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Ein Blick in die Statistik

Thüringer Wirtschaftsleistung ging 2024 zurück

Freitag, 28. März 2025, 11:00 Uhr
Nach vorläufigen Berechnungen für das Jahr 2024 sank das Bruttoinlandsprodukt Thüringens gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 1,3 Prozent. Dies teilt das Thüringer Landesamt für Statistik auf Grundlage derzeit verfügbarer Wirtschaftsdaten mit...

Die rückläufige Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe war Hauptgrund für den Rückgang. In Deutschland nahm das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent ab.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Thüringens, das heißt der Marktwert aller in Thüringen hergestellten Waren und Dienstleistungen, lag im Jahr 2024 bei 78,2 Milliarden Euro. Damit sank das BIP preis- bereinigt, also unter Berücksichtigung der Preisveränderungen, um 1,3 Prozent. Nominal, also in jeweiligen Preisen, war ein Anstieg um 1,8 Prozent zu verzeichnen. Im gleichen Zeitraum sank das BIP Deutschlands preisbereinigt um 0,2 Prozent, nominal stieg es um 2,9 Prozent. Die Schätzung des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ zeigt preisbereinigt das höchste Wirtschaftswachstum in Hamburg (+1,7 Prozent) und den stärksten Rückgang im Saarland (-1,9 Prozent).

Die Betrachtung nach Hauptwirtschaftsbereichen zeigt in Thüringen im Jahr 2024 verglichen mit 2023 einen realen Rückgang aller drei Wirtschaftssektoren. Der Bereich „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ nahm um 5,8 Prozent ab, das Produzierende Gewerbe um 3,2 Prozent und die Dienstleistungsbereiche um 0,2 Prozent. Hauptverantwortlich für den Rückgang waren das Verarbeitende Gewerbe (-2,9 Prozent) und in geringerem Maße das Baugewerbe (-5,3 Prozent).
Das BIP je erwerbstätige Person lag in Thüringen 2024 bei durchschnittlich 76 787 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr nahm es, wie in Deutschland ebenfalls, leicht ab (Thüringen: -0,5 Prozent, Deutschland: -0,4 Prozent).

Das Thüringer BIP je Einwohnerin bzw. Einwohner ging etwas stärker als der Deutsch- land-Wert zurück (Thüringen: -0,9 Prozent, Deutschland: -0,5 Prozent). Das BIP pro Kopf lag 2024 in Thüringen bei 36 942 Euro. Beide Werte liegen im deutschlandweiten Vergleich auf relativ geringem Niveau bei 82,2 bzw. 72,7 Prozent des Deutschland-Wertes.

Eine Berechnung des BIP, die sich auf eine weitgehend vollständige Datenbasis stützt, kann immer erst mit einem zeitlichen Abstand von 2 Jahren durchgeführt werden. Während die Ergebnisse für
die Jahre 2023 und 2024 mit Hilfe aktuell verfügbarer Daten geschätzt wurden, liegen somit für das Jahr 2022 erstmals originär ermittelte Ergebnisse für das Bruttoinlandsprodukt und die Bruttowert- schöpfung (BWS) vor. Es lassen sich nun detailliertere Betrachtungen nach Wirtschaftszweigen durchführen. Es zeigen sich beispielsweise für das Jahr 2022 die Auswirkungen der immens ange- stiegenen Energiepreise. Die nominale Bruttowertschöpfung im Bereich Energieversorgung stieg um 92,0 Prozent und sank preisbereinigt um 49,8 Prozent. Weiterhin wird erkennbar, dass nach dem Einbruch im Jahr 2020 das Gastgewerbe im Jahr 2022 wieder kräftig zulegte (+53,4 Prozent gegen- über dem Vorjahr).

Generalrevision 2024
Bei den in dieser Pressemitteilung vorgelegten Zahlen handelt es sich um Ergebnisse der General- revision 2024. In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden etwa alle 5 Jahre die Berech- nungen grundlegend überarbeitet. Mit diesen sogenannten Generalrevisionen sollen neue interna- tional vereinbarte Konzepte, Definitionen und Klassifikationen eingeführt sowie methodische Verbesserungen und neue Datenquellen eingearbeitet werden. Um Brüche in den Zeitreihen zu vermeiden, werden die Ergebnisse im Rahmen der Generalrevision 2024 zurück bis 1991 neu berechnet. Am heutigen Tage veröffentlicht der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem das Thüringer Landesamt für Statistik angehört, revidierte Ergebnisse des Bruttoinlandsprodukts, der Bruttowertschöpfung und der Arbeitnehmerentgelte auf Länderebene für die Jahre 1991 bis 2024.

Für Thüringen ergab die Revision des Bruttoinlandsprodukts in jeweiligen Preisen in den Jahren 1991 bis 2023 eine Erhöhung des Niveaus um bis zu 2,4 Prozent. Vor allem in einigen Dienstleistungsbereichen wird eine höhere BWS ausgewiesen (bis zu +6,5 Prozent). Im Produzierenden Gewerbe hingegen wird eine geringere BWS ermittelt (bis zu -4,4 Prozent). Die jährlichen Veränderungsraten des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts weichen in den Jahren 1992 bis 2023 zwischen -0,8 und +0,5 Prozentpunkten von den bisherigen Raten ab. Die jahresdurchschnittliche preisbereinigte Wachstumsrate über den gesamten Zeitraum liegt bei +2,5 Prozent vor sowie nach der Revision 2024.
Autor: red

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