nnz-online
Ein Blick in die Statistik

Weniger Verbraucherinsolvenzen in Thüringen

Mittwoch, 05. März 2025, 09:47 Uhr
Die Thüringer Amtsgerichte entschieden im Jahr 2024 über 2 201 Insolvenzverfahren. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik insgesamt 72 Anträge bzw. 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr...

Mit 2 058 Verfahren wurden 93,5 Prozent aller beantragten Insolvenzverfahren eröffnet. 120 Verfahren bzw. 5,5 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen und 23 Verfahren bzw. 1,0 Prozent endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf rund 410 Millionen Euro. Pro beantragten Verfahren bestanden somit voraussichtliche Gläubigerforderungen von durchschnittlich 186 Tausend Euro.

65,0 Prozent aller Insolvenzverfahren im Jahr 2024 waren Verbraucherinsolvenzen. Insgesamt wurden im betrachteten Zeitraum 1 430 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt. Das entspricht einem Rückgang von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 15,2 Prozent bzw. 63 Millionen Euro aller voraussichtlichen Gläubigerforderungen entstammten Verbraucherinsolvenzverfahren. Durchschnittlich waren das voraussichtliche Forderungen von knapp 44 Tausend Euro pro Verbraucherinsolvenzverfahren.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl von Insolvenzverfahren der ehemals selbstständig Tätigen, die ein vereinfachtes Insolvenzverfahren beantragt haben, um 17,5 Prozent gesunken. Dabei waren voraussichtliche Forderungen von durchschnittlich 96 Tausend Euro angegeben. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im Jahr 2024 auf 264 Verfahren an und damit um +4,8 Prozent gegenüber 2023.

Diese insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 2 837 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, also durchschnittlich rund 11 Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer pro Unternehmen. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen insgesamt wurden auf 279 Millionen Euro beziffert.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der beantragten Unternehmensinsolvenzen lag mit 43 Verfahren im „Baugewerbe“, mit 40 Verfahren im „Verarbeitenden Gewerbe“, mit 38 Verfahren im Bereich „Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ und mit 33 Verfahren im Bereich „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“. Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (149 Anträge) sowie Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) (49 Anträge) Insolvenz anmelden.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de