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Zwei Ingenieur-Studiengänge weiterentwickelt

Zukunftssicher und industrienah an der Hochschule

Mittwoch, 14. Mai 2025, 12:29 Uhr
Die Hochschule Nordhausen macht ihre Studiengänge fit für die Zukunft. Zwei etablierte Bachelorstudiengänge – Regenerative Energietechnik (B.Eng.) und Umwelt-Engineering (B.Eng.) – wurden umfassend weiterentwickelt, um den gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden...

 v.l.: Prof. Dr.-Ing. Robert B. Wudtke, Prof. Dr. rer. nat. Uta Breuer, Dr. Pascal Leibbrandt (Foto: Tina Bergknapp) v.l.: Prof. Dr.-Ing. Robert B. Wudtke, Prof. Dr. rer. nat. Uta Breuer, Dr. Pascal Leibbrandt (Foto: Tina Bergknapp)


Beide Studiengänge können sowohl direkt als auch dual studiert werden. Der Studiengang Regenerative Energietechnik zählt seit Jahren zu den gefragtesten Angeboten der Hochschule Nordhausen. Über 700 Absolventinnen und Absolventen haben das Studium erfolgreich abgeschlossen und sind in der Branche hervorragend vernetzt. Nun wurde das Studienkonzept strategisch weiterentwickelt, um Studierende noch gezielter auf die Anforderungen der Energiewende vorzubereitet.

Dabei stand im Fokus, das Denken weg von einzelnen technischen Komponenten hin zu einem systemischen Gesamtverständnis zu lenken. Die Inhalte wurden entsprechend angepasst: So rücken im Hauptstudium Themen wie Sektorenkopplung, Energiesystemmodellierung, Power-to-X, Energiewirtschaft und Umweltrecht sowie Verkehr & Mobilität stärker in den Vordergrund. Neu ist auch ein Praxisseminar im ersten Semester, das den Studienstart erleichtert und von Anfang an reale Projekte einbindet. Außerdem werden im fünften Semester Module wie Photovoltaik und Windenergiesysteme auf Englisch angeboten – ein klares Zeichen für die zunehmende Internationalisierung in Forschung und Berufspraxis.
„Wir haben den Studiengang gezielt weiterentwickelt, um den Anforderungen eines komplexer werdenden Energiesystems gerecht zu werden und unsere Studierenden optimal auf die Zukunftsmärkte vorzubereiten“, so Studiendekan Dr. Pascal Leibbrandt.

Anlass für die inhaltliche Neuausrichtung waren Rückmeldungen aus der Industrie und von ehemaligen Studierenden. Viele von ihnen arbeiteten bisher in der Entwicklung einzelner Komponenten. Künftig wird jedoch zunehmend ein systemischer Blick erwartet, um Fragen der Speicherung, Verteilung und Integration erneuerbarer Energien ganzheitlich lösen zu können.

Studierende profitieren dabei nicht nur von einem aktuellen Studienangebot, sondern auch von gestärkten Zukunftschancen: Die Verbindung aus systemischem Denken, Praxisprojekten und englischsprachigen Modulen erhöht sowohl die Beschäftigungsfähigkeit als auch die internationale Anschlussfähigkeit. Das bewährte ingenieurwissenschaftliche Grundstudium bleibt dabei erhalten – es legt weiterhin das notwendige Fundament für die späteren Vertiefungen.
Mit dem neuen Profil positioniert sich der Studiengang im Wettbewerb deutlich: Die Kombination aus technischer Tiefe, praxisnaher Umsetzung und breiter thematischer Aufstellung ist in Thüringen und deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal. Innerhalb der Hochschule ist das Angebot eng verknüpft mit verwandten Studiengängen wie Umwelt-Engineering oder Maschinenbau und fördert gezielt interdisziplinäre Fähigkeiten.
Auch der Studiengang Umwelt-Engineering wurde umfassend weiterentwickelt. Er vereint nun die bisherigen Angebote Umwelt- und Recyclingtechnik sowie Geotechnik in einem gemeinsamen, flexiblen Studienmodell. Damit entsteht ein Studiengang, der gezielt Synergien schafft und auf die zunehmend vernetzten Arbeitsfelder im Umweltingenieurwesen vorbereitet.

„Wir haben die beiden früheren Studienrichtungen zu einem integrierten Studiengang zusammengeführt, um den Anforderungen an moderne Umwelttechnik besser gerecht zu werden und die Studierenden interdisziplinär auszubilden“, erklärt Studiendekanin Prof. Dr. Uta Breuer.
Die Grundlage bildet weiterhin ein solides naturwissenschaftlich-technisches Basisstudium. Darauf aufbauend entscheiden sich die Studierenden für eine der beiden Profilierungen – Umwelt- und Recyclingtechnik oder Geotechnik. Gegen Ende des Studiums treten praxisorientierte Projektaufgaben stärker in den Vordergrund. Ziel ist es, Theorie und Praxis noch enger zu verknüpfen und die berufliche Handlungsfähigkeit frühzeitig zu fördern.
Hintergrund dieser Neuausrichtung war die inhaltliche Nähe der beiden früheren Studiengänge. Auch in der späteren Berufspraxis überschneiden sich viele Tätigkeitsfelder, sodass es sinnvoll war, das Studienangebot zusammenzuführen. Zugleich wird so der Blick für angrenzende Disziplinen geschärft – eine wichtige Fähigkeit in Zeiten komplexer Umweltprobleme.
Für Studierende ergeben sich daraus klare Vorteile: Die beruflichen Aussichten bleiben in beiden Fachrichtungen ausgezeichnet. Gleichzeitig steigt durch die neue Struktur die Anschlussfähigkeit für Masterprogramme – sowohl im deutschsprachigen Raum als auch international. Erhalten geblieben sind die Stärken des bisherigen Konzepts: Die zahlreichen Praktika und praxisnahen Formate bleiben zentrale Bestandteile und sorgen für eine enge Verzahnung von wissenschaftlichem Wissen und beruflicher Anwendung.

Mit der Neuausrichtung wird Umwelt-Engineering zum Schlüsselstudiengang für nachhaltige Entwicklung. Die breite Themenwahl, die praxisorientierte Profilierung und die enge Verzahnung mit benachbarten Studiengängen wie Regenerative Energietechnik oder Maschinenbau machen das Angebot zukunftsfähig – und schaffen klare Alleinstellungsmerkmale im bundesweiten Vergleich.

Tina Bergknapp
Autor: red

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