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Bahnhof wird Geschäftshaus

Mittwoch, 15. November 2006, 11:52 Uhr
Nordhausen (nnz). Das historische Empfangsgebäude des HSB Bahnhofs Nordhausen Nord stand jahrelang leer und war in keinem schönen Zustand. Nun zieht neues Leben ein. Aus dem Bahnhof wird ein Geschäftshaus. Die erste Mieterin hat nnz heute besucht.

Bahnhof wird Geschäftshaus (Foto: nnz) Bahnhof wird Geschäftshaus (Foto: nnz)

Wer bis vor kurzem durch das alte Bahnhofsgebäude zu den Dampfzügen vordrang, sah auf der rechten Seite zuerst die leerstehende, häßliche Bahnhofsgaststätte. Damit ist jetzt Schluß. Hell und freundliche präsentiert sich an dieser Stelle ein Friseursalon. Kerstin Düben hat eine weitere Filiale von „Cut for Ten“ eröffnet. Das Geschäft in der Engelsburg 3 war zu klein geworden. Es besteht weiter, aber für die Kunden aus der Unterstadt bietet sich jetzt der neue Salon am Bahnhof an.

Die Friseurin ist der erste Mieter im sanierten Bahnhof. Sie wurde heute von Eckhard Wolter begrüßt. Er ist der Verantwortliche für Personal und Immobilienverwaltung der Harzer Schmalspur Bahnen in Wernigerode. Neben Blumen brachte er eine Originalaktie der Gernrode-Harzgerode Eisenbahngesellschaft von 1905 als Geschenk. Die Aktie, einst 500 Goldmark wert, dient nur als Wandschmuck. Kerstin Düben freute sich über die Präsente und Glückwünsche. Eine kurze Zeit muß sie noch mit etwas Baulärm leben. Bis Ende November wird die linke Seite des Bahnhofsgebäudes hergerichtet. Estrich wird gegossen, Fliesen gelegt und Glaselemente aufgebaut. Ein ebenso heller und freundlicher Blumenladen soll einziehen. Anfang Januar wollen dessen Besitzer aufmachen.

Über ein drittes Geschäft im Bereich der ehemaligen Kartenausgabe laufen derzeit Verhandlungen, sagte Eckhard Wolter der nnz. Der Durchgang zu den Bahnsteigen soll nach Möglichkeit erhalten bleiben. Im Obergeschoß, den ehemaligen Diensträumen der Bahner, werden Büros entstehen. Gespräche mit Interessenten laufen. Bei ihrer Suche nach Mietern fühlt sich die HSB gut unterstützt von der Mobilitätszentrale. „Wir können nicht für jeden Interessierten aus Wernigerode kommen. Die Mitarbeiter der Mobilitätszentrale haben Schlüssel fürs Objekt und führen mögliche Kunden für uns durch die Räume.“ Berichtet Eckhard Wolter.

Ein Kartenverkauf wird jedoch nicht wieder eingerichtet, obwohl viele Nordhäuser danach gefragt hätten. Tickets können wahlweise im Hauptbahnhof oder im Zug selbst gekauft werden. Nachlösezuschläge gibt es nicht. Da die meisten Fahrgäste ohnehin den Combino oder die Triebwagen nutzen, bietet sich der Kauf am Fahrscheinautomaten an. Von der Idee der Straßenbahn auf HSB-Gleisen ist Wolter nach wie vor begeistert. „Seitdem der Combino unterwegs ist, haben die Fahrgastzahlen zugenommen.“ Sagte er der nnz.
Autor: wf

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