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Licht und Schatten mit Sonneberg

Freitag, 17. November 2006, 09:23 Uhr



Nordhausen (nnz). Morgen könnte es im Südthüringischen Sonneberg zu einem historischen Ereignis kommen. Bewirken könne das 22 Nordhäuser Beine. Na, ahnen Sie schon, wo rum es geht?


Wieder hat der FSV Wacker 90 Nordhausen gegen einen Thüringer Traditionsverein anzutreten, den 1. FC Sonneberg 2004. Schon der Jahreszusatz im Namen verdeutlicht, dass für die Sonneberger vor zwei Jahren eine neue Struktur notwendig erschien und sich die Fußballer von den anderen Sportarten lösten, um selbstständige Wege zu beschreiten. Bisher scheint das gut gelungen zu sein, schließlich spielt man seit dem Jahre 2000 ununterbrochen in der Thüringenliga.

Von 1958 bis 1960, als noch im Frühjahrs-Herbst-Rhythmus gespielt wurde, gewannen beide Mannschaften in der damaligen II. DDR-Liga jeweils die drei Heimbegegnungen und verloren friedlich-redlich logischerweise ihre Auswärtsspiele.

Über den 3:0-Sieg am 2. Oktober 1960 war in der Tagespresse zu lesen: „Erst nach hartem Widerstand gaben sich die Gäste aus Sonneberg in der letzten Viertelstunde endgültig geschlagen, als ihr guter Torsteher verletzt ausscheiden musste.“ Ein Auswechseln bei Verletzungen war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Vor 2000 Zuschauern spielte Motor West in folgender Aufstellung: Fleischmann; R. Eisfeld, Nebelung, Strehler; Hermann, Kurzawa; König, U. Hoffmann, Weiß, Willing (2 Tore), Hornemann (1).

Bis auf ein Freundschaftsspiel 1962 (5:0 für Nordhausen) traf man sich erst fast 40 Jahre später wieder im Punktekampf der Thüringenliga.
Mit 0:4 im Albert-Kuntz-Sportpark und 0:2 in Sonneberg musste Wacker die Segel streichen, um zum Spieljahresende 2002 zu den Absteigern in die Sechstklassigkeit (Landesklasse) zu gehören.

Viel Wasser ist inzwischen die Zorge hinunter geflossen. Obwohl mit Finsterbusch, Elle, Ludwig, Pistorius, Pohl und Mook immerhin noch sechs Akteure des heutigen Kaders diese bittere Pille schlucken mussten, hat man sich entwickelt. Sonst wäre im vergangenen Spieljahr Sonneberg bei uns nicht sang- und klanglos mit 6:1 untergegangen. Auch ein zweistelliges Ergebnis war möglich. Wacker spielte vor 303 Zuschauern mit: Finsterbusch; Taute (46. N. Steinberg), Ludwig (1 Tor), T. Steinberg, Elle; Töpfer (77. M. Hellmund), Brack, Pistorius (1), S. Hellmund; Klaus (65. Pohl je 1), Braun (2).

Umso unverständlicher wird für die vielen Wacker-Fans nur 10 Tage später beim „Rückspiel“ (sollte eigentlich als Hinspiel schon im November ausgetragen werden) die 3:5-Niederlage in fast identischer Besetzung beider Teams gewesen sein. Allerdings spielte Wacker fast eine Halbzeit ohne Rotsünder Klaus, den Schiri Honnef aus Gotha wegen Unsportlichkeit vom Platz gestellt hatte.

Es könnte bei Ausschöpfen der spielerischen, vor allem aber der kämpferischen Potenzen am Sonnabend ein historisches Ereignis eintreten – der erste Nordhäuser Sieg in Sonneberg. Für ein Verbleiben im Vorderfeld der Tabelle wäre der wichtig, denken wir nur an die beiden

nächsten schweren Heimbrocken Gotha und Sondershausen. Bei einer ähnlich soliden Abwehrleistung wie gegen Geisa scheint das möglich.

Übrigens: Am 18. November 1956, heute vor 50 Jahren, schlug Nordhausen eine Mannschaft aus dem Thüringer Wald mit 5:3 – Chemie Lauscha, in deren Reihen immerhin vier Spieler mit dem Namen Greiner aufliefen: Greiner-May, Greiner-Mauschel, Greiner-Sohn und Greiner- Haas.

Klaus Verkouter
Autor: nnz

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