Gästeführer in Nordhausen
Die Gilde sucht nach frischem Blut
Dienstag, 21. Januar 2025, 17:13 Uhr
Nach fast 1.100 Jahren ist Nordhausen nicht nur reich an Geschichte sondern auch an Geschichten. Dass diese der Nachwelt im Gedächtnis bleiben und auch weiter erzählt werden, dafür tritt die Stadt- und Gästeführergilde ein, die nach drei Jahrzehnten steter Arbeit nun dringend nach frischem Blut sucht…
1000 Jahre Stadtgeschichte im Kopf und Spaß dabei - v.l.: Hardy Schoenau, Sandy Weinrich und Michael Garke (Foto: agl)
Mythen und Legenden um die Stadtgründung, Sturm auf das Riesenhaus, Roland, Reichsstadt und steter Ärger mit dem Hohnsteiner, Klerus, Kriege, Hexen, Henker, Pestilenz, Feuer, Brand und Branntwein, bald zerstört, bald wiederauferstanden - nach über einem Jahrtausend hat die Nordhäuser Geschichte viel Stoff und manche Spur zu bieten, die man bis heute nachverfolgen und mitunter auch noch sehen kann.
Wenn man denn weiß, wo man suchen muss und was man erzählen kann. In den Tiefen der regionalen Geschichts- und Geschichtenschreibung kennt sich die Nordhäuser Stadt- und Gästeführergilde bestens aus. Anno Domini 1995 wurde die Gilde ins Leben gerufen und organisiert mit 20 Mitgliedern Führungen durch Nordhausen und seine bewegte Geschichte.
Nach über einem Vierteljahrhundert nagt aber auch an der Gilde der Zahn der Zeit, Einsatzfähig sind im Moment noch vier bis fünf Mitglieder, sagt Gildemeister Michael Garke. Nachwuchs wird dringend gesucht und wurde mit Sandy Weinrich nun auch gefunden.
Die 47jährige Nordhäuserin hat ihre Prüfung zur Gästeführerin am vergangenen Samstag beim Rundgang mit den Gildemitgliedern erfolgreich absolviert und freut sich schon auf den ersten Einsatz. Interesse an der Geschichte der Stadt hatte ich eigentlich schon immer, vor zwei Jahren gab es schon einmal einen Aufruf der Gilde und so kam dann eins zum anderen. Ich habe die Truppe kennen gelernt, bin herzlich aufgenommen worden und geblieben., sagt die frisch gebackene Stadtführerin. Ihr liebstes Thema ist das Waisenhaus und die Brandbibel, die den Anstoß zu dessen Aufbau gab. Es gibt unheimlich viele unterhaltsame und spannende Geschichten zu erzählen. Ich kenne bei weitem noch nicht so viele wie manch anderer hier und es ist eine Lust dem zuzuhören. Und darum geht es am Ende: man muss selber Spaß an der Sache haben und das Wissen, das man sich aneignet mit der gleichen Freude vermitteln., sagt Weinrich.
Mit einer Nachwuchskraft ist dem Bedarf derweil nicht Genüge getan, die Gilde braucht dringend frisches Blut, wobei das aber nicht unbedingt auch jung sein müsse, meint Hardy Schoenau. Gerne gesehen seien auch ältere Semester, die zeitlich etwas flexibler sind und auch mal unter der Woche am Nachmittag eine Führung machen können. Diese dauern in der Regel zwischen einer und anderthalb Stunden und können entweder auf Wunsch direkt bei der Gilde gebucht werden oder finden alle zwei Wochen als öffentliche Führungen immer Sonntags um 14 Uhr statt. Wo trifft man sich? Natürlich am Roland. Was erzählt man? Das bleibt ein Stück weit jedem Gästeführer selber überlassen, Schwerpunkte und Stil finden sich meist individuell. Wir haben eine Art Ausbildung aber das heißt nicht, dass man am Ende jede Jahreszahl aus dem Effeff können muss. Ein wenig Vorwissen ist gerne gesehen, die Grundvorraussetzung ist aber vor allem, das man Interesse an der Stadt und ihrer Geschichte hat. Das nötige Wissen, dass kriegen wir dann schon in die Leute rein, sagt Garke.
Sandy Weinrich war gute zwei Jahre Gildemitglied und ab und an bei Stadtführungen dabei, ehe sie sich an die Prüfung wagte, wann der erste Einsatz auf den Straßen der Stadt stattfinden wird, steht indes noch nicht fest. Die Jahresplanung wird noch erarbeitet, der Startschuss für die ersten öffentlichen Führungen wird im März fallen. Für individuelle Rundgänge mit Gruppen steht die Gilde allerdings auch jetzt bei Wind und Wetter bereit, Termine können per Telefon unter 03631/90 14 16 oder via E-Mail an post@gilde-ndh.de vereinbart werden.
