nnz-online

Gut behauptet in schwierigem Umfeld

Freitag, 11. Januar 2002, 12:29 Uhr
Nordhausen (nnz). Eine Bilanzsumme von 926 Millionen Euro, über 700 Millionen Euro Kundeneinlagen und mehr als 50.000 Privatgirokonten - das sind die Eckdaten der Kreissparkasse des vergangenen Jahres. nnz mit weiteren Details.


Und trotzdem haben die Vorständler des Hauses am Kornmarkt die eine oder andere Sorgenfalte auf ihrer Stirn. Ein schwieriges Marktumfeld, nicht ganz einfache Rahmenbedingungen für die Finanzbranche, keine positiven Impulse, ein Arbeitsmarkt, der keine Besserung in Aussicht stellt. Mit diesem Umfeld kamen die 290 Mitarbeiter der Kreissparkasse jedoch sehr gut zurecht. „In der Bilanz konnten wir unsere Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern sogar leicht übertreffen“, schätzt Vorstandsvorsitzender Rudolf Mund ein. Die Steigerung der Privatgirokonten zum Beispiel konnte vor allem durch die Gewinnung jüngerer Kunden ermöglicht werden. Hilfreich dabei war zum Beispiel das Jugendgirokonto „YoungStar“.

Mit den heute vorgestellten Zahlen wurde deutlich: Die Kreissparkasse Nordhausen konnte ihre Marktführerschaft im Landkreis weiter ausbauen, während einstige Mitbewerber wie die HypoVereinsbank ihre Zelte abrissen. Mund geht sogar davon aus, dass sich dieser Prozeß fortsetzen werde. Klar gibt es auch Bilanzpositionen, die rückläufig waren. Hier zum Beispiel der Erlös aus dem Wertpapiergeschäft. Dessen Nettoumsatz halbierte sich gegenüber dem Vorjahr, der Rückgang bei Aktienkäufen oder -verkäufen ging gar um 75 Prozent zurück. Wo nicht?

Zuwächse gab es dafür im Kreditgeschäft, der Bestandszuwachs wurde um 3,4 Prozent hochgeschraubt. Die Hälfte der Kredite sind gewerblicher Natur, die andere Hälfte teilen sich Kommunen und Private.

Die verstärkte Nutzung des Internets machen sich auch die Banker am Kornmarkt zu Nutze. Die Anzahl der Online-Konten erhöhte sich im Jahr 2001 um 15 Prozent auf etwa 9.000 Konten. Erhöht wurde auch die Zahl der Selbstbedienungsterminals, der Kontoauszugsdrucker und der Geldautomaten. Im Marktkauf hat sich der S-Shop erfolgreich etabliert, vom Direct-Brokerage-Angebot machen die ersten 50 Kunden Gebrauch.

Insider hielten es kaum für möglich - das Bauspargeschäft erlebte neue Höhen. Das Jahr 2001 war bislang das Rekordjahr schlechthin. Hieraus leiten die Banker etwas Zuversicht ab, dass es mittelfristig zu einer Belebung der Bautätigkeit in der Region kommen könnte. Ähnlich erfolgreich verlief die Entwicklung im Versicherungsgeschäft. In diesem Jahr wird dort die Riester-Rente im Mittelpunkt stehen.

Die Kreissparkasse Nordhausen ist in dieser Region mehr als nur ein Finanzdienstleister. Ihr freiwilliges Engagement macht zahlreiche kulturelle oder sportliche Veranstaltungen erst möglich. 140.000 Euro wurden im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt. Daß die „Nordhäuser Welt“ in diesem Jahr auf den traditionellen Neujahrsempfang verzichten muß, wird die Kinderheime im Landkreis dagegen besonders freuen. Noch in diesem Monat werden an diese Einrichtungen insgesamt 7.800 Euro übergeben.

„Für unsere Sparkasse steht kein massiver Stellenabbau an. Selbstverständlich denken wir auch permanent darüber nach, wie wir die ständig steigenden Kosten aufhalten können. Einen Qualitätsverlust soll es dabei nicht geben“, blickt Rudolf Mund in die nächsten Jahre. Im Mittelpunkt dieser Jahre werden dennoch Unstrukturierungen stehen. Die komplette Umgestaltung der Filiale in der Grimmelallee ist ebenso angesagt, wie die Eröffnung eines Kompetenzcenters rund um die Immobilie in den bisherigen Räumen der Telekom direkt neben der Hauptstelle. Und dann soll auch noch verstärkt in den Ausbau der Datentechnik investiert werden. Es gibt viel zu tun, die Kreissparkasse packt es an.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de