: Ideen und Geld.
Peter-Stefan Greiner
