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Attraktiv und stillgelegt

Mittwoch, 15. November 2006, 10:58 Uhr
Nordhausen (nnz). „In Thüringen bleibt das attraktive Angebot im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) erhalten.“ Das ist eine der Aussagen der Deutschen Bahn zum bevorstehenden Fahrplanwechsel. Eine Strecke in Nordthüringen wird jedoch im kommenden Monat stillgelegt. Einzelheiten wie immer mit einem einzigen Klick.


„Die vom Bund auferlegten Einsparungen im Haushaltsjahr 2007 werden so umgesetzt, dass mit 21,6 Millionen Zugkilometern auch weiterhin ein attraktives und vertaktetes SPNV-Angebot im Freistaat gesichert werden kann“, erklärte Volker M. Heepen, Geschäftsführer der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH. So werden zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember dieses Jahres die Nahverkehrsangebote auf einigen Strecken der Bahn im Freistaat Thüringen entsprechend der Nachfrage angepasst und Anschlussbeziehungen in den Eisenbahnknoten optimiert.

Den Reisenden wird weiter ein bedarfsgerechtes Angebot im bewährten Taktfahrplan unterbreitet. Die Ausrichtung nach den Mobilitätsgewohnheiten der Fahrgäste, die Verknüpfung zwischen Fern-, Nah- und Stadtverkehr sowie die Realisierung von wettbewerbsfähigen Reisezeiten sind die Schwerpunkte der Angebotsplanung.

Die Deutsche Bahn AG befördert im Freistaat Thüringen auf einem 1.462 Kilometer langen Streckennetz täglich mehr als 46.500 Fahrgäste in über 800 Zügen des Nahverkehrs der DB Regio AG. „Der Verkehrsbetrieb Thüringen liegt dabei in den zurück liegenden Jahren mit seinen Offerten im Trend richtig. Das bestätigt uns die Zufriedenheit unserer Kunden. 63 Prozent unserer Fahrgäste haben im Frühjahr dieses Jahres bei der jährlichen Erhebung der Kundenzufriedenheit ihre Zufriedenheit mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet“, so Thomas Hoffmann, Sprecher des Verkehrsbetriebes der DB Regio AG in Thüringen. Damit verbesserte sich das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr wiederum um drei Prozentpunkte. Besonders gut schnitt der Verkehrsbetrieb Thüringen bei der Erteilung von Informationen (67 Prozent), bei der Sauberkeit der Züge (65 Prozent) und bei der Gestaltung des Leistungsangebotes (64 Prozent) ab.

Mit den Pauschalpreisangeboten Thüringen-, Schönes-Wochenende-, Hopper-, Erfurter Bergbahn-, Ilmtal- und Schüler-Ferien-Ticket, Kombi- sowie Sondertickets zu verschiedenen Anlässen und Sonderaktionen, aber auch mit einem erfolgreichen Nostalgieprogramm bedient die Bahn unterschiedliche Zielgruppen. Ab Januar gibt es das neue Angebot „Thüringen-Ticket Single“. Es kostet 18 Euro für Alleinreisende, ansonsten gelten die Nutzungsbedingungen für Ländertickets.

Ein attraktives Fahrplanangebot ist Grundlage für eine bedarfsgerechte Mobilität auf der Schiene. Wenngleich das derzeitige Angebot im Wesentlichen fortgeschrieben wird, gibt es zum Fahrplanwechsel ab 10. Dezember doch einige Veränderungen zum derzeit geltenden Fahrplan. Da es darüber hinaus fast immer Verschiebungen bei den Abfahrts- und Ankunftszeiten gibt, empfiehlt es sich nicht nur für Pendler, rechtzeitig vor Fahrtantritt in den Fahrplanmedien nachzuschauen. Stets aktuelle Fahrplanauskünfte sind im Internet unter www.bahn.de erhältlich.

Neue Streckenfaltfahrpläne, das neue Fahrplanheft „Ihr Fahrplan für Thüringen 2007“ sowie der neue Informationsflyer zum Nahverkehrsangebot 2007 liegen ab Ende November in den Thüringer Bahnhöfen und den größten Touristinformationen und Landratsämtern in Thüringen aus. Promotionteams informieren in den Zügen und auf Bahnhöfen zum neuen Fahrplan und verteilen Streckenfaltfahrpläne und Fahrplanhefte an die Fahrgäste.

