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Tradition wird fortgesetzt

In größerer Runde

Montag, 31. März 2025, 13:00 Uhr
Sie gehört für die Landwirtschaft im Norden Thüringens zur Tradition – die es so in dieser Form nicht noch einmal gibt. Die Volksbank ist gewachsen, bekam Teile der Mitte und des Thüringer Westens dazu. Heute gab es die 21. Auflage dieses Treffens im Burghof des Kyffhäusers...

Ministerin Boos-John, Vorstand Herbst (Foto: nnz) Ministerin Boos-John, Vorstand Herbst (Foto: nnz)
Peter Herbst, der Vorstand der VR Bank in Thüringen, verzichtete in diesem Jahr auf den allgemeinen Rundumschlag zur Politik im Allgemeinen und die Finanzwelt im Besonderen und machte die Bühne im Burghof unterhalb des Kyffhäuser-Denkmals sogleich für die neue Thüringer Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und ländlicher Raum, Colette Boos-John, frei.

Boos-John ging in ihrem Statement zunächst auf die allgemeine Wirtschaftssituation in Thüringen und in Deutschland ein. Die „Lage“ sei so schlecht wie kurz nach der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr und überhaupt seien Putin, Trump und China an allem schuld. Es waren gleich am Anfang die allbekannten Plattitüden, die in der Feststellung ausuferten, dass gerade die aktuellen starken Männer in der globalen Welt einen Verteidigungsmodus in Deutschland erforderten.

Doch von der Verteidigungsfähigkeit nun zur Landwirtschaft im Freistaat. Die sei natürlich auch weiterhin vom mittelfristigen Finanzrahmen der EU abhängig und deren künftiger Fördermittelpolitik. Die Ministerin, die sich als Vegetarierin outete, deutete an, dass sich die Einkommenssituation der mitteldeutschen Landwirte nicht gerade verbessern werde, weil die Unterstützung selektiver werde. Gießkanne ade. Trotzdem werde die Thüringer Landesregierung alles tun, damit die Benachteiligung der ostdeutschen Bauernschaft nicht übermäßig werde.

Darüber hinaus mussten sich die Gäste von Mackenrode bis Gerstungen den Zustand der Natur anhören, die vom weitergehenden Artensterben bedroht sei. Dagegen soll ein Netzwerkprojekt helfen, das sich aus der Bauernschaft und den bekannten Naturschutzverbänden wie NABU, BUND oder Ökoherz zusammensetzen soll. Die Euphorie in den Gesichtern der Landwirte war durchaus von Skepsis geprägt. Vielleicht hätte man die knappe Viertelmillion Euro an anderer Stelle ausgeben können.

Blick in den Burghof (Foto: nnz) Blick in den Burghof (Foto: nnz)
Tierwohl und Wettbewerbsfähigkeit sollen künftig als Einklang mehr Aufmerksamkeit seitens der Politik finden. Hochwertige Lebensmittel sollen auch in Zukunft produziert werden – eine hochbrisante Gemengelage, die eine Transformation erfordern. Zum Beispiel bei der Anwendung smarter Technologien, wie Boos-John ausführte und eine Reduzierung von Pflanzenschutzmittel erfordere.

Zum Ende der Ausführung gab es den Dank an die Zuhörenden für deren Aufmerksamkeit. Mehr Umwelt- und Klimaschutz, mehr Biodiversität auf der einen Seite, auf der anderen Seite sollte aber auch kein Hoftor geschlossen werden. In der anschließenden Diskussion gab es eine Wortmeldung aus der Nordthüringer Bauernschaft. Dazu mehr in einem gesonderten Beitrag.

Den zweiten Vortragsteil übernahm Prof. Dr. Holger B. Deising von der Martin-Luther-Universität. Sein Thema: „Das Gift in unserer Nahrung: Wie toxisch sind der integrierte und der biologische Pflanzenschutz.“
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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