nnz-online

Maßlosigkeit kostet Arbeitsplätze

Dienstag, 08. Januar 2002, 20:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Vor den negativen Auswirkungen einer ungezügelten Lohnrunde warnt der Kreisgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Volker Beiersdorf. Vielmehr sollten sich die Gewerkschaften in Zurückhaltung üben.


“Wer trotz der schlechten wirtschaftlichen Gesamtlage Lohnsteigerungen von bis zu sieben Prozent durchsetzen will, setzt die Existenz vieler kleiner und mittlerer Betriebe aufs Spiel. Das Jahr 2001 brachte einen traurigen Rekord der Unternehmensinsolvenzen. Ohne eine Lohnpolitik mit Augenmaß wird der erhoffte konjunkturelle Aufschwung Mitte 2002 ausbleiben. Damit wäre ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit vorprogrammiert”, sagte Beiersdorf.

Durch moderate Lohnabschlüsse seien in den vergangenen beiden Jahren deutschlandweit rund 600.000 neue Arbeitsplätze entstanden, so der Mittelstandsvertreter. “Wenn das geplante Bündnis für Arbeit mehr als eine Alibiveranstaltung des Bundeskanzlers sein will, muss beim geplanten nächsten Treffen Anfang 2002 eine Lohnrunde der Zurückhaltung eingeläutet werden”, so Beiersdorf. Sonst sollte Bundeskanzler Gerhard Schröder ehrlicherweise das Bündnis für gescheitert erklären.

Beiersdorf sprach sich in diesem Zusammenhang für eine Abkehr vom bisherigen Flächentarifvertrag aus. “Die mittelständische Wirtschaft braucht Tarifvereinbarungen, die auf einzelne Branchen und Betriebe zugeschnitten sind”, betonte der BVMW-Kreisgeschäftsführer. “Wenn die Gewerkschaften Arbeitsplätze in Thüringen erhalten wollen, dürfe es zu keiner neuen Lohn-Preis-Spirale kommen. Bei allem Verständnis gegenüber den Arbeitnehmern, die durch die Öko- und Versicherungssteuer sowie den Anstieg der Krankenversicherungsbeiträge 2002 erneut zur Kasse gebeten werden, muss die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen am Standort Deutschland nach der Einführung des Euro im europäischen Maßstab Beachtung finden”, meinte Beiersdorf abschließend.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de