Die Züge der Regional-Express-Linien RE 1 (Göttingen–Erfurt–Gera–Zwickau/Chemnitz) und RE 3 (Erfurt–Gera) fahren zwischen Erfurt und Gera ab 10. Dezember neu im Stundentakt und die Reisezeit verkürzt sich auf 66 Minuten. Darüber hinaus halten alle RE-Züge wieder in Neudietendorf. Die Reisezeit zwischen Gera und Zwickau/Chemnitz verkürzt sich um etwa zehn Minuten. In Gößnitz besteht immer Anschluss von und nach Altenburg. In Chemnitz bestehen günstige Umsteigemöglichkeiten Richtung Dresden. So verkürzt sich die Reisezeit zwischen Gera und Dresden um rund 40 Minuten auf zwei Stunden 44 Minuten. Vorübergehend halten die Regional-Express-Züge nicht in Dennheritz und Glauchau-Schönbörnchen; diese Stationen werden mit Bussen bedient.

Durch die Veränderungen beim RE 1 ergibt sich ein neuer Fahrplan für die RB-Linie 37 (Gera–Altenburg). In Richtung Altenburg fahren diese Züge 25 Minuten später ab, in der Gegenrichtung fahren sie etwa 20 Minuten früher als derzeit. Dadurch besteht in Altenburg ein Anschluss an die Regionalbahn Richtung Leipzig. Ein Großteil der Züge wird in Gera mit der RB-Linie 21 von und nach Weimar verknüpft. Während der Bundesgartenschau Gera/Ronneburg 2007 fahren auf dieser Linie an den Wochenenden zusätzliche Züge.

Die Züge der Regionalbahn-Linie RB 51 (Gera–Leipzig) erhalten künftig in Leipzig Anschluss an die ICE-Züge Richtung Berlin sowie an den Regional-Express Richtung Cottbus. Deshalb fahren die Züge von Leipzig in Richtung Gera ca. zehn Minuten später als derzeit. In der Gegenrichtung fahren diese Züge rund 20 Minuten früher und nicht mehr durchgehend von Saalfeld, sondern von Zeulenroda beziehungsweise Mehltheuer. Für Reisende zwischen Leipzig und Greiz verkürzt sich die Umsteigezeit in Gera.

Im Verlauf der RE-Linie 2 (Erfurt–Saalfeld) halten wieder alle Züge in Niederwillingen. Zwischen Saalfeld und Gera sind die Züge der RE 4 nur noch 58 Minuten unterwegs, die Regionalbahnen werden ebenfalls fünf bis acht Minuten schneller. Die Umsteigebeziehungen zu den ICE-Zügen Richtung Nürnberg/München werden verbessert. In Saalfeld besteht künftig Anschluss zwischen der RB-Linie aus Gera und der Regionalbahn-Linie RB 18 von und nach Lichtenfels.

Zwischen Jena und Pößneck halten ab Fahrplanwechsel wieder alle Züge der RB 52 in Rothenstein. In Göschwitz besteht Anschluss an die Regional-Expresszüge Richtung Erfurt und Gera. Die Anschlüsse zu den ICE-Zügen in Jena Paradies bleiben erhalten. In Richtung Jena fahren diese Züge etwa 15 Minuten früher, in der Gegenrichtung um eine Stunde versetzt.

Auf Grund der mangelhaften Infrastrukturqualität wird der Schienenpersonennahverkehr auf der von sehr geringer Fahrgastnachfrage gekennzeichneten Strecke Sondershausen–Bretleben („Kyffhäuserbahn“) auf der Regionalbahn-Linie 44 am 10. Dezember 2006 eingestellt. Mit dem Fahrplanwechsel tritt im Korridor Sangerhausen–Bad Frankenhausen–Artern/Roßleben ein auf die Zugfahrten beziehungsweise Zugankunftszeiten in Sondershausen und Artern abgestimmter Busfahrplan in Kraft, der zurzeit erarbeitet wird.
Autor: nnz

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