210 Euro
Donnerstag, 09. November 2006, 08:25 Uhr
Nordhausen (nnz). In den Räumen des Landratsamtes in Nordhausen wird derzeit intensiv an den Zahlen für den Haushaltsentwurf 2007 gebastelt. Der wird einige Überraschungen parat haben. Die nnz mit wenigen Einzelheiten.
Eigentlich wollte Jutta Krauth (SPD), die zuständige Beigeordnete für Finanzen, keine konkreten Zahlen des künftigen Werkes nennen. Nur eine ließ sie sich entlocken. 210 Euro. So hoch soll die Kreisumlage für das kommende Jahr sein. 210 Euro pro Einwohner des Landkreises sollen die Kommunen im Jahr 2007 an die kreisliche Verwaltung abdrücken. Nun kann jeder Verwaltungschef rechnen. So einfach ist das aber nicht, da kommen noch andere Faktoren hinzu, die Steuermeßkraft zum Beispiel. Die ist für viele kleinere Gemeinden in der zurückliegenden Zeit gefallen, gestiegen sei sie hingegen für die Stadt Nordhausen. Und so wird Nordhausen überproportional an der Erhöhung beteiligt sein. Aber gut, die Verwalter der Rolandstadt braucht das nicht zu jucken, die hatten ja gerade erst 12 Millionen Euro vor Gericht erstritten.
Doch von dieser Summe ist im Entwurf des kommenden Kreishaushaltes nichts zu finden, ebenso werden dort die Gerichtskosten der Verfahren als Ausgabe nicht auftauchen. Man ist ja in Berufung gegangen. Und genau diese Berufung könnte sich für die Stadt Nordhausen als durchaus gefährlich erweisen. Wann das Oberverwaltungsgericht in Weimar zu einer Verhandlung und dann zu einem Urteil kommt, ist sicher ungewiß, im nächsten Jahr wird es nicht sein. Was dagegen bis 2009 kommen wird, das ist eine Gebietsreform in Thüringen. Den gegenwärtigen und künftigen Druck wird Reformierer Dieter Althaus (CDU) nicht mehr aushalten können. Wer soll dann 12 Millionen zahlen?
Was nach der Reform bleibt, das ist die Erinnerung an einen schönen Landkreis Nordhausen, der lange Bestand hatte und doch an seinem politischen Ende auch das Ende seiner Zahlungsfähigkeit erreicht hatte. Und es werden vielleicht, nach 2009, noch die Namen in Erinnerung sein, die für den finanziellen Kollaps des Jahres 2006 verantwortlich waren. Die in den Amtsstuben und die in den Bankreihen des Kreistages. Und die müssen sich vielleicht auch den Menschen stellen, die am Ende der sozialen Leiter angekommen, nun vielleicht ihre angestammten Wohnungen verlassen müssen.
Doch zurück von der Zukunft zur Gegenwart. Es werde kräftig mit dem Rotstift gearbeitet, sagte Jutta Krauth der nnz. Am meisten da, wo es am leichtesten ist – bei den freiwilligen Ausgaben. Es werde mit ihr zwar keinen Haushalt auf Kosten der Schwachen geben, doch die Ausgaben für die Jugendarbeit werden weiter zusammengestrichen, auch im Bereich der Kultur. Neu ist die Tatsache, daß auch die Personalkosten gesenkt werden sollen. Entlassungen nein, aber Altersabgänge und keine Wiederbesetzung dadurch frei werdender Stellen.
Autor: nnzEigentlich wollte Jutta Krauth (SPD), die zuständige Beigeordnete für Finanzen, keine konkreten Zahlen des künftigen Werkes nennen. Nur eine ließ sie sich entlocken. 210 Euro. So hoch soll die Kreisumlage für das kommende Jahr sein. 210 Euro pro Einwohner des Landkreises sollen die Kommunen im Jahr 2007 an die kreisliche Verwaltung abdrücken. Nun kann jeder Verwaltungschef rechnen. So einfach ist das aber nicht, da kommen noch andere Faktoren hinzu, die Steuermeßkraft zum Beispiel. Die ist für viele kleinere Gemeinden in der zurückliegenden Zeit gefallen, gestiegen sei sie hingegen für die Stadt Nordhausen. Und so wird Nordhausen überproportional an der Erhöhung beteiligt sein. Aber gut, die Verwalter der Rolandstadt braucht das nicht zu jucken, die hatten ja gerade erst 12 Millionen Euro vor Gericht erstritten.
Doch von dieser Summe ist im Entwurf des kommenden Kreishaushaltes nichts zu finden, ebenso werden dort die Gerichtskosten der Verfahren als Ausgabe nicht auftauchen. Man ist ja in Berufung gegangen. Und genau diese Berufung könnte sich für die Stadt Nordhausen als durchaus gefährlich erweisen. Wann das Oberverwaltungsgericht in Weimar zu einer Verhandlung und dann zu einem Urteil kommt, ist sicher ungewiß, im nächsten Jahr wird es nicht sein. Was dagegen bis 2009 kommen wird, das ist eine Gebietsreform in Thüringen. Den gegenwärtigen und künftigen Druck wird Reformierer Dieter Althaus (CDU) nicht mehr aushalten können. Wer soll dann 12 Millionen zahlen?
Was nach der Reform bleibt, das ist die Erinnerung an einen schönen Landkreis Nordhausen, der lange Bestand hatte und doch an seinem politischen Ende auch das Ende seiner Zahlungsfähigkeit erreicht hatte. Und es werden vielleicht, nach 2009, noch die Namen in Erinnerung sein, die für den finanziellen Kollaps des Jahres 2006 verantwortlich waren. Die in den Amtsstuben und die in den Bankreihen des Kreistages. Und die müssen sich vielleicht auch den Menschen stellen, die am Ende der sozialen Leiter angekommen, nun vielleicht ihre angestammten Wohnungen verlassen müssen.
Doch zurück von der Zukunft zur Gegenwart. Es werde kräftig mit dem Rotstift gearbeitet, sagte Jutta Krauth der nnz. Am meisten da, wo es am leichtesten ist – bei den freiwilligen Ausgaben. Es werde mit ihr zwar keinen Haushalt auf Kosten der Schwachen geben, doch die Ausgaben für die Jugendarbeit werden weiter zusammengestrichen, auch im Bereich der Kultur. Neu ist die Tatsache, daß auch die Personalkosten gesenkt werden sollen. Entlassungen nein, aber Altersabgänge und keine Wiederbesetzung dadurch frei werdender Stellen.
