nnz-online

Peter Mell in der KSK Nordhausen

Mittwoch, 08. November 2006, 09:02 Uhr
Nordhausen (nnz). Es fällt dem Berichterstatter nicht leicht, zu der gestern eröffneten Ausstellung von Bildern des Künstlers Peter Mell in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen in angemessener Weise zu berichten. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Ausstellung in der KSK (Foto: js) Ausstellung in der KSK (Foto: js)


Die Region Nordhausen beheimatet ohne Zweifel viele Menschen, die an Kultur und Kunst interessiert sind. Damit ist allerdings noch nichts darüber gesagt, nach welchen Kriterien sich diese Klientel orientiert. Vom Theater, das seine Akzeptanz gern an den Besucherzahlen misst, weiß man es. Würde man den gleichen Maßstand bei anderen Kultur- und Kunsteinrichtungen und -veranstaltungen anlegen, käme man zu einen teilweise sehr enttäuschenden Ergebnis. Die Gründe dafür sollen hier unberücksichtigt bleiben.

Peter Mell hätte - gemessen an seiner Bedeutung in Kunstkreisen - zur Eröffnung seiner Ausstellung in der Galerie der KSK sehr viel mehr Publikum verdient. Dazu hatten eigentlich schon die ebenso aufwändigen wie aussagefähigen Einladungen anregen sollen. Neben dem Abdruck einiger seiner Bilder wies ihn die daneben aufgeführte begrenzte Auswahl der bisherigen Ausstellungsstätten als außerordentlich hoch eingeschätzte Künstlers aus. Wolfgang Asche, Direktor der KSK, bemerkte in seiner Begrüßung und Vorstellung des Künstlers, dass sich Nordhausen glücklich schätzen kann, dass der im thüringischen Mehla beheimatete Mell in der Galerie des Geldhauses ausstellt.

Gleichzeitig wies er auf die vielfältigen Techniken hin, deren sich Mell bedient: er malt, zeichnet, übermalt, fotografiert, arbeitet plastisch, installatorisch, collagiert und mischt diese Verfahren miteinander. Immer geht es dabei um medienspezifisch verschiedene malerische Ausdrucksqualitäten, um Nuancen, die Mell als Äquivalente und Speicher eigener Erinnerungen an Augenblicke erfüllter Existenz erfährt. Der Künstler selbst stellte sich selbst nach der Begrüßung den Besuchern mit seiner künstlerischen Intention vor und erläuterte teilweise recht ausführlich einzelne seiner Bilder.

Und hier ergibt sich eine weitere Schwierigkeit in der Würdigung der Ausstellung: weite Teile der Galerieflächen blieben leer, stattdessen lehnten mehrere Bilder lediglich an der Wand. Als Begründung gab Mell an, dass diese durchweg in Öl gehaltenen Bilder zu lichtempfindlich seien und er diese heute wieder aus der Ausstellung nehmen müsse. Nun sei zwar ausdrücklich betont, dass auch die verbleibenden und überwiegend großformatigen Bilder einen Eindruck des künstlerischen Schaffens Mells vermitteln und des Besuchs und Betrachtens wert sind - die Aussagefähigkeit und Atmosphäre der Ausstellung allerdings dürfte durch die Lücken beeinträchtigt sein.

Und auch deshalb sieht nnz von dem Versuch ab, einen anschaulichen Überblick der Ausstellung zu vermitteln, wie sich diese zum Zeitpunkt der Eröffnung darstellte. Die Ausstellung kann bis zum 1. Dezember Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr besucht werden.
Autor: js

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de