Angelo Glashagel
Autor: red
1000 Jahre Stadtgeschichte im Kopf und Spaß dabei - v.l.: Hardy Schoenau, Sandy Weinrich und Michael Garke (Foto: agl)
Mythen und Legenden um die Stadtgründung, Sturm auf das Riesenhaus, Roland, Reichsstadt und steter Ärger mit dem Hohnsteiner, Klerus, Kriege, Hexen, Henker, Pestilenz, Feuer, Brand und Branntwein, bald zerstört, bald wiederauferstanden - nach über einem Jahrtausend hat die Nordhäuser Geschichte viel Stoff und manche Spur zu bieten, die man bis heute nachverfolgen und mitunter auch noch sehen kann.
Wenn man denn weiß, wo man suchen muss und was man erzählen kann. In den Tiefen der regionalen Geschichts- und Geschichtenschreibung kennt sich die Nordhäuser Stadt- und Gästeführergilde bestens aus. Anno Domini 1995 wurde die Gilde ins Leben gerufen und organisiert mit 20 Mitgliedern Führungen durch Nordhausen und seine bewegte Geschichte.
Nach über einem Vierteljahrhundert nagt aber auch an der Gilde der Zahn der Zeit, Einsatzfähig sind im Moment noch vier bis fünf Mitglieder, sagt Gildemeister Michael Garke. Nachwuchs wird dringend gesucht und wurde mit Sandy Weinrich nun auch gefunden.
Die 47jährige Nordhäuserin hat ihre Prüfung zur Gästeführerin am vergangenen Samstag beim Rundgang mit den Gildemitgliedern erfolgreich absolviert und freut sich schon auf den ersten Einsatz. Interesse an der Geschichte der Stadt hatte ich eigentlich schon immer, vor zwei Jahren gab es schon einmal einen Aufruf der Gilde und so kam dann eins zum anderen. Ich habe die Truppe kennen gelernt, bin herzlich aufgenommen worden und geblieben., sagt die frisch gebackene Stadtführerin. Ihr liebstes Thema ist das Waisenhaus und die Brandbibel, die den Anstoß zu dessen Aufbau gab. Es gibt unheimlich viele unterhaltsame und spannende Geschichten zu erzählen. Ich kenne bei weitem noch nicht so viele wie manch anderer hier und es ist eine Lust dem zuzuhören. Und darum geht es am Ende: man muss selber Spaß an der Sache haben und das Wissen, das man sich aneignet mit der gleichen Freude vermitteln., sagt Weinrich.
Mit einer Nachwuchskraft ist dem Bedarf derweil nicht Genüge getan, die Gilde braucht dringend frisches Blut, wobei das aber nicht unbedingt auch jung sein müsse, meint Hardy Schoenau. Gerne gesehen seien auch ältere Semester, die zeitlich etwas flexibler sind und auch mal unter der Woche am Nachmittag eine Führung machen können. Diese dauern in der Regel zwischen einer und anderthalb Stunden und können entweder auf Wunsch direkt bei der Gilde gebucht werden oder finden alle zwei Wochen als öffentliche Führungen immer Sonntags um 14 Uhr statt. Wo trifft man sich? Natürlich am Roland. Was erzählt man? Das bleibt ein Stück weit jedem Gästeführer selber überlassen, Schwerpunkte und Stil finden sich meist individuell. Wir haben eine Art Ausbildung aber das heißt nicht, dass man am Ende jede Jahreszahl aus dem Effeff können muss. Ein wenig Vorwissen ist gerne gesehen, die Grundvorraussetzung ist aber vor allem, das man Interesse an der Stadt und ihrer Geschichte hat. Das nötige Wissen, dass kriegen wir dann schon in die Leute rein, sagt Garke.
Sandy Weinrich war gute zwei Jahre Gildemitglied und ab und an bei Stadtführungen dabei, ehe sie sich an die Prüfung wagte, wann der erste Einsatz auf den Straßen der Stadt stattfinden wird, steht indes noch nicht fest. Die Jahresplanung wird noch erarbeitet, der Startschuss für die ersten öffentlichen Führungen wird im März fallen. Für individuelle Rundgänge mit Gruppen steht die Gilde allerdings auch jetzt bei Wind und Wetter bereit, Termine können per Telefon unter 03631/90 14 16 oder via E-Mail an post@gilde-ndh.de vereinbart werden.
Angelo Glashagel
