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Mitgliederschwund setzt sich fort

Montag, 07. Januar 2002, 08:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Gewerkschaften haben im Jahr 2001 den Mitgliederschwund nicht stoppen können. Und das trotz verstärkter Eigenwerbung.


Die unterm Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vereinten Organisationen verloren im vergangenen Jahr mehr als 200 000 Mitglieder. Die Abgänge konnten nicht von den Neueintritten ausgeglichen werden. Insgesamt waren Ende des Jahres noch etwa 7,9 Millionen Menschen in den acht DGB-Gewerkschaften organisiert. Das größte Minus verzeichnete die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau), bei der die hohen Arbeitsplatzverluste am Bau durchschlugen. Ende 2000 zählte die IG Bau 539.744 Mitglieder. Ende 2001 waren es noch etwa 510.000. Das entspricht einem Verlust von 5,4 Prozent. „Die Austritte gehen zurück“, hieß es aber bei der IG Bau. In neuen Branchen wie dem Garten- und Landschaftsbau und der Gebäudereinigung hätten neue Mitglieder geworben werden können. Es würden auch immer mehr Jugendliche eintreten.

Der neuen Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) kehrten im ersten halben Jahr ihres Bestehens fast 67.000 Mitglieder den Rücken. Die größte deutsche Gewerkschaft vertrat Ende November 2001 noch 2,83 Millionen Arbeitnehmer. Damit setzte sich der Abwärtstrend der fünf Gründungsgewerkschaften fort. Zugleich nahm auch der Anteil jüngerer Mitglieder ab. Ver.di war im März 2001 aus den Gewerkschaften HBV, DAG, ÖTV, IG Medien und Postgewerkschaft hervorgegangen.

Auch bei der IG Metall ging der Mitgliederschwund weiter. Anfang Dezember 2001 zahlten 2,705 Millionen Arbeitnehmer noch Beiträge an die größte deutsche Industriegewerkschaft, 58.000 weniger als Ende 2000. „Der Trend hat sich verlangsamt, aber er ist nicht gestoppt“, sagte eine Sprecherin. Auch das Ziel, die Zahl der Mitglieder unter 25 Jahre auf 200 000 zu steigern, sei nicht erreicht worden. Ende 2000 waren 194 155 in dieser Altersgruppe.

Bei der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) waren zum Jahresende noch 891.587 Mitglieder registriert, 29.223 weniger als ein Jahr zuvor. Seinerzeit waren Altersgründe und fehlende Neueinstellungen für den Trend verantwortlich gemacht worden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) verlor im Jahr 2001 etwa 10.000 Beitragszahler. Sie zählt noch 250.000 Mitglieder. Die Verkehrsgewerkschaft Transnet vertrat Ende 2001 306.000 Mitglieder. Ein Jahr zuvor waren es 320.264. Das Minus von 4,45 Prozent liege deutlich unter den Rückgängen der Vorjahre, hieß es. Doch Verluste durch Todesfälle und Abwanderungen habe man nicht ausgleichen können.

Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ging die Mitgliederzahl innerhalb eines Jahres von 270.000 auf 265.000 zurück. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wollte keine aktuellen Zahlen nennen. Ende 2000 hatte sie 188.225 Mitglieder.(Quelle: dpa)
Autor: nnz

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