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Nordbrand ist verkauft

Dienstag, 07. November 2006, 15:04 Uhr
Nordhausen/Nieder-Olm (nnz). Es war vor vier Jahren, da titelte die nnz "Nordbrand wird verkauft". Der Deal der Eckes-Gruppe kam nicht zustande. Jetzt werden die Nordhäuser vor vollendete Tatsachen gestellt: Nordbrand ist verkauft!. Einzelheiten mit einem Klick.


Die Entscheidung ist gefallen. Die Eckes-Gruppe hat das deutsche Spirituosengeschäft und damit die Nordbrand Nordhausen GmbH verkauft. Käufer ist die Rotkäppchem-Mumm Sektkellerei GmbH Freyburg in Sachsen-Anhalt. Es sei eine strategische Entscheidung gewesen, hieß es aus Nieder-Olm heute. „Die Transaktion beruht auf langfristigen Überlegungen. Unser Ziel war es, sowohl die strategische Ausrichtung von Eckes zu stärken als auch dem Potential von Eckes Spirituosen & Wein GmbH in einem neuen, wachstumsorientierten Umfeld Platz zu verschaffen“, so Eckes-Vorstandssprecher Thomas Hinderer.

Der Klartext wird an anderer Stelle der Pressemitteilung genannt: „Die Eckes-Gruppe sieht für den schwierigen Spirituosenmarkt in Deutschland die Notwendigkeit zur Konsolidierung“. Man wolle sich lieber auf Fruchtsäfte konzentrieren, so die Nieder-Olmer Zentrale. Merkwürdig ist jedoch die Tatsache, dass das internationale Spirituosengeschäft bei Eckes verbleiben soll, da man in Italien, Tschechien, der Slowakei oder Slowenien sehr profitabel agiere.

So oder ähnlich klang es bereits im Oktober 2002. Damals sollte bereits diese Sparte abgestoßen werden. Experten hielten das für ausgemachten wirtschaftlichen Schwachsinn. Die werden verstummen, da man die profitablen Bereiche ja behält.

Die Marken wie Echter Nordhäuser, Eckes Edelkirsch, Chantré oder Mariacron wechseln nun in das Portfolio von Rotkäppchen-Mumm über. Dieses Segment fehlte den Freyburgern bislang und gerade dieser Umstand könnte bei aller Skepsis hinsichtlich der wirtschaftlichen Eckes-Logik positiv stimmen. Der Standort in Nordhausen hat die berechtigte Chance erhalten zu werden. So äußerte sich auch Rotkäppchen-Chef Heise heute. Die Perspektiven am Nordhäuser Standort seien gut, ob aber die Mitarbeiter zu 100 Prozent in die neue Organisationsstruktur eingebunden werden können, diese Frage wollte Gunter Heise nicht mit einem klaren Ja beantworten.

Und so wird dieser Deal letztlich wieder für die am ertragreichsten sein, die ihn seit mehr als vier Jahren wollten. Es sind vor allem die Mitglieder der Eckes-Chantrè-Dynastie, die endlich mal wieder Geld in ihren privaten Kassen klimpern hören wollen. Bei der Nordbrand Nordhausen GmbH, so sie es denn überhaupt noch als eigenständiges Unternehmen geben wird, können alle Arbeitsplätze nicht gehalten werden. Und so geht doch, im Jahr 499 der Kornbrennerei in Nordhausen ein weiteres Stück Identität verloren.

Die nnz wird Sie heute mit weiteren Statements und Reaktionen versorgen.
Autor: nnz

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